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Der Goldstandard und die fatalen Konsequenzen seiner Abschaffung

31.08.2016  |  Mark J. Lundeen
Seit dem 8. Juli gab es nur einen Tag, an dem der Dow Jones mehr als 1,5% unter seinem letzten Allzeithoch schloss (am 2. August bei -1,51%). Seitdem hat der Aktienindex neun neue Allzeithochs verzeichnet, von denen sieben an sieben aufeinanderfolgenden Tagen erfolgten, vom 12. bis zum 20. Juli. Abgesehen vom konstant geringen Handelsvolumen seit den Tiefs im Februar haben die US-Aktienmärkte den bullischen Anlegern in diesem Jahr keinen Grund zur Beschwerde gegeben.

Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Bullenmarkt, der nach Erreichen des Bodens während der Kreditkrise im März 2009 begann, mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommen ist. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es sinnvoller ist, nach Gründen zum Verkaufen Ausschau zu halten als nach Gründen für weitere Käufe. Solange der Dow Jones jedoch nicht unter das Kursniveau vom 24. Juni (17.442 Punkte bzw. 6,4% unter seinen Hochs) fällt, kann man davon ausgehen, dass es relativ sicher ist, etwaige Positionen vorerst zu halten. Der Aktenindex könnte sogar noch weitere Rekordstände verzeichnen.

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Der nächste Chart zeigt den Dow Jones und seine Stufensumme. Sehen Sie sich den Anstieg zwischen März 2009 und Mai 2015 an. Es gab mehrere Pausen in der Aufwärtsbewegung, insbesondere zwischen Juli 2011 und Januar 2013, als der Index Schwierigkeiten hatte, die 13.000-Punkte-Linie zu überschreiten und sich oberhalb dieser Schwelle zu halten. Meistens überwand der Dow Jones diese großen runden Zahlen in den letzten sechs Jahren jedoch mühelos. Die 18.000-Punkte-Marke bereitet ihm allerdings bereits seit Januar 2015 Probleme, also seit mehr als eineinhalb Jahren.

Werden wir in naher Zukunft den Anstieg des Dow Jones bis auf 19.000 Punkte erleben? Wenn der Offenmarktausschuss der US-Notenbank innerhalb der nächsten Monate die Zinsen erhöht, dann bezweifle ich das. Sie versprechen seit Jahren eine "Normalisierung" des kurzfristigen Zinssatzes, seit der Zeit als Dr. Bernanke noch der Vorsitzende der Federal Reserve war. Eines Tages wird der US-Leitzins vielleicht wieder auf ein "normales" Niveau angehoben, aber ich vermute, dass das erst geschehen wird, wenn ein Bärenmarkt zum Preisverfall an den Anleihemärkten führt und die Fed sich angesichts der steigenden Anleiherenditen gezwungen sieht, ihre Federal Funds Rate ebenfalls zu erhöhen.

Da ich im Hinblick auf die Aktienmärkte ein Pessimist bin, ist es mir egal, ob der Dow Jones noch auf 19.000 oder gar 20.000 Punkte steigt. Welche Kapitalerträge die Aktien den Investoren nach der Finanzkrise auch zu bieten hatten - nunmehr liegt der Großteil der Gewinne hinter uns.

Beachten Sie die kleine Notiz unten im Chart: Seit März 2009 hat der Dow Jones 12.089 Punkte bzw. 185% zugelegt. Es ist vollkommen unrealistisch zu glauben, dass der Markt die Performance der letzten sieben Jahre in den nächsten sieben Jahren noch einmal wiederholt.

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Das Bankensystem ist ein sehr guter Grund, die Aktienmärkte bearish zu betrachten. Während der Kreditkrise von 2007 bis 2009 sind die Bankenaktien 85% abgestürzt, wie der nachfolgende Bear's Eye View (BEV) Chart verdeutlicht. Dabei haben sie auch alle anderen Sektoren mit in die Tiefe gerissen. Seit ihrer Erholung im Juli 2015 scheinen sie sich nun wieder auf dem Weg nach unten zu befinden.

Die Banken haben nach der Krise nicht nur finanzielle Hilfen in Höhe von Billionen von Dollars erhalten, auch die Regeln hinsichtlich der Reserveanforderungen wurden geändert - und wer weiß, auf welche Art sie noch unterstützt wurden, um ihren Bankrott zu verhindern. Angesichts dessen hätte man von ihren Aktien durchaus eine bessere Performance erwarten können. Doch wie der BEV-Chart zeigt, befinden sie sich in der schlechtesten Verfassung seit 1938.

Zwischen 1938 und August 1971, als die US-Regierung dem Bretton-Woods-System und damit auch dem festen Goldpreis von 35 $ je Unze ein Ende setzte, sind die Wertpapiere der Kreditinstitute niemals mehr als 40% eingebrochen. Seit der Finanzkrise scheinen die Banken jedoch nicht in der Lage zu sein, die -40-%-Linie im BEV-Chart wieder zu übersteigen. Das hat mit Sicherheit etwas zu bedeuten.

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Diese Banken sind der Dreh- und Angelpunkt des globalen Zahlungsverkehrs. Wenn sie nicht arbeiten können, kommt der Handel weltweit zum Erliegen, denn dann können die Kunden erhaltene Güter und Dienstleistungen nicht bezahlen und die Unternehmen, die sie bereitgestellt haben, erhalten das ihnen zustehende Geld nicht. Weil die politische Klasse in Washington dem Bankensystem erlaubt hatte, im korrupten Subprime-Hypothekenmarkt mitzumischen, brach das globale Zahlungssystem des Handels während des Crashs fast zusammen. Das war die wirkliche Krise der Jahre 2008 und 2009.


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