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Einkaufsmanagerindices schwach

23.02.2016  |  Folker Hellmeyer
US-Forderungen für G-20 Gipfel

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1035 (07.20 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1004 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.32. In der Folge notiert EUR-JPY bei 123.95. EUR-CHF oszilliert bei 1.0984.

Trotz der ausgeprägten geopolitischen Auseinandersetzung der USA mit China und Russland, als auch verdeckt im Hintergrund mit Brasilien, fordern die USA auf dem am Freitag und Samstag stattfindenden G-20 Gipfel in Shanghai nachhaltige gemeinsame Konjunkturmaßnahmen, sowohl geld- als auch haushaltspolitischer Natur.

In diesen Kontext passt fraglos die Einlassung des finnischen EZB-Ratsmitglieds Liikanen, der die Bereitschaft der EZB betonte, bei Bedarf die Geldschleusen weiter zu öffnen. Es gilt hier, eine andere Frage zu stellen: Wenn die USA von anderen Ländern Maßnahmen fordern, was werden die USA zu dieser Konjunkturbelebung beisteuern, denn die US-Wirtschaft lieferte 2015 die größte konjunkturelle Enttäuschung?

Vor diesem Hintergrund ist ein Ausstieg der US-Zentralbank aus der Zinswende als erster zarter Schritt zunehmend wahrscheinlich.

Genau dieser Umstand ist an den Märkten definitiv nicht diskontiert. Mehr noch muss mit dem Ausstieg aus der Zinswende längst nicht das Ende der Neuausrichtung der US-Zentralbank eingeläutet sein. Das Thema QE4 mag im Verlauf des Jahres prominenter werden, als es der Finanzmarkt derzeit wahrhaben will. Dabei kann durchaus ein Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen hergestellt werden. Sollte sich die US-Konjunkturlage weiter eintrüben, würden voraussichtlich die Kandidaten Trump und Sanders profitieren. Das läge nicht im Interesse des obwaltenden US-Establishments.

Unter Umständen bietet das G-20 Treffen aber auch Möglichkeiten, den politischen Zwist einzugrenzen (Ukraine, Südchinesisches Meer, Syrien). "Food for thought!"


Die Einkaufsmanagerindices des Anbieters Markit aus der Eurozone und den USA enttäuschten gestern:

Die Erstschätzungen der Markit Einkaufsmanagerindices der Eurozone per Berichtsmonat Februar verfehlten alle die Prognosewerte. Der Index für den Sektor Produktion stellte sich auf 51,0 nach zuvor 52,3 Punkten (Prognose 52,0). Hier wurde der schwächste Wert seit 12 Monaten markiert. Der Index für den Dienstleistungssektor sank von zuvor 53,6 auf 53,0 Zähler (Prognose 53,3) auf den niedrigsten Indexstand seit 13 Monaten. Der Composite Index ging von zuvor 53,6 auf 52,7 Punkte zurück (Prognose 53,3) und lieferte den schwächsten Wert seit 13 Monaten. Positiv ist anzumerken, dass alle Indices weiterhin Wachstum implizieren. Der Dynamikverlust ist jedoch als kritisch einzustufen.

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Chart: Composite PMI


Die Erstschätzung des US-Markit Einkaufsmanagerindex für den Sektor Produktion verfehlte mit 51,0 Punkten deutlich die bei 52,0 Zählern angesiedelte Prognose (Vormonat 52,4) und markierte den niedrigsten Wert seit drei Jahren. Die Schwäche war in allen Subkomponenten ausgeprägt.

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Unerwartet legte dagegen der Chicago Fed National Activity Index (Sammelindex basierend auf 85 Einzelindikatoren der US-Wirtschaft) per Berichtsmonat Januar auf +0,28 Punkte zu. Der Vormonatswert wurde von -0,22 auf -0,34 Zähler revidiert. Nach fünf Monaten mit Negativwerten ist dieser fulminante Anstieg so auffällig wie der Juliwert 2015, der nicht trendfähig war. In der Konsequenz sind wir auf die Revision des Januarwerts gespannt …

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Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0700 - 20 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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