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Gemischte China-Daten

19.10.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise legen am Morgen deutlich zu, nachdem sie gestern zwischenzeitlich unter Druck geraten waren. Brent steigt auf 52,3 USD je Barrel, WTI notiert bei knapp 51 USD je Barrel. Für Rückenwind sorgen die gestern Abend nach Handelsschluss veröffentlichten Lagerdaten des American Petroleum Institute. Diese zeigten einen unerwarteten Rückgang der US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche um 3,8 Mio. Barrel. Auch die Rohölvorräte in Cushing und die Destillatebestände fielen deutlich.

Die offiziellen Lagerdaten des US-Energieministeriums werden heute Nachmittag veröffentlicht. Sollten diese einen ähnlichen Lagerabbau zeigen, würde dies den Ölpreisen weiteren Rückenwind geben. Ebenfalls preisunterstützend war der starke Rückgang der chinesischen Rohölproduktion. Diese fiel im September laut Nationaler Statistikbehörde um knapp 10% gegenüber dem Vorjahr auf 3,89 Mio. Barrel pro Tag. Das war der zweitstärkste Rückgang aller Zeiten und das zweitniedrigste Produktionsniveau in den letzten sechs Jahren nach August.

Damit erklärt sich auch der kräftige Anstieg der Rohölimporte im September auf ein Rekordniveau von gut 8 Mio. Barrel pro Tag. Der Rückgang der chinesischen Rohölproduktion dürfte auf das niedrige Preisniveau zurückzuführen sein, welches Teile der Produktion unrentabel macht. Umso unverständlicher ist, dass die OPEC mit ihrer aktuellen Debatte über Produktionskürzungen die Preise hochredet und damit den Ölproduzenten hilft, die sie eigentlich aus dem Markt drängen wollte. Dies ist bereits in den USA zu beobachten, wo der Trend einer fallenden Ölproduktion allmählich dreht.

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Edelmetalle

Gold ist gestern mit dem Versuch gescheitert, die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie wieder zu überschreiten, handelt heute Morgen mit gut 1.260 USD je Feinunze aber weiterhin in unmittelbarer Nähe dieser Marke. Unterstützung erhielt der Goldpreis gestern durch verhaltene Inflationsdaten aus den USA für September, woraufhin die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed laut Fed Fund Futures nochmals leicht gesunken ist.

Auch die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist wieder etwas zurückgegangen, was die Opportunitätskosten von Gold verringert. Darüber hinaus verzeichneten die Gold-ETFs gestern den fünften, wenn auch moderaten, Tageszufluss in Folge. Wie am Rande der LBMA-Konferenz in Singapur bekannt wurde, erwartet der World Gold Council (WGC) in diesem Jahr für China eine Goldnachfrage von 900-1.000 Tonnen.

Die starke Investmentnachfrage würde demnach die schwächelnde Schmucknachfrage auffangen. Auch die erwartete weitere Abwertung der chinesischen Währung würde zur höheren Goldnachfrage beitragen. Im nächsten Jahr soll sich die chinesische Goldnachfrage laut WGC wieder dem Niveau von 2015 annähern (984,5 Tonnen).

Platin und Palladium scheinen ihren Abwärtstrend zunächst gestoppt zu haben und sich zu stabilisieren. Platin handelt bei gut 940 USD je Feinunze, Palladium kostet rund 640 USD je Feinunze. Ähnlich wie bei Gold sollte der Verkaufsdruck seitens der spekulativen Finanzinvestoren nachlassen, nachdem diese in den letzten Wochen vor allem bei Platin ihre Netto-Long-Positionen stark reduziert hatten.


Industriemetalle

Die Metallpreise reagieren heute kaum auf die am frühen Morgen veröffentlichten Konjunkturdaten aus China. Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros ist die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal wie schon im Vorquartal im Jahresvergleich um 6,7% gewachsen. Premierminister Li Keqiang hatte im Vorfeld gute Daten schon angedeutet.

Die Stabilisierung von Chinas Konjunktur ist hauptsächlich auf eine stärkere Binnennachfrage insbesondere im Immobilien- und auch im Automobilsektor zurückzuführen. Da sich am Häusermarkt aber eine Überhitzung andeutet, hat die chinesische Regierung hier Abkühlungsmaßnahmen getroffen. Diese dürften sich in den nächsten Quartalen negativ auf Chinas Konjunktur auswirken.

Die ebenfalls veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion im September fielen enttäuschend aus. So ist die Industrieproduktion im letzten Monat nur um 6,1% gestiegen. Die Investitionen in Sachanlagen legten immerhin leicht zu. Ob dies ausreicht, die Marktteilnehmer auch von einem zukünftigen soliden Wirtschaftswachstum zu überzeugen, bleibt fraglich.

Die Metallpreise könnten sogar eher unter Druck kommen, da China im September deutlich mehr Metalle und Stahl produziert hat, wodurch dem Markt mehr Angebot zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite sieht der weltweit größte Minenproduzent, BHP Billiton, eigenen Aussagen zufolge erstmals seit langer Zeit wieder Anzeichen einer Erholung der Rohstoffnachfrage.


Agrarrohstoffe

Die brasilianische Zuckerindustrievereinigung Unica hat Hoffnungen auf eine weiter steigende Zuckerrohrernte im Erntejahr 2017/18 einen herben Dämpfer versetzt. Selbst bei vorteilhaften Wetterbedingungen wird die Produktion Unica zufolge in der Hauptanbauregion Center-South (CS) nicht steigen. Deutlich wahrscheinlicher sei vielmehr ein Ernterückgang. Ursache hierfür seien zu geringe Investitionen der Produzenten in die Aufrechterhaltung und Erneuerung der Plantagen in den vergangenen Jahren.

Für dieses Erntejahr erwartet Unica eine Zuckerrohrverarbeitung in CS von 605 Mio. Tonnen. Seit Erntebeginn bis Anfang Oktober wurde in CS 7,5% mehr Zuckerrohr verarbeitet als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zuckerproduktion weist in diesem Zeitraum sogar ein Plus von 20% auf. Denn gleichzeitig wurde ein höherer Anteil Zuckerrohr zu Zucker verarbeitet. Dennoch dürfte der globale Zuckermarkt 2016/17 ein beträchtliches Angebotsdefizit verzeichnen.

Die meisten Schätzungen liegen bei rund 7 Mio. Tonnen. Bei einer niedrigeren Zuckerrohrverarbeitung und damit wahrscheinlich auch geringeren Zuckerproduktion im weltgrößten Produzentenland Brasilien droht dem globalen Zuckermarkt auch 2017/18 ein Angebotsdefizit. Der Rohzuckerpreis bleibt vor diesem Hintergrund gut unterstützt. Dieser notiert seit einem Monat oberhalb von 22 US-Cents je Pfund und erreichte Ende September mit 24 US-Cents ein 4½-Jahreshoch.



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