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Finanzanleger setzen verstärkt auf steigende Preise

14.03.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise geben zum Auftakt in die neue Handelswoche nach. Brent fällt unter 40 USD je Barrel, WTI unter 38 USD je Barrel. Der Iran hat am Wochenende klargestellt, sich erst nach dem Erreichen eines Produktionsniveaus von 4 Mio. Barrel pro Tag an der Deckelung der Ölproduktion beteiligen zu wollen. Dadurch sind die Aussichten auf eine breite Einigung auf Produktionsobergrenzen geschrumpft. So hatte beispielsweise Kuwait eine Beteiligung des Iran als Bedingung dafür gemacht.

Die Internationale Energieagentur IEA sieht dessen ungeachtet den Boden bei den Ölpreisen erreicht. Die IEA hat ihre Schätzung für das Nicht-OPEC-Angebot in diesem Jahr nach unten revidiert und erwartet nun einen Rückgang um 750 Tsd. Barrel pro Tag (bisher 600 Tsd. Barrel pro Tag). Der Bedarf an OPEC-Öl steigt daraufhin 2016 auf 31,9 Mio. Barrel pro Tag, im 2. Halbjahr auf 32,8 Mio. Barrel pro Tag. Sofern die OPEC ihre Produktion vom gegenwärtigen Niveau nicht weiter erhöht, wäre der Ölmarkt in der zweiten Jahreshälfte ausgeglichen. Bislang rechnete die IEA damit erst im kommenden Jahr.

Die Bohraktivität in den USA zollt den niedrigen Preisen weiterhin Tribut und ist laut Baker Hughes die 12. Woche in Folge gefallen. Sie liegt mit 386 aktiven Ölbohrungen auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2009. Die Zahl der aktiven Öl- und Gasbohrungen zusammengenommen ist sogar auf den tiefsten Stand seit mindestens 1940 gefallen. Die spekulativen Finanzanleger setzen vor diesem Hintergrund verstärkt auf einen steigenden WTI-Ölpreis. Gemäß der am Freitag nach Handelsschluss veröffentlichten CFTC-Statistik sind die spekulativen Netto-Long-Positionen um gut 40 Tsd. auf 165,3 Tsd. Kontrakte gestiegen, was dem höchsten Niveau seit vier Monaten entspricht.


Edelmetalle

Gold erholt sich zu Beginn der neuen Handelswoche von seinen Verlusten von letztem Freitag und handelt bei rund 1.255 USD je Feinunze. Wegen der stark gestiegenen Aktienmärkte verlor Gold Ende letzter Woche zeitweise über 30 USD je Feinunze und fiel unter 1.250 USD. Der weiterhin feste Euro hat dabei wohl noch größere Verluste verhindert. Dieser führt aber auch dazu, dass Gold in Euro gerechnet heute Morgen vorübergehend unter 1.120 EUR je Feinunze auf ein 2-Wochentief fällt. Zur aktuellen Preisschwäche dürften unseres Erachtens aber auch Gewinnmitnahmen beitragen. Denn der Preisanstieg zuvor war auch spekulativ getrieben.

Gemäß Daten der CFTC wurden bei Gold an der Comex in New York die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 8. März weiter auf nun 127,4 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Dies war der achte Aufbau von Netto-Long-Positionen in den letzten neun Wochen. Ende 2015 bestanden noch Netto-Short-Positionen von 27,2 Tsd. Kontrakten. Seit Jahresbeginn wurden über den Futures-Markt somit umgerechnet 481 Tonnen Gold gekauft.

Im Vergleich dazu sind den Gold-ETFs seitdem 277 Tonnen zugeflossen. Auch der Preisanstieg von Silber war spekulativ unterstützt. Hier liegen die Netto-Long-Positionen wieder bei fast 50 Tsd. Kontrakten und damit in Reichweite des Allzeithochs. Preisrücksetzer sind daher auch hier unseres Erachtens jederzeit möglich.

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Industriemetalle

Freundliche asiatische Aktienmärkte sorgen dafür, dass die meisten Metallpreise fester in die neue Handelswoche starten und somit ihre Gewinne vom Freitag leicht ausbauen. Kupfer steigt zeitweise wieder über die Marke von 5.000 USD je Tonne und steht kurz davor, die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie zu überschreiten. Dies könnte zu technisch bedingten Anschlusskäufen führen und dem Preis weiteren Auftrieb geben.

Wie die CFTC-Statistik zeigt, war der vorherige Preisanstieg von Kupfer über die 5.000 USD-Marke zu Beginn des Monats stark spekulativ getrieben. Denn in der Woche zum 8. März wurden an der Comex in New York die Netto-Long-Positionen von Kupfer auf 27,8 Tsd. Kontrakte fast verfünffacht. Dies ist der höchste Stand seit Ende Mai 2015. Damit hat sich Korrekturpotenzial aufgebaut. Denn im Falle von Gewinnmitnahmen dürfte der Kupferpreis unter Druck geraten. Mittel- bis langfristig sind unseres Erachtens allerdings höhere Preise gerechtfertigt.

So hat die International Copper Study Group (ICSG) Ende letzter Woche ihre Angebots- und Nachfrageschätzungen revidiert. Demnach soll zwar das erwartete Angebotsdefizit am globalen Kupfermarkt für 2016 mit 56 Tsd. Tonnen geringer ausfallen als bislang prognostiziert. Dies wäre aber dennoch das siebte Defizitjahr in Folge. Für 2017 erwartet die ICSG nur einen kleinen Angebotsüberschuss (20 Tsd. Tonnen). Sollten die Preise niedrig bleiben oder wieder fallen, könnte dies zu stärkeren Angebotskürzungen führen, welche dem Kupferpreis schlussendlich Unterstützung geben sollten.


Agrarrohstoffe

Die verbesserte Stimmung an den Rohstoffmärkten hilft auch den Kaffeepreisen. Arabica-Kaffee verteuerte sich am Freitag um rund 3% auf 125,8 US-Cents je Pfund, Robusta um 1,8% auf 1.427 USD je Tonne. Seit Anfang März sind die Arabica-Preise um fast 12% gestiegen, die Robusta-Preise um 7,6%. Zu dem weiteren Preisanstieg hatte wohl auch die Prognose eines Defizits am Kaffeemarkt 2015/16 in Höhe von knapp 2 Mio. Sack durch das Handelshaus Marex Spectron beigetragen. Dagegen wurde seine Vorhersage eines Überschusses von gut 1 Mio. Sack in der Folgesaison geringer bewertet, zumal Marex Spectron selbst nur von einem kleinen Überschuss spricht.

Dazu passt die Meldung der vietnamesischen Kaffee- und Kakaovereinigung Vicofa, die aufgrund der durch El Niño bedingten Trockenheit die Kaffeeernte 2016/17 des Landes gefährdet sieht. Für das zweitwichtigste Robusta-Land Brasilien hatte auch Marex Spectron seine Prognose für die Robusta-Produktion um 2 Mio. Sack auf 14 Mio. Sack reduziert.

Die Arabica-Produktion kann dagegen von den Regenfällen der letzten Zeit profitieren und soll 42,5 Mio. Sack betragen. Die gesamte Kaffeeernte Brasiliens wäre dann mit 56,5 Mio. Sack 13% größer als 2015/16. Pessimistischer zeigte sich letzte Woche das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik, das die Robustaernte auf nur 10,8 Mio. Sack und die Gesamternte auf knapp 50 Mio. Sack schätzt.





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