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Geringste US-Weizenanbaufläche seit 46 Jahren

26.02.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise konnten gestern den zweiten Tag in Folge deutlich steigen. Wie schon am Vortag legten die Preise nach anfänglichen Verlusten am Abend deutlich zu. Brent schloss letztlich mit einem Plus von 2,6% bei 35,3 USD je Barrel, WTI verteuerte sich um knapp 3% auf 33,1 USD je Barrel.

Der Preissprung setzte ein, nachdem der Ölminister Venezuelas ein weiteres Treffen seines Landes mit Saudi-Arabien, Russland und Katar für Mitte März angekündigt hatte. Vor zwei Wochen hatten sich diese vier Länder auf die Deckelung der Produktion auf dem Januar-Niveau verständigt. Andere Länder haben bislang nicht erklärt, sich an diesem Abkommen beteiligen zu wollen. Der Iran hat eine Beteiligung abgelehnt und wird seine Produktion in den nächsten Monaten erhöhen. Ähnliches gilt wahrscheinlich auch für den Irak. Was bei diesem Treffen besprochen werden soll, ist somit unklar. Um Produktionskürzungen dürfte es kaum gehen, nachdem Saudi-Arabien diese vor wenigen Tagen ausgeschlossen hat.

Allerdings mehren sich die Anzeichen dafür, dass es zu nennenswerten Produktionskürzungen in den USA kommen wird. Wie wir gestern berichtet hatten, haben zwei US-Schieferölfirmen die Förderung in Nord-Dakota eingestellt oder planen dies. Die US-Rohölproduktion ist inzwischen klar rückläufig und dürfte in den nächsten Wochen unter die Marke von 9 Mio. Barrel pro Tag fallen. Heute Abend veröffentlicht der Öldienstleister Baker Hughes neue Zahlen zu den aktiven Ölbohrungen in den USA. Diese sind zuletzt neun Wochen in Folge gefallen, allein in den letzten vier Wochen um knapp 100. Aktuell wird in den USA so wenig nach Öl gebohrt wie im Dezember 2009. Ein weiterer Rückgang der US-Ölproduktion ist somit vorgezeichnet.


Edelmetalle

Gold kam gestern im Zuge eines höheren Risikoappetits der Marktteilnehmer zeitweise unter Druck, holte seine zwischenzeitlichen Verluste trotz steigender Aktienmärkte im Handelsverlauf aber wieder auf. Es handelt heute Morgen bei knapp 1.240 USD je Feinunze. In Euro gerechnet kostet Gold 1.120 EUR je Feinunze. Silber zog gestern nicht mit Gold an, sondern verzeichnete am Ende des Handelstages sogar ein Minus.

Das Gold/Silber-Verhältnis ist daraufhin auf fast 82 gestiegen, der höchste Stand seit über sieben Jahren. Zur gleichen Zeit vor einem Jahr gab es für eine Feinunze Gold nur 73 Feinunzen Silber, was die relative Schwäche von Silber unterstreicht.

Gemäß Daten der Hongkonger Statistikbehörde hat China im Januar aus Hongkong auf Netto-Basis nur 33 Tonnen Gold importiert. Dies waren 57% weniger als im Vorjahr und so wenig wie seit August 2014 nicht mehr. Die Brutto-Importe lagen mit 37,4 Tonnen sogar auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahren. Zu den geringen Importen hat wohl die Abwertung des Chinesischen Yuan beigetragen, wodurch der Goldpreis in lokaler Währung noch stärker als in US-Dollar gerechnet gestiegen ist, was wiederum den Goldappetit gebremst hat. Zudem wurde im Dezember sehr viel Gold importiert, was auf vorgezogene Käufe hindeutet. Die Veröffentlichung der Daten hatte keinen Einfluss auf den Goldpreis, zumal letzte Woche schon Daten der Schweizer Zollbehörde zu Goldexporten auf schwache chinesische Importe hingedeutet hatten (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 18. Februar)

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Industriemetalle

Gute US-Konjunkturdaten - die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter stiegen im Januar stärker als erwartet - führen seit gestern Nachmittag zu einem höheren Risikoappetit der Marktteilnehmer, wovon auch die Metallpreise profitieren. Diese legen zum Wochenausklang allesamt zu. Unterstützung erhalten sie auch von den chinesischen Immobilienpreisen, die im Januar zumindest in den großen Städten des Landes weiter gestiegen sind.

Kupfer handelt bei rund 4.650 USD je Tonne. Gestern sind die Kupfervorräte in den Lagerhäusern der LME erstmals seit gut einem Jahr wieder unter die Marke von 200 Tsd. Tonnen gefallen. Seit Jahresanfang wurden die Bestände um 37 Tsd. Tonnen abgebaut, was grundsätzlich auf eine solide Nachfrage schließen lässt. Knapp zwei Drittel des Abbaus erfolgte in den asiatischen LME-Lagerhäusern und dürfte nach China geflossen sein. Die chinesischen Händler haben damit offenbar die niedrigen Preise zu verstärkten Käufen genutzt. Allerdings wurden dort in den Lagerhäusern der SHFE die Kupfervorräte seit Anfang Januar um fast 100 Tsd. Tonnen aufgebaut. Mit 276 Tsd. Tonnen liegen sie auf einem Rekordniveau. Auch die SHFE-Vorräte von Zink und Aluminium wurden in den letzten Wochen aufgestockt, wobei die Zinkbestände ein 21-Monatshoch erreicht haben.


Agrarrohstoffe

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat gestern erste offizielle Prognosen zu den Anbauplänen veröffentlicht. Die US-Landwirte werden demnach in diesem Jahr nur noch 51 Mio. Morgen mit Weizen bestellen. Das sind 3,6 Mio. Morgen weniger als im Vorjahr und die niedrigste Anbaufläche seit 46 Jahren. Die Flächenschätzung liegt damit sogar unter der niedrigsten Schätzung der Marktteilnehmer vor der Veröffentlichung. Die Winterweizenfläche soll auf ein 6-Jahrestief von 36,6 Mio. Morgen fallen, bei Sommerweizen rechnet das USDA mit einem Rückgang um 5%.

Die deutliche Flächeneinschränkung ist das Ergebnis der niedrigen Preise – der Weizenpreis an der CBOT ist diese Woche auf ein 5½-Jahrestief von weniger als 450 US-Cents je Scheffel gefallen – und der damit verbundenen geringeren Profitibilität.

Dagegen soll die Anbaufläche für Mais in diesem Jahr um 2 Mio. auf 90 Mio. Morgen steigen, nachdem sie in den vorherigen drei Jahren um insgesamt 10% gesunken war. Damit liegt die Maisfläche etwas über den Erwartungen. Zwar notiert auch der Maispreis nicht weit von einem Mehrjahrestief entfernt, offensichtlich aber hoch genug, damit der Anbau noch halbwegs profitabel ist.

Eine Rolle dabei spielt sicherlich auch, dass es in diesem Jahr den Landwirten schlichtweg an Alternativen mangelt, da andere Getreidepreise sogar noch stärker gefallen sind. Bei Sojabohnen soll die Anbaufläche bei 82,5 Mio. Morgen stagnieren. Hier war im Vorfeld mit einer leichten Flächenausweitung gerechnet worden. Heute wird das USDA die jeweiligen Ernteschätzungen bekanntgeben.



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