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Gestiegene Risikoaversion bestimmt die Märkte

24.03.2016  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1177 (07.31 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1160 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.75. In der Folge notiert EUR-JPY bei 126.00. EUR-CHF oszilliert bei 1.0905.

Die Zusammenfassung des gestrigen Tages lässt sich bezüglich der Marktreaktionen mit dem Begriff einer leicht gestiegenen Risikoaversion zusammen fassen, die insoweit Raum griff, als dass der USD an den Devisenmärkten gegenüber dem Euro zulegen konnte. Das Zinsniveau bei Staatsanleihen war im Sektor hoher Ratings rückläufig. Gold konnte jedoch nicht überzeugen. Die USD-Befestigung führte zu Abverkäufen bei der Währung ohne Fehl und Tadel. In wie weit letztere Reaktion als rational betitelt werden kann, sei dahin gestellt.

Entscheidend für die Marktverfassung bleibt das fragile geopolitische Bild. Die "Regime-Change"-Politik des Westens unter Führung der USA zeigt jetzt ihre Folgen in Form der Flüchtlingsströme und der gestiegenen Terrorgefahr.

Kurzfristige Lösungen sind vor dem Hintergrund der zerrütteten Verhältnisse in den Problemländern kaum zu erwarten. Die latenten Risiken aus diesem Problemkreis werden uns mindestens mittelfristig weiter begleiten und einen dämpfenden Einfluss auf das ökonomische Umfeld ausüben.

Die Anpassung der Wachstumsprognose der Wirtschaftsweisen fiel für Deutschland für das Jahr 2016 mit -0,1% auf aktuell 1,5% überschaubar aus. Damit bewegt sich Deutschland trotz der globalen Unsicherheiten im Umfeld des Potentialwachstums.

Das klingt zunächst positiv.

Es gilt aber auch zu untersuchen, welche Hintergründe für die positive Gesamtlage verantwortlich zeichnen.

Denn hintergründig wird die Konjunkturlage durch den schwachen Euro und das extreme Niedrigzinsniveau in wesentlichen Teilen alimentiert.

Dieser Umstand sollte noch einmal verdeutlichen, dass Deutschland aus der Krise der europäischen Problemländer heraus massiv profitiert. Das gilt auch für die Finanzierung unsers Staatsdefizits. Die aus dem gesunkenen Zinsniveau resultierenden Entlastungen sind die entscheidenden Treiber für die Stabilität der deutschen Haushaltslage im internationalen Vergleich.

Diese Umstände betonen die besondere Bedeutung Europas für die deutsche Wirtschaft.

Der Absatz neuer Wohnimmobilien legte per Berichtsmonat Februar von 502.000 auf 512.000 in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung zu. Die Prognose lag bei 510.000.

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© Zerohedge


Aussagefähigkeit gewinnt dieser Bericht bei Berücksichtigung des Jahresvergleichs, um eine Trendaussage zu ermöglichen.

Hier kam es zum zweiten Rückgang in Folge. Per Februar stellte sich der Rückgang auf 6,1% und markierte den stärksten Einbruch seit Juni 2014.

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© Zerohedge


Es ist durchaus verwunderlich, dass die US-Vorwahlen nur eine überschaubare Reaktion an den Finanzmärkten hatten und haben.

Fakt ist, dass die Unsicherheit über die weiteren Wege der USA sowohl in der Innenpolitik als auch der Außenpolitik massiv ist.

Die Tatsache, dass die Finanzmärkte dieses Risiko so gemäßigt bewerten, nehmen wir zur Kenntnis. Das muss nicht so bleiben.

Zusammenfassend wird durch die aktuelle politische Gemengelage, die sich dämpfend auf die Ökonomie niederschlägt, die Dynamik der letzten Trendbewegungen an den Finanzmärkten (freundlicher Aktienmarkt, freundlicher Euro, zunehmende Rohstoffpreise …) beeinträchtigt. Das gibt zunächst Raum für technische Korrekturen.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0800 neutralisiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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