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Freundlicher Wochenauftakt dank höherem Risikoappetit

22.02.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Volatilität am Ölmarkt bleibt hoch. Die Ölpreise sind am Freitag um knapp 4% gefallen. Brent beendete die Handelswoche daraufhin im Minus, WTI noch leicht im Plus. Heute steigen die Preise nach einem erneuten Rückgang der Ölbohrungen in den USA dagegen wieder um 2,5%. Der Anstieg der US-Rohöllagerbestände auf ein Rekordniveau lastete am Freitag auf den Preisen. Zudem wachsen die Zweifel, ob die Einigung von Russland und Saudi-Arabien, die Produktion nicht weiter zu erhöhen, das Überangebot verringern wird. Bislang haben lediglich vier Produzentenländer der Einigung zugesagt.

Iran und Irak unterstützen diese zwar, haben aber keine Zusage gegeben, sich daran zu beteiligen. Laut dem russischen Energieminister Nowak sollen die Gespräche mit den Ölproduzentenländern bis zum 1. März fortgesetzt werden. Außer Iran und Irak wäre ohnehin kaum ein Land in der Lage, seine Ölproduktion nennenswert zu steigern. Iran wird sich auf ein Einfrieren seiner Produktion kaum einlassen, nachdem man erst die Fesseln der Sanktionen hat abstreifen können. Allerdings verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die Ölproduktion in den USA demnächst stärker zurückgehen wird.

Die Zahl der aktiven Ölbohrungen ist in der letzten Woche um weitere 26 auf 413 zurückgegangen. Das ist das niedrigste Niveau seit Dezember 2009. Seit Anfang 2015 beläuft sich der Rückgang auf mehr als 70%. In der letzten Berichtswoche war die US-Ölproduktion um 51 Tsd. Barrel pro Tag gefallen. Zudem war dies der vierte Wochenrückgang in Folge. Während dieser Zeit sank die US-Rohölproduktion um insgesamt 100 Tsd. Barrel pro Tag.

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Edelmetalle

Gold fällt zum Wochenauftakt in einem von höherem Risikoappetit geprägten Marktumfeld auf 1.205 USD je Feinunze. In Euro gerechnet rutscht Gold wieder unter die Marke von 1.100 EUR je Feinunze. Der Goldpreis gab schon am Freitag nach, nachdem die Kerninflationsrate in den USA im Januar etwas höher ausfiel als erwartet. Daraufhin ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank etwas gestiegen.

Gemäß Fed Fund Futures liegt diese für eine Zinserhöhung im Juni nun bei gut 22%, was aber nach wie vor sehr niedrig ist und höheren Goldpreisen unseres Erachtens nicht entgegenstehen sollte. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten am Freitag mit 25,4 Tonnen den stärksten Tageszufluss seit Oktober 2011. Ein Blick auf die CFTC-Statistik zeigt, dass der Preisanstieg von Gold auf ein 12-Monatshoch auch spekulativ getrieben war. Denn in der Woche zum 16. Februar wurden die Netto-Long-Positionen bei Gold abermals auf nunmehr 81 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, der höchste Stand seit Ende Oktober.

Auch der Preisanstieg von Silber auf ein 3½-Monatshoch war spekulativ unterstützt. Mit 47,7 Tsd. Kontrakten liegen die Netto-Long-Positionen hier mittlerweile in Reichweite des Rekordhochs. China hat die zuvor niedrigen Silberpreise offenbar genutzt und verstärkt Silber importiert. Daten der Zollbehörde zufolge betrugen die Silbereinfuhren im Januar 329 Tonnen. Dies war der höchste Januar-Wert seit fünf Jahren. Auch die Platinimporte zogen deutlich auf 10,3 Tonnen an, der höchste Januar-Wert seit Veröffentlichung der Datenreihe im Jahr 2009.


Industriemetalle

Die Metallpreise setzen zum Wochenbeginn ihre Aufwärtsbewegung fort und legen teilweise spürbar zu. Angetrieben werden sie von festen asiatischen Aktienmärkten, die auf einen höheren Risikoappetit der Marktteilnehmer hindeuten. Die chinesischen Behörden haben zudem entschieden, die Steuern auf Hauskäufe in vielen Städten des Landes zu reduzieren, um das Überangebot am Immobilienmarkt einzudämmen.

Kupfer handelt bei rund 4.700 USD je Tonne, Aluminium kostet 1.550 USD je Tonne und Zink steigt auf 1.780 USD je Tonne. Damit ist Zink erstmals seit November wieder teurer als Blei. Zink hat damit zugleich ein 4-Monatshoch erreicht und nähert sich der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie. Von seinem 6½-Jahrestief im Januar hat sich der Zinkpreis mittlerweile um fast 23% erholt. Zink weist auch seit Jahresbeginn von allen Metallen die beste Preisentwicklung auf.

Wir hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass der Preisrückgang zuvor übertrieben war und dass sich das deutlich verknappende Angebot unseres Erachtens höhere Preise rechtfertigt. China hat im Januar gemäß Daten der Zollbehörde 59,3 Tsd. Tonnen Zinkraffinade importiert. Dies war zwar weniger als in den letzten Monaten, aber zweieinhalbmal so viel wie im Vorjahr und auch 31% mehr als im Monatsdurchschnitt des letzten Jahres. Da die chinesischen Schmelzen 2016 ihre Produktion um 500 Tsd. Tonnen drosseln werden, dürften die chinesischen Händler auch in den kommenden Monaten verstärkt auf Importe zurückgreifen.


Agrarrohstoffe

Die USA haben in der Berichtswoche zum 11. Februar 1,3 Mio. Tonnen Mais exportiert. Dies war mehr als doppelt so viel wie in der Vorwoche und mehr als erwartet. Der Maispreis an der CBOT steigt daraufhin auf mehr als 370 US-Cents je Scheffel. Die US-Exporte von Weizen und Sojabohnen verharrten dagegen auf dem Niveau der Vorwoche und lagen damit im Rahmen der Erwartungen. Der Sojabohnenpreis wird von Mais mit nach oben gezogen.

Der Weizenpreis gab am Freitag den zweiten Tag in Folge nach und handelt weiter unter 470 US-Cents je Scheffel. Auf Weizen lastete die Schätzung von FranceAgriMer, dass die französischen Weichweizenlagerbestände am Ende des laufenden Erntejahres auf ein 17-Jahreshoch von 6 Mio. Tonnen steigen sollen. FranceAgriMer nannte als Grund hierfür eine schwächere Entwicklung der Exporte. Bestätigung hierfür geben Nachrichten, wonach der größte Weizenimporteur Ägypten letzte Woche 240 Tsd. Tonnen Weizen gekauft hat, wovon nur 60 Tsd. Tonnen auf Frankreich entfielen, dagegen 180 Tsd. Tonnen auf Russland.

Die Internationale Kakaoorganisation ICCO veröffentlicht ihren aktuellen Quartalsbericht nun doch wie üblich erst Ende des Monats. Zunächst hatte es gehießen, der Bericht würde schon in der letzten Woche veröffentlicht. In dem Quartalsbericht sind erstmals offizielle Schätzungen zu Angebot und Nachfrage für das laufende Erntejahr 2015/16 enthalten.





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