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Der Silbermarkt am Wendepunkt? Interview mit Ted Butler

24.09.2016  |  Theodore Butler
Jim Cook: Die aktuellen Entwicklungen am Silbermarkt sind nicht leicht zu verstehen. Können Sie uns eine verständliche Erklärung geben?

Theodore Butler: Zuerst müssen Sie verstehen, dass der Silberpreis an der New Yorker Terminbörse COMEX durch zwei starke, entgegengesetzte Kräfte gebildet wird. Auf der Seite der Shorts stehen die großen Banken und Trader, angeführt von JP Morgan. Vier dieser großen Marktteilnehmer halten 72% aller Short-Positionen der Commercials.


Jim Cook: Ist das nicht extrem manipulativ?

Theodore Butler: Natürlich. Meiner Meinung nach ist das auch vollkommen illegal, aber die Regulatoren sitzen da und drehen Däumchen.


Jim Cook: Heben wir uns dieses Thema für einen anderen Tag auf. Wie sieht es auf der Long-Seite des Silber-Terminmarktes aus?

Theodore Butler: Dort sind die Hedgefonds zu finden, die auch als Managed-Money-Trader bekannt sind. Sie verlassen sich hauptsächlich auf ihre Computer und reagieren auf technische Handelssignale.


Jim Cook: Welche sind das zum Beispiel?

Theodore Butler: Die wichtigsten sind die 50-tägigen und 200-tägigen gleitenden Durchschnitte. Wenn diese vom Kurs nach oben durchbrochen werden, kaufen die Fonds, wenn sie nach unten durchbrochen werden, verkaufen sie.


Jim Cook: Ist der 50-tägige Durchschnitt nicht gerade erst nach unten durchbrochen wurden?

Theodore Butler: Ja, und zum ersten Mal haben die Fonds nicht so viele Kontrakte verkauft wie in der Vergangenheit.


Jim Cook: Warum nicht?

Theodore Butler: Ich weiß es nicht, aber wenn sie nicht verkaufen, wird es zu einer Preisexplosion am Silbermarkt kommen.


Jim Cook: Aber sie könnten noch immer verkaufen, oder?

Theodore Butler: Ja, und das werden sie wahrscheinlich auch tun, denn den großen Short-Tradern ist es bislang noch immer gelungen, die Hedgefonds zum Verkauf ihrer Long-Kontrakte zu bewegen, indem sie den Kurs so weit nach unten drücken, dass er unter die gleitenden Durchschnitte fällt und die Algorithmen der Fonds die Verkaufsorders auslösen.


Jim Cook: Und dann?

Theodore Butler: Dann machen die Großbanken ansehnliche Gewinne und decken einen großen Teil ihrer Shorts ein.


Jim Cook: Und anschließend geht das Ganze von vorne los?

Theodore Butler: Diesmal bin ich mir wirklich nicht sicher. Die Summen, um die es geht, sind einfach zu hoch. Die Inhaber der riesigen Short-Positionen haben an den Gold- und Silbermärkten mehr als 2 Milliarden Dollar eingesetzt - und dabei habe ich JP Morgan noch nicht mit eingerechnet. Das ist mehr als je zuvor. Sie werden nie wieder so hohe Short-Positionen eingehen.


Jim Cook: Befinden wir uns also an einem Wendepunkt, an dem sich der Handel an der COMEX grundlegend ändern wird?

Theodore Butler: Das ist möglich. Vergessen Sie nicht, dass diese großen Trader den Markt manipulieren, um gigantische Profite zu erzielen. Dabei sollten es eigentlich die Minengesellschaften und die Verbraucher in der Industrie sein, die den Preis bestimmen, nicht die großen Spekulanten. Doch die Commercials haben so viel Kapital in Gold- und Silber-Futures investiert, dass sie damit ihre eigene Zahlungsfähigkeit in Gefahr bringen. Das muss eines Tages ein Ende haben und ich denke, dieser Tag ist nicht mehr fern.


Jim Cook: Was wird dann geschehen?

Theodore Butler: Der freie Markt setzt sich durch. Die niedrigen, manipulierten Preise der Vergangenheit werden Geschichte sein und das Kursniveau wird deutlich ansteigen.


Jim Cook: Was passiert, wenn JP Morgan und Konsorten ihre Machenschaften fortsetzen?

Theodore Butler: Vergessen Sie nicht, dass JP Morgan mindestens 500 Millionen Unzen physisches Silber aufgekauft hat. Ein Anstieg der Silberpreise ist im Interesse der Bank.


Jim Cook: Warum lässt sie ihn dann nicht zu?

Theodore Butler: Sie haben die Kurse niedrig gehalten, solange sie ihre Silberreserven weiter aufstockten. Sie haben die günstigen Preise genutzt, um Silber zuzukaufen.


Jim Cook: Erhöhen sie ihre physischen Silberbestände denn weiterhin?

Theodore Butler: Im Moment nicht, sofern ich das beurteilen kann. Ich denke, sie versuchen ihre große Short-Position an Papierkontrakten loszuwerden und hatten damit bislang wenig Glück. Es scheint als würden sie versuchen, eine Silberknappheit zu verhindern. Sie wollen den Silberpreis erst so weit nach unten drücken, dass die technischen Fonds ihnen ihre Kontrakte verkaufen. Auf diese Weise können sie ihre Shorts eindecken, bevor der Silberpreis ansteigt.


Jim Cook: Das klingt ja, als würde sich am Silbermarkt alles nur um JP Morgan drehen.

Theodore Butler: So ist es praktisch auch. Und das Beste daran ist, dass JP Morgan eines Tages in naher Zukunft viel höhere Silberpreise sehen will.


Jim Cook: Ist Silber immer noch die bullischste Geschichte, die je erzählt wurde?

Theodore Butler: Heute mehr als je zuvor.


© Theodore Butler


(Diese Abhandlung wurde vom Silberanalysten Theodore Butler, einem unabhängigen Berater, verfasst. Investment Rarities teilt seine Ansichten nicht notwendigerweise, diese können sich als richtig oder falsch herausstellen.) Exklusiv übersetzt für GoldSeiten.de. Das Original wurde am 12.09.2016 auf der Website www.24hgold.com veröffentlicht.

Informationen zum Abonnement finden Sie unter www.butlerresearch.com.


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