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Fed sorgt für steigende Preise

17.03.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise stiegen gestern um bis zu 6% und legen heute weiter zu. Brent stieg am Morgen auf 41 USD je Barrel und nähert sich damit wieder dem letzte Woche verzeichneten 3-Monatshoch. WTI hat mit 39,5 USD je Barrel bereits ein neues 3-Monatshoch markiert. Der Preisanstieg wurde von mehreren Faktoren ausgelöst bzw. begünstigt. Eine unerwartet taubenhafte Fed ließ den US-Dollar am Abend kräftig abwerten (siehe Edelmetalle).

Zudem nahm der Risikoappetit in der Folge deutlich zu. Dies wirkte sich positiv auf die Ölpreise aus. Zudem ist mittlerweile bestätigt, dass es am 17. April in Doha zu einem Treffen von 15 Ölproduzentenländern kommen wird. Dort soll eine Deckelung der Ölproduktion beschlossen werden, auf welche sich Russland und Saudi-Arabien Mitte Februar verständigt hatten. Eine Teilnahme des Iran ist dabei anscheinend keine Voraussetzung mehr. Kuwait hatte dies letzte Woche noch zur Bedingung gemacht.

Russland hatte Anfang der Woche eine Ausnahmeregelung für den Iran ins Spiel gebracht. Ebenfalls preisunterstützend waren die am gestrigen Nachmittag veröffentlichten Lagerdaten des US-Energieministeriums. Demnach stiegen die US-Rohölbestände zwar die fünfte Woche in Folge auf ein neues Rekordniveau. Der Lageraufbau fiel mit 1,3 Mio. Barrel allerdings deutlich geringer aus als erwartet und war zudem auch etwas niedriger als am Vorabend vom API berichtet.

Bei den Ölprodukten kam es erneut zu einem Lagerabbau, was auf eine weiterhin robuste Nachfrage zurückzuführen war. Die US-Rohölproduktion verzeichnete den siebten Rückgang in den letzten acht Wochen.


Edelmetalle

Gold sprang gestern Abend um über 30 USD je Feinunze nach oben und handelt heute Morgen bei knapp 1.270 USD je Feinunze. Dies war der deutlichen Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro auf ein Monatstief und dem Rückgang der US-Anleiherenditen geschuldet, nachdem die US-Notenbank Fed auf ihrer Sitzung die Zinsen unverändert beibehalten hatte. Noch wichtiger allerdings war, dass die Fed signalisierte, die Zinsen in diesem Jahr nicht mehr so stark erhöhen zu wollen wie noch im Dezember angedacht.

Als Grund wird das sich abschwächende Weltwirtschaftswachstum herangeführt. Die Projektionen der FOMC-Mitglieder implizieren nur noch zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr, statt der zuvor projizierten vier Anhebungen. Spielraum für Zinserhöhungen hätte die Fed allerdings, da die Kerninflationsrate in den USA im Februar auf 2,3% angezogen hat, der höchste Stand seit fast vier Jahren. Per se sollten moderate Zinserhöhungen unseres Erachtens einem steigenden Goldpreis nicht entgegenstehen.

Gemäß Daten des Verbands der europäischen Automobilproduzenten (ACEA) zeigt sich der Automarkt in Europa auch in diesem Jahr bislang stark. Demnach wurden in der EU im Februar 1,06 Mio. Autos neu zugelassen, 14,3% mehr als im Vorjahr. Dies war bereits der 30. Monat in Folge mit positiven Jahresveränderungsraten. Fast alle wichtigen Absatzmärkte verzeichneten dabei zweitstellige Zuwachsraten. Der VW-Abgasskandal macht sich bislang nicht in den Zahlen bemerkbar. Die robusten Autoverkäufe sprechen für eine hohe Nachfrage nach Platin und Palladium.

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Industriemetalle

Das Signal der US-Notenbank Fed, die Zinsen in diesem Jahr nicht so stark anzuheben wie zuvor prognostiziert (siehe Edelmetalle), lässt auch die Metallpreise heute Morgen deutlich steigen. Kupfer überwindet sowohl die Marke von 5.000 USD je Tonne als auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie und verteuert sich auf ein 4½-Monatshoch von 5.070 USD.

Auch alle anderen Metalle legen zu, wobei Zink mit einem Plus von über 3% die Gewinnerliste anführt. Unterstützung erhalten die Preise wohl auch von Aussagen des chinesischen Premierministers Li Keqiang, der eine "harte Landung" der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft trotz der Reformbemühungen ausschließt. Hierfür werden unseres Erachtens wohl weitere konjunkturunterstützende Maßnahmen umgesetzt werden müssen, die auch zu einer soliden Nachfrage nach Metallen beitragen dürften.

Daten der International Nickel Study Group zufolge war der globale Nickelmarkt zu Jahresbeginn nicht ausreichend versorgt. Das Angebotsdefizit von 8,1 Tsd. Tonnen im Januar war vor allem auf ein geringeres Angebot zurückzuführen, welches wohl auf die stark gefallenen Preise reagiert hat. Auch die Blei- und Zinkmärkte sind mit leichten Defiziten in das neue Jahr gestartet. Gemäß Daten der International Lead and Zinc Study Group blieb bei Blei das Angebot um 7 Tsd. Tonnen hinter der Nachfrage zurück, bei Zink betrug die Differenz 1 Tsd. Tonnen.


Agrarrohstoffe

Ein nach der Fed-Sitzung deutlich schwächerer US-Dollar gibt den an der CBOT gehandelten Preisen für Weizen, Mais und Sojabohnen seit gestern Abend Auftrieb. Weizen verteuert sich am Morgen auf 475 US-Cents je Scheffel, Mais auf 370 US-Cents je Scheffel und Sojabohnen auf 900 US-Cents je Scheffel. Bei Sojabohnen entspricht dies gleichzeitig dem höchsten Niveau seit mehr als drei Monaten. Zusätzlichen Auftrieb erhält der Sojabohnenpreis durch Nachrichten, wonach in diesem Jahr in den USA weniger Sojabohnen angebaut werden dürften als im letzten Jahr.

Laut einer Umfrage der Brokerfirma Allendale unter Landwirten in 25 US-Bundesstaaten planen diese mit einer Anbaufläche von 82,6 Mio. Morgen. Im vergangenen Jahr lag die Anbaufläche etwas höher bei 82,7 Mio. Morgen. Die Umfrage von Allendale liegt damit aber noch immer etwas über der Flächenschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums von Ende Februar. Diese unterstellte eine Anbaufläche von 82,5 Mio. Morgen.

Bei Mais erwartet Allendale eine Flächenausweitung um fast 3% auf 90,4 Mio. Morgen. Hier liegt Allendale über der USDA-Schätzung von 90,0 Mio. Morgen. Auch bei Weizen geht Allendale mit 51,8 Mio. Morgen von einer höheren Anbaufläche aus als das USDA mit 51,0 Mio. Morgen. Das USDA wird neue umfragebasierte Flächenschätzungen im Rahmen des jährlichen Prospective Planting Reports am 31. März veröffentlichen.



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