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China mit robusten Rohstoffimporten im Februar

08.03.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Der Höhenflug der Ölpreise setzt sich fort. Gestern legten Brent und WTI um weitere 5,5% zu. Brent stieg erstmals seit drei Monaten über die Marke von 40 USD je Barrel. In der Spitze erreichte Brent gestern 41 USD je Barrel. WTI verteuerte sich bis auf 38 USD je Barrel, was dem höchsten Stand seit Anfang Januar entspricht. Erstmals seit acht Monaten notiert Brent wieder über der 100-Tagelinie, was technische Anschlusskäufe ausgelöst haben dürfte.

Die spekulativen Finanzanleger verstärken mit ihren Käufen den Preisanstieg. Laut gestern veröffentlichter Positionierungsdaten der ICE stiegen die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent in der Woche zum 1. März um weitere 15,4 Tsd. auf ein neuerliches Rekordniveau von 326,1 Tsd. Kontrakte. Seit Jahresbeginn haben sich die Wetten auf steigende Preise damit nahezu verdoppelt.

China hat im Februar rekordhohe 8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag importiert. Das sind 20% mehr als im Vorjahr. Ein Teil davon dürfte in den Lageraufbau gegangen sein, so dass die Importe in den kommenden Monaten daher etwas niedriger ausfallen dürften. China dürfte damit im letzten Monat die USA als weltgrößter Rohölimporteur überholt haben.

Laut den vorliegenden Wochendaten des US-Energieministeriums betrugen die US-Rohölimporte im Februar 7,8 Mio. Barrel pro Tag. Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass die US-Ölproduktion auf den Einbruch der Bohraktivität reagiert. Die US-Schieferölproduktion soll im April laut US-Energiebehörde EIA um 106 Tsd. auf 4,87 Mio. Barrel pro Tag sinken. Das wäre der sechste Rückgang in Folge und das niedrigste Produktionsniveau seit Juli 2014.


Edelmetalle

Im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag steigt Gold auf rund 1.275 USD je Feinunze und damit in Reichweite seines 13-Monatshochs von letztem Freitag. In Euro gerechnet legt Gold nicht ganz so stark zu, da der US-Dollar leicht abwertet. Silber hält sich bei etwa 15,7 USD je Feinunze. Auch Platin verteidigt seine Gewinne. Der Preis stieg gestern erstmals seit Ende Oktober wieder über die psychologisch wichtige Marke von 1.000 USD je Feinunze.

Seit Jahresbeginn weist Platin damit ein Plus von 12% auf. Unterstützung erhält der Preis offenbar von der Investorenseite: Während die ETF-Abflüsse zum Erliegen gekommen sind, sind die spekulativen Finanzinvestoren auf den fahrenden Zug aufgesprungen und haben ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 1. März auf ein 4-Monatshoch von 19,8 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. Damit haben sie den Preisanstieg wohl verstärkt. Da Platin zuletzt etwas stärker gestiegen ist als Gold, ist die Preisdifferenz auf 270 USD geschrumpft.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für Palladium. Der Preis ist gestern um weitere gut 4% auf über 570 USD je Feinunze gestiegen und hat damit ein 4-Monatshoch erreicht. Mit dem gestrigen Preisanstieg hat Palladium sämtliche Verluste seit Jahresbeginn wieder aufgeholt. Auch hier gibt es seit einigen Tagen keine ETF-Abflüsse mehr. Im Gegensatz zu Platin zeigen sich die spekulativen Finanzinvestoren hinsichtlich Palladium aber noch sehr zurückhaltend. Die Netto-Long-Positionen liegen hier sogar auf dem tiefsten Stand seit August 2012.


Industriemetalle

Das Nationale Statistikbüro Chinas hat heute Morgen die Handelsbilanz für Februar veröffentlicht, welche deutlich schwächer ausfiel als erwartet. Die Importe von Rohstoffen zeigten sich allerdings sehr solide. Gemäß Daten der Zollbehörde gingen die Einfuhren von Kupfer und Eisenerz im Vergleich zum Vormonat zwar etwas zurück, dies war aber dem Neujahrsfest geschuldet. Zudem stiegen die Kupferimporte im Vergleich zum Vorjahr um 49% auf rund 420 Tsd. Tonnen.

Die Eisenimporte lagen mit 73,6 Mio. Tonnen gut 8% über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Die chinesische Nachfrage nach Rohstoffen im Allgemeinen und Metallen in Speziellen zeigt somit bislang keine Schwächeanzeichen.

Der Preis für nach China geliefertes Eisenerz verzeichnete gemäß Daten von Metal Bulletin gestern mit +19% den größten Tagesanstieg seit Bestehen der Datenreihe. Mit 63,7 USD je Tonne kostet Eisenerz aktuell so viel wie zuletzt im Juni 2015. Auch die chinesischen Stahlpreise sind zuletzt deutlich gestiegen - seit Jahresbeginn um 28%. Offenbar gibt es große Erwartungen, dass die chinesische Regierung umfangreiche Infrastrukturprogramme umsetzt, um ihr ausgegebenes Wachstumsziel zu erreichen.

Darüber hinaus haben einige kleinere und private Stahlhersteller im Zuge der gestiegenen Stahlpreise ihre Produktion zuletzt wieder ausgeweitet, was zu einer höheren Eisenerznachfrage beiträgt. Wir erachten den gestrigen Preisanstieg als übertrieben und nicht nachhaltig. Der seewärtige Eisenerzmarkt bleibt auf absehbare Zeit klar überversorgt und in China sollen perspektivisch die Überkapazitäten in der Stahlbranche abgebaut werden. Dies spricht unseres Erachtens für niedrigere Eisenerzpreise.

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Agrarrohstoffe

China hat im Februar 4,51 Mio. Tonnen Sojabohnen importiert. Das waren 20% weniger als im Januar, aber 6% mehr als im Vorjahr. Die Markterwartung lag bei 4 Mio. Tonnen. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes sind die Zahlen nach unten verzerrt, da viele Verarbeiter ihre Aktivitäten während dieser Zeit vorübergehend einstellen. Zudem kam es im Februar zu Lieferverzögerungen aus Brasilien. In den kommenden Monaten ist daher mit deutlich höheren Sojabohnenimporten zu rechnen. Wir wir gestern berichtet hatten, erwartet ein chinesisches Handelshaus für das laufende Erntejahr rekordhohe Sojabohneneinfuhren.

Dank der jüngsten Regenfälle haben sich die Aussichten für die bevorstehende Zwischenernte von Kakao im wichtigsten Produzentenland Elfenbeinküste verbessert. Die Trockenheit und starke Harmattan-Winde hatten zuvor Sorgen vor Ernteausfällen geschürt. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Regenfälle noch rechtzeitig genug kamen und ausreichend sind, um Ernteausfälle zu verhindern.

Die Internationale Kakaoorganisation geht in ihrem Ende Februar veröffentlichten Quartalsbericht davon aus, dass die Kakaoernte in der Elfenbeinküste um 6,3% auf 1,69 Mio. Tonnen zurückgehen wird. Die ICCO warnte dabei explizit vor einer schwächeren Zwischenernte, welche auch die Gesamternte beeinträchtigen dürfte.



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