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Preise mehrheitlich unter Druck

29.03.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise starteten mit Abschlägen in die neue Handelswoche, nachdem Brent in der letzten Woche erstmals seit fünf Wochen wieder einen Wochenverlust verzeichnete und WTI im Wochenvergleich unverändert schloss. Gestern gaben die Preise leicht nach. Heute geht es weiter abwärts. Brent handelt wieder unterhalb von 40 USD je Barrel, WTI bei deutlich weniger als 39 USD je Barrel. Der Preisanstieg zuvor ging mit einem kräftigen Anstieg des spekulativen Interesses einher.

Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger bei WTI stiegen in der Woche zum 22. März laut CFTC um 31 Tsd. auf 226 Tsd. Kontrakte. Dies war der fünfte Wochenanstieg in Folge und das höchte Niveau seit neun Monaten. Innerhalb der letzten fünf Wochen haben sich die Netto-Long-Positionen bei WTI mehr als vervierfacht. Noch ausgeprägter ist der Anstieg der Netto-Long-Positionen bei Brent. Diese stiegen in derselben Berichtswoche laut ICE um weitere 13 Tsd. auf ein neues Rekordniveau von 344 Tsd. Kontrakte. Dies war der fünfte Anstieg in den letzten sechs Wochen und der zehnte in den letzten zwölf Wochen.

Seit Jahresbeginn haben sich die Netto-Long-Positionen bei Brent mehr als verdoppelt. Somit hat sich sowohl bei WTI als auch bei Brent ein beträchtliches Korrekturpotenzial aufgebaut. Dieses könnte zu Preisrückgängen führen, sobald die spekulativen Anleger beginnen, Gewinne mitzunehmen. Anlass dazu gibt es jedenfalls. Beide Ölpreise liegen seit Jahresbeginn im Plus (WTI +5%, Brent +6,5%). Wer auf den Tiefständen gekauft hat, liegt sogar mehr als 40% im Plus.

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Edelmetalle

Gold handelt heute Morgen bei knapp 1.220 USD je Feinunze und wird dabei wohl vom leicht schwächeren US-Dollar unterstützt. Gestern veröffentlichte US-Konjunkturdaten führten dazu, dass die Markterwartungen hinsichtlich einer kurzfristigen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed etwas zurückgegangen sind. Gestern fiel Gold zeitweise auf ein 5-Wochentief von unter 1.210 USD. In Euro gerechnet notiert Gold am Morgen bei rund 1.090 EUR je Feinunze, nachdem es gestern zwischenzeitlich bei gut 1.080 EUR ein 5½-Wochentief markiert hatte.

Der sich fortsetzende Preisrückgang dürfte unseres Erachtens auf anhaltende Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Denn in der Woche zum 22. März wurden gemäß CFTC-Statistik die Netto-Long-Positionen bei Gold weiter auf 144,9 Tsd. Kontrakte aufgebaut, der höchste Stand seit Anfang Februar 2015. Dies war zugleich der dritte Wochenaufbau in Folge. Gold konnte davon allerdings nicht mehr profitieren. Von dieser Seite her hatte sich also Korrekturpotenzial aufgebaut und das Schließen einiger dieser Wetten offenbar den Preisrückgang verstärkt.

Auch bei Silber haben die spekulativen Finanzinvestoren wohl zur jüngsten Preisschwäche beigetragen. Denn auch hier wurden die Netto-Long-Positionen zuletzt drei Wochen in Folge aufgebaut. Diese haben mit 54,7 Tsd. Kontrakten sogar ein Rekordhoch erreicht. Wir stufen das Korrekturpotenzial bei Silber daher höher ein als bei Gold. Dies dürfte dazu führen, dass das Gold/Silber-Verhältnis wieder steigt, welches aktuell bereits wieder über 80 liegt.


Industriemetalle

Die Metallpreise starten heute Morgen uneinheitlich in die verkürzte Handelswoche. Kupfer fällt beispielsweise auf 4.900 USD je Tonne, Zink verbilligt sich auf rund 1.780 USD je Tonne. Dagegen legt Aluminium auf knapp 1.500 USD je Tonne zu und auch Blei verteuert sich etwas, so dass es wieder fast gleichauf mit Zink handelt. Im Falle von Kupfer ist die Erholungsbewegung offenbar endgültig ins Stocken geraten. Der Preis notiert mittlerweile wieder unter der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie und die spekulativen

Finanzanleger scheinen diesem ebenfalls die Unterstützung entzogen zu haben. Denn gemäß CFTC-Statistik wurden die Netto-Long-Positionen an der Comex in New York in der Woche zum 22. März die zweite Woche in Folge abgebaut. Mit 23 Tsd. Kontrakten liegen sie aber noch immer auf einem verhältnis¬mäßig hohen Niveau, so dass von dieser Seite weiteres Korrekturpotenzial besteht.

Daten des Weltstahlverbands zufolge wurden auf globaler Ebene in den ersten beiden Monaten des Jahres zusammen 247 Mio. Tonnen Stahl produziert, 5,2% weniger als im vergleichbaren Vorjahrszeitraum. In China ist die Produktion dabei um fast 6% zurückgegangen. Die geringere Produktionsrate dürfte aber gerade in China nicht nachhaltig sein. Denn die zuletzt deutlich höheren Stahlpreise sollten eine wieder höhere Produktion begünstigen. Zudem steht eine nachfragestarke Zeit bevor. Höhere Produktionsraten sollten weiteren deutlichen Preisanstiegen entgegenstehen.


Agrarrohstoffe

China plant offenbar eine Reform seiner Preispolitik bei Mais. Anstatt wie bislang den einheimischen Landwirten Mais zu staatlich garantierten Preisen deutlich oberhalb des Weltmarktniveaus abzukaufen, sollen die Landwirte ab Oktober Subventionen erhalten. China will damit auch einen weiteren Anstieg seiner hohen Maisbestände verhindern. Diese haben sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt und sollen Ende 2015/16 laut USDA auf ein 16-Jahreshoch von 111,5 Mio. Tonnen steigen.

Die Maispreise in China sollen stärker durch den Markt gebildet werden. Dies könnte zu einer Annäherung der chinesischen Maispreise an die deutlich niedrigeren Weltmarktpreise führen. In der Folge könnte China weniger Mais importieren. Die Folgen einer derartigen Politikänderung lassen sich bei Baumwolle beobachten. Dort sind die Importe Chinas in den letzten drei Jahren um 70% eingebrochen. Allerdings trat China im Gegensatz zu Baumwolle bei Mais nur in einem begrenzten Ausmaß als Importeur auf.

Die chinesischen Maisimporte schwankten in den letzten fünf Jahren zwischen 2,5 Mio. und 5,5 Mio. Tonnen, was weniger als 5% der weltweiten Maisimporte entspricht. In einem reichlich versorgten Markt mit rekordhohen weltweiten Lagerbeständen könnten wenige Millionen Tonnen dennoch ausreichen, den Weltmarktpreis weiter zu belasten. Hinzu kommt, dass in den USA trotz drei Jahre in Folge gefallener Maispreise mit einer Ausweitung der Anbaufläche gerechnet wird.



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