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Kriege, Börsencrash und Gold: Gerald Celente über künftige Trends

25.08.2016  |  Mike Gleason
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Mike Gleason: Sie reißen hier wirklich brisante Themen an. Der Wahlkampf geht jetzt in die Endphase. Bislang hat er uns definitiv ein äußerst kurzweiliges Theater geboten und der Unterhaltungswert wird sich womöglich noch steigern. Natürlich steht unser Land hier vor einigen ernsten Herausforderungen und ich will das nicht trivialisieren, aber sagen Sie uns doch bitte, was Sie bezüglich des Kampfes zwischen Trump und Clinton denken und womit Sie in diesem Herbst rechnen.

Gerald Celente: Nun, der Titel der Frühjahrsausgabe unseres Trends Journal lautete im Jahr 2015 "Cowards, Liars, Freaks and Fools: Welcome to the Presidential Reality Show". Das war zwei Monate, bevor Donald Trump ins Rennen ging. Damals setzten wir auf Clinton. Dann überlegten wir es uns anders und setzten auf Trump, weil er die Themen ansprach, die die Leute bewegen.

Sehen Sie sich die Umfrageergebnisse an: Den Wählern ist die Arbeitsmarktlage wichtig, das Einkommen und die Zukunft. Trump hat in dieser Hinsicht besser abgeschnitten als Clinton und angesichts der Tatsache, dass Bill Clinton uns NAFTA und andere Handelsabkommen beschert hat, befindet sich Hillary Clinton auf diesem Gebiet in einer schlechten Ausgangslage. Bei diesen Fragen konnte Trump punkten, bis er ein paar Mal ins Fettnäpfchen trat und begann, seine eigene Kandidatur zu zerstören.

Wahlkampf zu führen ist nicht besonders kompliziert. Ich begann meine Karriere in diesem Bereich noch während des Studiums. Ich war für die Leitung eines Bürgermeisterwahlkampfes verantwortlich und habe neben dem Studium die Wahlkampagne in Yonkers, einer Stadt mit vielleicht 300.000 Einwohnern, koordiniert. Ich habe politische Kampagnen in Westchester County organisiert und arbeitete für den Senat von New York. Außerdem habe ich an der St. John's University amerikanische Politik und Kampagnentechnologie unterrichtet. Ich sage das nur, damit Sie meinen beruflichen Hintergrund auf diesem Feld kennen. Es ist wirklich nicht so schwierig. Man hält sich ans Drehbuch, und wenn man es ändern muss, dann tut man das. Trump kann das nicht.

Wir denken, das Trump als Gewinner hervorgegangen wäre, aber der Wahlkampf ist noch nicht vorüber. Die TV-Debatten werden unserer Ansicht nach letztlich den Ausschlag geben und sie werden wahrscheinlich zu den meistgesehenen TV-Ereignissen der Geschichte zählen. Wir werden also abwarten, wie diese Debatten verlaufen, aber basierend auf den Umfrageergebnissen hatte Trump die wichtigeren Themen. 1992 gab es in den Wahlkampfbüros von Bill Clinton im ganzen Land den Slogan "It's the economy, stupid." Und so ist es auch. Alle anderen Angelegenheiten sind nur Randthemen. Nur die Wirtschaft zählt.


Mike Gleason: Wir nähern uns langsam dem Ende unseres Interviews. Sagen sie unseren Zuhörern doch bitte noch, auf welche Entwicklungen Sie in den kommenden Monaten besonders achten werden. Ihr Unternehmen basiert ja darauf, dass Ihr Team neue Trends identifiziert, bevor alle anderen sie erkennen, und Ihren Abonnenten so die Möglichkeit gibt, sich entsprechend zu positionieren und davon zu profitieren. Was erwarten Sie also in den kommenden sechs bis zwölf Monaten? Welche Schlagzeilen werden wir sehen, die jetzt noch nicht im Gespräch sind?

Gerald Celente: Zum einen glauben wir noch immer, dass ein Börsencrash kurz bevorsteht. Zum anderen bereiten uns Terrorismus und Krieg Sorgen. Das sind zwei der Hauptthemen, mit denen wir uns befassen. Über Terrorismus wird zwar viel geredet, doch niemand will die Ursachen und die Folgen diskutieren. Nehmen wir einmal an, ein anderer Staat hasst unseren Präsidenten und sagt, dass er keine Kontrolle über Nuklearwaffen haben dürfe. Anschließend marschiert dieser Staat in die USA ein, zerstört das Land und tötet alle, die Sie lieben. Würden Sie sich dann nicht auch an den Leuten rächen wollen, die das getan haben?

Und jetzt schauen wir uns einmal den Irak und Afghanistan an. Oder wie wäre es mit Libyen und Syrien? Und wie sieht es im Jemen aus? Die Vereinigten Staaten stellen dort sämtliche Waffen zur Verfügung. Im letzten Jahr wurden Waffen im Wert von 20 Milliarden Dollar geliefert - unter der Regierung des Friedensnobelpreisträgers Obama. Sie sollten das Ding den Drecksnobelpreis nennen. An Saudi-Arabien wurde Kriegsausrüstung für 20 Milliarden Dollar geliefert, mit der die Saudis nun die unschuldige Bevölkerung Jemens bombardieren, und die USA sind Teil dieser Koalition.

Wir denken, dass etwas geschehen wird, das die Menschen von der Wirtschaft ablenkt. Wenn alles andere versagt, wird ein Krieg erklärt. Wir hören das lauter werdende Schlagen der Kriegstrommeln, sei es gegenüber Russland oder China oder sei es im Nahen Osten. Diese beiden Entwicklungen behalten wir genau im Auge - eine beispiellose Panik an den Märkten und ein Ereignis, das die Menschen die Wirtschaft und das Geld vergessen lässt. Das kann beispielsweise ein Terroranschlag sein, entweder ein echter oder ein fingierter.

Im Jahr 2001 war die Situation ähnlich. Die USA erlebten eine ernste Rezession, doch die meisten haben das vergessen. George W. Bushs Beliebtheit sank in den Umfragen auf unter 50% und dabei war er gerade erst seit einigen Monaten im Amt. Plötzlich kamen die Anschläge vom 11. September. Im Anschluss daran wurden die Zinsen auf den niedrigsten Stand seit 46 Jahren gesenkt und die Wirtschaft wurde mit einer falschen Infusion billigen Geldes belebt. Etwas in dieser Art erwarten wir auch heute.

Was die Technologie betrifft, ist mit Fortschritten in der Robotik, der virtuellen Realität und der künstlichen Intelligenz zu rechnen. Auf diesem Gebiet beginnt tatsächlich eine neue Ära und wir denken nicht, dass es sich dabei um eine weitere Dotcom-Blase handeln wird. Der Fortschritt ist echt und es wird zahlreiche Möglichkeiten geben, davon zu profitieren.


Mike Gleason: Mr. Celente, ich möchte mich herzlich für dieses Interview bedanken. Ich freue mich immer über die Gelegenheit mit Ihnen zu sprechen und danke Ihnen, dass Sie Ihre Ansichten so offenherzig mit uns geteilt haben. Bitte sagen Sie unseren Lesern und Zuhörern zum Schluss noch, wie sie all die wichtigen Informationen bekommen können, die Sie online und im Trends Journal veröffentlichen.

Gerald Celente: Nun wir haben das Trends Journal und eine abendliche Sendung während der Wochentage, "Trends in the News". Zudem veröffentlichen wir wöchentlich die Trend Alerts und einmal im Monat den Newsletter Trends Monthly. Nur bei uns können Sie über die Geschichte lesen, bevor sie geschrieben wird. Uns ist bewusst, dass es viele Menschen finanziell nicht leicht haben, deshalb können Sie auch einen Rabatt beantragen. Doch selbst ohne diesen kostet ein Online-Abonnement des Trends Journal nur 99,00 $ im Jahr. Informationen dazu finden Sie unter TrendsResearch.com.


Mike Gleason: Vielen Dank für das hervorragende Interview Mr. Celente. Ich wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende und hoffe, wir hören bald wieder von Ihnen!


© Mike Gleason
Money Metals Exchange


Der Artikel wurde am 19. August 2016 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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