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Der Feldzug gegen Bargeld

10.03.2016  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Das Bestreben, die Bargeldverwendung zu erschweren, ist ein weiterer Schritt, durch den der Staat Freiheitsrechte verletzt und zerstört.

Die Debatte um das Ende des 500-Euro-Scheins zieht globale Kreise: Vorige Woche forderte Ex-US-Finanzminister Lawrence Summers nicht nur die Abschaffung der 100 US-Dollarnote. Schon auf dem nächsten G20-Gipfel im September in China sollten die führenden Wirtschaftsmächte in einem Abkommen alle großen Geldscheine verbannen, so der Harvard-Professor, dessen Unterschrift noch heute auf zahllosen Greenbacks zu finden ist.

In der politisch-medialen Debatte wird gern argumentiert, durch eine Bargeldeinschränkung ließen sich Geldwäsche, Terrorismus oder Steuerhinterziehung wirksam entgegentreten. Doch das Ende der 500-Dollar- und noch größeren Scheine 1969 hat die kriminellen Aktivitäten in den USA nicht zurückgedrängt - stattdessen werden eben mehr 100er oder 50er genutzt.

Hinter dem Vorhaben, Bargeldzahlungen zu beschränken, verbirgt sich etwas ganz anderes: Die Staaten wollen Negativzinsen einführen. So sollen die aus dem Ruder gelaufenen Staats- und Bankschulden entwertet werden. Werden aber Negativzinsen auf Bankeinlagen erhoben, werden die Kunden versuchen, sich der Enteignung zu entziehen - indem sie ihre Guthaben in bar abheben. Ohne Bargeld wäre dieser Fluchtweg versperrt.

Die Attacke auf die Banknoten wird von namhaften Ökonomen unterstützt. Sie behaupten, der "natürliche Zins" sei mittlerweile negativ. Die Zentralbanken müssten daher den Einlagezins unter null drücken, weil sich nur so Wachstum und Beschäftigung fördern ließen. Doch der "natürliche Zins" kann nicht negativ sein, denn das ist derjenige Zinssatz, der sich ohne Manipulation durch die Zentralbank einstellen würde. Die Negativzinspolitik ist zudem nicht nur Heil-kur, sondern sie verursacht schwerwiegende wirtschaftliche Schäden, wie jeder Sparer am eigenen Konto erkennt.

»Die Bargeldbeschränkung erleichtert es den Staaten, Negativzinsen einzuführen.«

Der Bargeldentzug greift zudem in die Freiheitsrechte der Bürger ein. Der Bürger hätte dann bei Zahlungen keine Wahlmöglichkeit mehr, denn der Staat hält ja das Zwangsmonopol der Geldproduktion. Zieht der Staat das Bargeld ein, müssen alle Transaktionen elektronisch abgewickelt werden.

Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, bis der Fiskus quasi in Echtzeit erfährt, wer was wann kauft, und wer wann wohin reist. Der Bürger ist vollends gläsern - und seine Privatsphäre ist endgültig perdu. Allein schon die prinzipielle Möglichkeit, jederzeit ungewollt bespitzelt werden zu können, verletzt fundamentale Freiheitsrechte des Bürgers.

Das Vorhaben, die großen Geldscheine abzuschaffen - ist symptomatisch für das Grundproblem unserer Zeit: Der Staat - der territoriale Zwangsmonopolist, der zum obersten Richter für alle Konflikte mutiert ist - ist dabei, immer mehr Freiheiten der Bürger und Unternehmer zu unterwandern, einzuschränken und letztlich zu zerstören.

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Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH



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