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Öl und Metalle geben Gewinne wieder ab

29.02.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Der Brentölpreis stieg am Freitag zwischenzeitlich auf ein 7-Wochenhoch von 37 USD je Barrel, WTI auf ein 4-Wochenhoch von 34,7 USD je Barrel. Die Ölpreise konnten die Gewinne aber nicht halten und beendeten den Handel letztlich leicht im Minus. Zum Auftakt in die neue Handelswoche notiert Brent wieder unterhalb der charttechnisch wichtigen Marke von 36 USD je Barrel. Im Februar scheiterten bislang mehrere Versuche, diese Marke zurückzuerobern.

Dafür dürfte in den nächsten Wochen eine fallende US-Ölproduktion sorgen. In der letzten Woche wurden in den USA Daten des Öldienstleisters Baker Hughes zufolge 13 weitere Ölbohrungen stillgelegt, was dem zehnten Wochenrückgang in Folge entsprach. Mit nur noch 400 Ölbohrungen liegt die Bohraktivität auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2009.

In den letzten fünf Wochen ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen um 110 gesunken, seit Anfang 2015 um fast 1.100. Neue Zahlen zur US-Ölproduktion gibt das US-Energieministerium im Rahmen der wöchentlichen Lagerdaten am Mittwoch bekannt. Die Erwartung einer fallenden US-Ölproduktion lässt die spekulativen Finanzanleger verstärkt auf einen steigenden WTI-Preis setzen.

Die spekulativen Netto-Long-Positionen bei WTI stiegen in der Woche zum 23. Februar laut CFTC-Statistik um 44,4 Tsd. auf 102,3 Tsd. Kontrakte, den höchsten Stand seit gut drei Monaten. Der jüngste Preisanstieg bei WTI war damit teilweise auch spekulativ getrieben. Die ICE gibt die entsprechenden Daten für Brent heute Mittag bekannt. Ebenfalls heute veröffentlichen Bloomberg und Reuters ihre Umfragen zur OPEC-Ölproduktion im Februar.


Edelmetalle

Gold hielt sich am Freitag lange Zeit zwischen 1.230 und 1.240 USD je Feinunze. Unterstützt wurde es dabei vom Rückgang der Inflationsrate im Euroraum auf 0% im Februar, zumal auch die Kernteuerungsrate wieder unter 1% gesunken ist. Dies macht den Weg frei für weitere expansive Maßnahmen der EZB nächste Woche und sollte vor allem dem Goldpreis in Euro gerechnet Auftrieb geben. Am Nachmittag kam Gold dann aber im Zuge guter US-Konjunktur- und höher als erwarteter US-Inflationsdaten unter Druck und fiel zeitweise auf rund 1.210 USD je Feinunze. Gegenwind erhielt Gold dabei auch vom aufwertenden US-Dollar - dieser stieg gegenüber dem Euro auf ein 3-Wochenhoch - und wieder höheren Zinserwartungen in den USA.

Gemäß Fed Fund Futures ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed bis Jahresende auf über 50% gestiegen. Heute Morgen zeigt sich Gold wieder erholt bei rund 1.230 USD je Feinunze. Das Interesse an Gold bleibt weiter hoch, wie die anhaltenden Zuflüsse in die Gold-ETFs zeigen. Und auch die spekulativen Finanzinvestoren setzen weiter auf einen steigenden Goldpreis und haben in der Woche zum 23. Februar ihre Netto-Long-Positionen die sechste Woche in Folge auf jetzt 109,1 Tsd. Kontrakte ausgeweitet.

In Indien werden die Goldimportsteuern offenbar auch im nächsten Fiskaljahr mit 10% unverändert beibehalten. Dies führt heute zu einem erhöhten Kaufinteresse indischer Händler, nachdem sich diese im Vorfeld der Haushaltspräsentation mit Goldkäufen zurückgehalten hatten.


Industriemetalle

Schwache chinesische Aktienmärkte - der CSI 300 verliert zeitweise über 4% - sorgen dafür, dass die Metallpreise ihre Aufwärtsbewegung von letztem Freitag zu Beginn der neuen Handelswoche nicht fortsetzen. Sie stehen heute Morgen mehrheitlich unter Druck, nachdem am Freitag Preiszuwächse von bis zu 3,5% verzeichnet wurden. Gründe dafür waren wohl zum einen der vorübergehend deutliche Anstieg der Ölpreise und zum anderen besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten.

Kupfer fällt heute Morgen wieder deutlich unter die Marke von 4.700 USD je Tonne. Am Freitag verteuerte sich Kupfer in der Spitze auf 4.770 USD, der höchste Stand seit Mitte November. Die Preiserholung von Kupfer vom Mehrjahrestief Mitte Januar ist nicht nur auf die bevorstehende Verknappung des Angebots zurückzuführen, sondern sie ist auch spekulativ unterstützt.

Ein Blick auf die CFTC-Statistik zeigt, dass es seitdem fast Woche für Woche zu Short-Eindeckungen kommt. In der Woche zum 23. Februar wurden die Netto-Short-Positionen auf 2,1 Tsd. Kontrakte reduziert, der niedrigste Stand seit Ende Oktober 2015. In der kommenden Nacht werden in China die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Diese dürften durch das Neujahrsfest beeinflusst sein und weiter unter der Marke von 50 verharren.


Agrarrohstoffe

Die Internationale Kakaoorganisation ICCO hat erstmals offizielle Angebots- und Nachfrageschätzungen für das laufende Erntejahr 2015/16 veröffentlicht. Die ICCO rechnet demnach mit einem Angebotsdefizit von 113 Tsd. Tonnen. Verantwortlich hierfür ist eine um knapp 2% geringere globale Produktion und eine um knapp 2% höhere weltweite Nachfrage. Die Produktion soll um 76 Tsd. auf 4,154 Mio. Tonnen sinken, die Nachfrage um 79 Tsd. auf 4,225 Mio. Tonnen steigen.

Die ICCO teilt die im Vorfeld geäußerten pessimistischen Erwartungen hinsichtlich der Kakaoernte in Ghana nicht und erwartet dort einen Anstieg um 100 Tsd. auf 840 Tsd. Tonnen. Rückgänge erwartet die ICCO hingegen im wichtigsten Produzentenland Elfenbeinküste (-106 Tsd. Tonnen), Indonesien (-25 Tsd. Tonnen), Ekuador und Brasilien (jeweils -20 Tsd. Tonnen). Den stärksten Anstieg bei der Nachfrage erwartet die ICCO in Europa und in Asien um jeweils 33 Tsd. Tonnen.

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat nach den Flächenschätzungen am Freitag erstmals auch Ernteschätzungen für die USA veröffentlicht. Die US-Weizenernte soll demnach um 3% auf 1,991 Mrd. Scheffel fallen, wofür die um 6,5% niedrigere Anbaufläche verantwortlich zeichnet. Die US-Maisernte soll um 1,6% auf 13,825 Mrd. Scheffel steigen, was auf die erwartete Ausweitung der Anbaufläche zurückzuführen ist. Bei der US-Sojabohnenernte prognostiziert das USDA einen Rückgang um 3% auf 3,81 Mrd. Scheffel. Hauptgrund hierfür ist ein geringerer unterstellter durchschnittlicher Ernteertrag.

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