Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
In Ihrem Webbrowser ist JavaScript deaktiviert. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, muss JavaScript aktiviert sein.
Suche
 

Fallendes Angebot gibt Ölpreisen Auftrieb

01.03.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Der Brentölpreis steigt am Morgen auf ein 8-Wochenhoch von 37 USD je Barrel. Mit dazu beigetragen hat ein Kontraktwechsel. Aber auch WTI nähert sich mit gut 34 USD je Barrel wieder dem 4-Wochenhoch vom letzten Freitag. Rückenwind erhalten die Ölpreise von Nachrichten eines fallenden Ölangebotes seitens der OPEC und in den USA. Laut einer Reuters-Umfrage fiel die OPEC-Ölproduktion im Februar um 280 Tsd. auf 32,37 Mio. Barrel pro Tag.

Der Großteil des Rückgangs entfiel dabei auf den Irak, welcher seine Produktion im kurdischen Norden vorübergehend einschränken musste, da eine Pipeline mit einer Durchleitungskapazität von 600 Tsd. Barrel pro Tag seit Mitte Februar geschlossen ist. Diese unfreiwillige Produktionskürzung ist somit nicht als dauerhaft einzustufen. Der Iran hat seine Produktion nach der Aufhebung der Sanktionen nochmals leicht ausgeweitet, allerdings nicht so stark wie zu vermuten gewesen wäre.

In den USA ist die Rohölproduktion im Dezember laut US-Energiebehörde um 43 Tsd. auf 9,26 Mio. Barrel pro Tag zurückgegangen, was dem dritten Monatsrückgang in Folge und dem niedrigsten Niveau seit einem Jahr entspricht. Der stärkste Rückgang wurde in Texas verzeichnet (-65 Tsd. Barrel pro Tag). In Nord-Dakota fiel die Produktion um 27 Tsd. Barrel pro Tag. Dem stand ein höheres Angebot aus dem Golf von Mexiko gegenüber.

Der Preisanstieg ist allerdings auch spekulativ getrieben. Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger bei Brent stiegen in der Woche zum 23. Februar um 33,4 Tsd. Kontrakte und erreichten mit 310,7 Tsd. Kontrakten ein neues Rekordniveau. Damit wächst auch das Korrekturpotenzial.


Edelmetalle

Nach schwachen Konjunkturdaten aus den USA und China steigt Gold heute Morgen zeitweise auf knapp 1.250 USD je Feinunze. Nach neuerlichen Zuflüssen in die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs von 19,4 Tonnen gestern, wurden die ETF-Bestände im Februar um 185,6 Tonnen aufgestockt. Dies war der höchste monatliche Zufluss seit sieben Jahren. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse damit auf 240,4 Tonnen, was der globalen Goldminenproduktion von fast einem Monat entspricht.

Erstmals seit September 2014 liegen die ETF-Bestände wieder über 1.700 Tonnen. Solange die ETF-Zuflüsse anhalten, dürfte der Goldpreis unseres Erachtens gut unterstützt sein. Im Gegensatz zu Gold verzeichneten die Silber-ETFs im Februar Abflüsse von 85,3 Tonnen. Auch die Bestände der Platin- und Palladium-ETFs wurden im letzten Monat um 37,4 Tsd. bzw. 75,7 Tsd. Unzen abgebaut. Dies hat wohl mit zur schwächeren Preisentwicklung von Silber, Platin und Palladium im Vergleich zu Gold beigetragen.

In Indien haben die Schmuckhersteller heute einen unbefristeten Streik begonnen, nachdem die indische Regierung eine Umsatzsteuer auf Schmuck eingeführt hat, um die Goldnachfrage zu dämpfen. Vor vier Jahren hatte die Regierung schon einmal eine Umsatzsteuer auf Schmuck eingeführt, musste diese nach großen Protesten der Schmuckhersteller aber wieder zurücknehmen. Sollte der Streik länger andauern, könnte dies zu einer geringeren Goldnachfrage führen.

Open in new window


Industriemetalle

Die chinesische Zentralbank hat gestern die Mindestreserveanforderung für Banken um 50 Basispunkte gesenkt, was den Metallpreisen vorübergehend Auftrieb gab, so dass diese ihre bis dahin aufgelaufenen Verluste aufholten. Schwächere Konjunkturdaten aus China verhindern heute Morgen zunächst, dass die Preise ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen.

Entgegen den Erwartungen sind sowohl der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) als auch der von Caixin erhobene PMI im Februar wieder gefallen. Mit 49,0 liegt der offizielle PMI auf dem tiefsten Stand seit November 2011, der von Caixin mit 48,0 auf einem 5-Monatstief. Dies deutet auf eine weitere Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft hin, vor allem in der Industrie. Der Druck auf die Metallpreise hält sich allerdings in Grenzen. So sind zum einen die chinesischen Aktienmärkte heute spürbar gestiegen.

Zum anderen dürften die Daten durch das Neujahrsfest verzerrt sein. Darüber hinaus gehen die Marktteilnehmer wohl davon aus, dass es zu weiteren geld- und fiskalpolitischen Lockerungsmaßnahmen in China kommen wird. Preisunterstützend wirken auch Meldungen aus Chile, wonach die dortige Kupferproduktion gemäß Daten der Statistikbehörde INE im Januar im Vergleich zum außerordentlich hohen Vorjahresniveau um fast 14% auf 453,6 Tsd. Tonnen gesunken ist. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2015 und auf Produktionskürzungen im Zuge der deutlich gefallenen Kupferpreise zurückzuführen.


Agrarrohstoffe

Neben ersten US-Ernteschätzungen für 2016/17 (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern) hat das US-Landwirtschaftsministerium am letzten Freitag auch Schätzungen zur Nachfrage und zu den Lagerbeständen für Mais, Weizen und Sojabohnen veröffentlicht. Bei Mais steht der steigenden US-Ernte auch eine steigende Nachfrage nach US-Mais für die Tierfütterung und den Export gegenüber. Diese soll aber auch im kommenden Erntejahr hinter dem Angebot zurückbleiben. In der Folge steigen die US-Maislagerbestände zum Ende des Erntejahres auf fast 2 Mrd. Scheffel und das Lager-Verbrauchs-Verhältnis auf 14,4%, was dem höchsten Niveau seit 11 Jahren entsprechen würde.

Bei Weizen sollen die US-Lagerendbestände trotz einer geringeren US-Weizenproduktion auf 989 Mio. Scheffel steigen. Das Lager-Verbrauchs-Verhältnis fällt aufgrund einer stärkeren Nachfrage zwar leicht auf 47,3%, bliebe damit aber auf einem außerordentlich hohen Niveau. Bei Sojabohnen erwartet das USDA einen Anstieg der Nachfrage aufgrund höherer Exporte.

Da gleichzeitig die US-Produktion rückläufig sein soll, werden die Lagerendbestände auf 440 Mio. Scheffel und das Lager-Verbrauchs-Verhältnis auf 11,4% sinken. Beides entspräche aber noch immer dem zweithöchsten Niveau der letzten 10 Jahre. Von drohenden Knappheiten kann somit weder bei Mais, Weizen noch bei Sojabohnen die Rede sein. Die Preise werden damit auf absehbare Zeit niedrig bleiben.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt spiegelt nicht die Meinung des Website-Betreibers und stellt keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Beachten sie bitte auch unseren Disclaimer!



"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"
In Ausübung dieses Rechtes wird allen Behörden, insbesondere Ämtern, juristischen Personen öffentlichen Rechts,
in dieser Weise beliehenen Personen und Anstalten öffentlichen Rechts der Zutritt zu unseren Netzseiten verboten!"

Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2016.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!