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Schock über Europa - Die Kurse bleiben aber stabil

23.03.2016  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1191 (08.14Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1189 im asiatischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.30. In der Folge notiert EUR-JPY bei 125.68. EUR-CHF oszilliert bei 1.0918.

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Brüsseler Anschläge. Die Nachrichten waren voll mit Vor-Ort-Berichterstattungen aus der belgischen Hauptstadt. Dieser Terrorakt hatte aber nicht das Potenzial die Märkte einbrechen zu lassen. An den wenigen Themen in der Rubrik letzte Nachrichten erkennen Sie, dass die Nachrichtenlage deutlich von den Anschlägen dominiert wurde. Es ist schon bemerkenswert, wie wenig die Börsenkurse reagiert haben. Aber letztlich ist dieser Umstand positiv, denn die Macht der Terroristen darf nicht Dimensionen einnehmen, die unser gesamtes Leben lahmlegen.

Kommen wir kurz zum Tagesgeschäft:

Es gibt wieder mehr Anzeichen für ein solides Wachstumsjahr in Deutschland. Nach dem aufregenden Jahresstart haben sich Kurse und auch Indizes wieder deutlich gefangen. Das mit Spannung erwartete Ifo-Barometer konnte auf 106,7 Punkte zulegen, anstatt wie erwartet auf 105,0 Indexpunkte zurück zu fallen. Damit ist der Absturz nach drei rückläufigen Vormonaten vorerst gestoppt - die Stimmung hat sich wieder aufgehellt. Das große Schreckgespenst von globaler Rezessionsangst ist noch immer nicht vollständig verschwunden, hat aber deutlich an Schrecken eingebüßt.

Der aus Finanzkreisen ermittelte ZEW Konjunkturerwartungsindex stieg ebenfalls - wenn auch nur moderat - und notiert nun bei 4,3 Punkten.

Damit fiel das Wachstum etwas geringer aus als Experten erwartet hatten (5,0). Damit bleibt der Wert deutlich unter dem langfristigen Durchschnittswert von 24,5 Punkten.

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© Reuters


Die Einschätzung der aktuellen Lage allerdings fiel nach 52,3 Punkten im März mit 50,7 ein gutes Stück schwächer aus, anstatt wie erwartet etwas zuzulegen.

In diesem Umfeld hat sich ein Bereich von 10.000 Punkten im DAX und 3.000 Punkte im Eurostoxx herauskristallisiert, der den momentanen Komfort-Bereich darstellt. Bei den Währungen zeigt sich ebenfalls ein Bild, in dem Bewegungen deutlich zurückgegangen sind. EUR/USD bewegt sich aktuell unterhalb der 1,1200-Marke. Risiken sind hier eher auf der Unterseite, nach oben zeigen sich neue Chancen bei Überschreiten der 1,1250-Marke.

EUR/GBP dagegen hat angezogen, denn die Terroranschläge machen einen Brexit wahrscheinlicher. Das Währungspaar bewegt sich knapp unterhalb der 0,7900-Schwelle. Die weitere Ungewissheit könnte hier für einen Effekt Richtung 0,8000 sorgen.

Solange wir über diese minimalen Bewegungen referieren, sehen wir, dass nach den beiden Notenbankwochen (KW 11+12) ein wenig die Luft aus dem Markt ist und eine nachhaltige Neusortierung der Gemengelage nicht auf der Agenda steht.

Umso auffälliger ist in diesem Zusammenhang der Boom aus dem FED-Bezirk Richmond, wo ohne Ankündigung das höchste Industrie-Wachstum seit April 2010 markiert wurde. Dieser famose Ausreißer hinterlässt große Fragezeichen und ist absolut nicht trendfähig. Die Qualität solcher Daten ist extrem zweifelhaft und stark revisionsanfällig.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0800 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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