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FED Gouverneure doch optimistisch - Europa wieder erholt

22.03.2016  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1250 (08.04Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1230 im asiatischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.07. In der Folge notiert EUR-JPY bei 126.00. EUR-CHF oszilliert bei 1.0908.

Es ist schon verblüffend, wenn man sich die Situation um die Notenbanken ansieht. Kaum hat sich die FED taubenhaft gezeigt und signalisiert, dass sie die positiven Aspekte der letzten Entwicklungen hinten anstellt, da äußern sich zwei nicht stimmberechtige Mitglieder der FED und bringen eine mögliche Erhöhung der Leitzinsen zum nächsten Termin - im April - ins Spiel.

Zwar zählen die beiden Kandidaten Lacker und Lockhart zu den Gouverneuren, die eine optimistische Sicht auf die Wachstums und damit auch die Inflationserwartungen in ihrer Heimat pflegen, allerdings liegt die letzte Entscheidung keine ganze Woche zurück.

Hat sich in den vergangenen Tagen maßgeblich etwas verändert am ökonomischen Umfeld? Nein, das sicher nicht. Was festzustellen ist, ist der Umstand dass die Inflationserwartungen nach dem FED-Entscheid einen deutlichen Satz gemacht haben. Diese Datenbasis ist aber ein äußerst dürftiges Fundament für eine baldige Erhöhung der Leitzinsen, zumindest wenn sich am sonstigen Umfeld nichts ändert. Und genau da bleiben große Zweifel.

Es ist nun nicht mehr unbedingt davon auszugehen, dass der Flirt mit einer technischen Rezession auch zu mehr wird, aber wo bleibt die wirtschaftliche Erholung, die höhere Zinsen verkraftbar oder sogar notwendig macht? Auch im April wird es aller Voraussicht heißen: Patience.

In Europa hat auch die letzte EZB-Runde nicht dafür gesorgt, dass sich - oh Wunder - das wirtschaftliche Umfeld in Windeseile aufhellt. Trotz Minizins und Erholung der Wirtschaft fiel das Verbrauchervertrauen in der Eurozone im März schwächer aus. Der Wert sackte von -8,8 Zählern im Februar auf -9,7 Punkte im Berichtsmonat ab.

Dabei zeigt sich, dass die Lage in Deutschland auf hohem Niveau einen stabilen Trend ausweist. Sowohl Dienstleister 55,5 (+0,2) Punkte, als auch das verarbeitende Gewerbe 50,4 (-0,4) Zähler bleiben deutlich bzw. immer noch über der Wachstumsschwelle, aber der Industriesektor inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit Ende 2014. Unter dem Strich liegt der Composite Index bei 54,1 und damit exakt auf dem Vormonatsniveau, das gleichzeitig ein 5-Monats-Tief war.

Im Berichtsmonat wurde das niedrigste Auftragsplus seit 8 Monaten erreicht, was sich zukünftig negativ im Export spiegeln wird. Deutlich fällt auch die Preiskomponente ins Auge, Einkaufs- und Verkaufspreise versprechen weiter äußerst wenig Preisdruck.

Der wichtige Ifo Index legte deutlicher zu als erwartet - der Geschäftsklimaindex legte um einen Zähler zu statt erwarteter moderater 0,3 Punkte. Auch die Einschätzung der aktuellen Lage und auch der Erwartungsindex legten über Erwartungen zu:

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© Reuters


Spannend wird zu beobachten, wie die GfK Daten für Deutschland ausfallen. Die Einkaufsmanagerindizes zeigen dabei ein gemischtes Bild.

Frankreich zeigt ein geteiltes Bild, wobei auch hier der verarbeitende Sektor schwächer ist. Nach 50,2 Punkten im Februar ist der Wert in den kontraktiven Bereich auf 49,6 gefallen. Die Diensteistungsbranche ist dagegen deutlich von 49,2 auf 51,2 Zähler geklettert.

Der Gesamtindex für Euroland fiel dank der Reformländer positiv aus. Die Entwicklung im Bereich Industrie und Dienstleister lag über den Erwartungen. In Summe stellt sich der Sammelindex "Composite" auf 53,7 Punkte nach 53,0 im Vormonat.

Einen starken Beitrag lieferte der Dienstleistungssektor, der überall Stärke zeigt. Mit 54,0 Punkten legte er deutlich zu (+0,7). Der Sektor Industrie legte um 0,2 Punkte auf 51,4 Zähler leicht zu.

Allerdings zeigt sich eine niedrigere Wachtumstendenz für die kommenden Monate, denn die Beschäftigung entwickelte sich nur noch moderat und mit der niedrigsten Rate seit September und auch die Auslastung der Unternehmen. Auch die Preise bleiben auf sehr niedrigem Niveau.

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© Markit


Es gibt Nährboden für eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung. Dieser wird unterstützt durch die niedrigen Energiepreise. Die Eurozone zeigt aber auch in einem schwierigeren Umfeld 2016 eine gute Widerstandsfähigkeit gegen globale Einflüsse. Somit ist eine Wachstumsrate von 1,5-1,7% dieses Jahr absolut realistisch. Die Zahlen aus den Reformländern werden in zwei Wochen mit den endgültigen Daten von Markit veröffentlicht.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0800 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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