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Der Krieg gegen das Bargeld geht in die nächste Runde

26.11.2016
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Nicht gerade vertrauenserweckend.
© Bloomberg


In einer Welt der ultraniedrigen und negativen Zinsen, der Bail-ins und der zunehmenden Überwachung der Bürger durch Unternehmen und Regierungen gleichermaßen wird sich der Krieg gegen das Bargeld nachteilig auf Ersparnisse und Vermögensschutz auswirken und in erster Linie dem Staat und den Banken zu Gute kommen. Zu dieser grundlegenden Schlussfolgerung sind wir im Zuge unserer jüngsten Untersuchungen zur "bargeldlosen Gesellschaft" gekommen.

Die Abschaffung des Bargelds bringt größere Risiken für Ihr Vermögen, Ihre Kontrolle über Ihre finanziellen Rücklagen und Anlagen und selbst für ihre persönlichen Daten mit sich. In dem erwähnten Artikel hatten wir eine Reihe von Beispielen angeführt, die illustrierten, dass der Krieg gegen das Bargeld und die Bestrebungen, eine bargeldlose Gesellschaft zu errichten, voranschreiten und sich intensivieren.

Damals konnten wir jedoch nicht wissen, dass der indische Premierminister Narendra Modi sein Land (und den Rest der Welt) bereits einen Monat später mit der folgenden Ankündigung schockieren würde: "Überraschend werden die beiden höchsten Banknoten des Landes abgeschafft, wodurch 86% der insgesamt in Umlauf befindlichen Währung ihre Gültigkeit verlieren", wie Bloomberg berichtete.

Dabei handelt es sich nach Angaben der Regierung um eine Maßnahme zur Bekämpfung des Schwarzgeldmarktes, wobei gleichzeitig gegen Steuerhinterziehung, die Verbreitung von Falschgeld und die Finanzierung terroristischer Aktivitäten vorgegangen werden soll. Edle Ziele, die wir alle unterstützen würden.

Gefolgt wurde diese Nachricht von einer Bekanntmachung der Citibank mit dem Inhalt, dass in den australischen Filialen der Bank künftig keine Bargeldtransaktionen mehr durchgeführt würden. Die Citibank teilte ihren Kunden mit, dass sie "aufgrund der fehlenden Nachfrage" in ihren Filialen keine Banknoten und Münzen mehr ausgeben oder annehmen wird.

Die Gründe für diese beiden Maßnahmen werden im Allgemeinen nicht als unkonventionell betrachtet. Die meisten passen zu der unterschwelligen Botschaft, dass die jüngsten Bemühungen, die Verwendung von Bargeld zu beschränken, gut für die Wirtschaft und auch für die Bürger selbst sind. Aber versuchen Sie mal, das den Indern zu erklären, die seit dem erschütternden Beschluss keine Lebensmittel, kein Wasser oder keine Medizin mehr kaufen konnten. Sagen Sie das den kleinen und mittleren Unternehmen, die jetzt ums Überleben kämpfen und von denen manche aufgrund dieses radikalen Schrittes vielleicht bankrott gehen werden.


Indien: Cash ist kriminell in den Augen der Elite

Modis Ankündigung, die beiden höchsten Banknoten auszutauschen, hatte zur Folge, dass 86% des Bargeldes nicht länger als legales Zahlungsmittel anerkannt werden. Dennoch hatte die indische Regierung keine Skrupel, diese drakonische Maßnahme völlig überraschend zu verkünden und durchzusetzen, ohne der Öffentlichkeit und den Unternehmen in Indien Zeit zu geben, sich darauf vorzubereiten.

Die Entscheidung basierte auf dem rund um den Globus verbreiteten Glauben, dass Personen, die größere Mengen an Bargeld besitzen, möglicherweise in illegale Machenschaften verwickelt sind, Steuern hinterziehen oder schlimmer noch, dass sie Terroristen sind. Warum also sollte man Sie rechtzeitig informieren und warum sollten Sie das Recht haben, Ihr Vermögen und Ihre Ersparnisse in der Form aufzubewahren, die Sie bevorzugen?

Die Times schrieb:

"Ein Großteil des Vermögens, das Indien seit dem Beginn der Wirtschaftsreformen in den 1990er Jahren angesammelt hat, wurde nie versteuert und taucht in keiner Buchführung auf. Stattdessen wurde es in Immobilien, Gold und Auslandsinvestitionen angelegt oder - in manchen Fällen - in Form von Bargeld bündelweise zu Hause eingelagert.

Diese gestapelten Banknoten will Modi ans Licht bringen, der vor zweieinhalb Jahren das Amt des Premierministers übernahm und verspricht, die Korruption einzudämmen. Befürworter seines Plans sagen, dass diejenigen, die über derartige Barreserven verfügen, diese auf ein Bankkonto einzahlen müssen, wo ungewöhnlich hohe Summen eine Überprüfung durch die Steuerbehörden nach sich ziehen werden, oder andernfalls zulassen müssen, dass die Scheine wertlos werden."


Anders als in Australien spielt Bargeld in der indischen Wirtschaft noch immer eine wichtige Rolle, sowohl was den täglichen Zahlungsverkehr anbelangt als auch bei den Ersparnissen. Schätzungen darüber, wie viele Transaktionen in bar abgewickelt werden, reichen von 70% bis 85%. Vollständig auf Cash zu verzichten ist so ungewöhnlich, dass die BBC kürzlich über ein Dorf im Bundesstaat Gujarat berichtete, das bereits vor einem Jahr auf bargeldlose Zahlungen umgestiegen ist.

Über den Rest des Landes wird berichtet, dass Frauen die ganze Nacht über Schlange stehen, um ihre Rücklagen auf die Bank zu bringen. Oft hatten sie das Geld über Jahrzehnte hinweg angespart und als persönliche Absicherung behalten, weil sie den indischen Kreditinstituten und dem indischen Bankensystem im Allgemeinen nicht genügend vertrauten. Kleine Geschäfte waren nicht immer in der Lage, ihren Geldfluss zu verwalten und Personen, die weit gereist waren, um medizinische Versorgung zu erhalten, aber keine Belege für die Herkunft ihrer finanziellen Mittel hatten, konnten das Geld nicht einzahlen, um ihre Behandlung anschließend fortzusetzen.

Der Regierungsbeschluss sorgte für enorme finanzielle Unannehmlichkeiten, allerlei Störungen und allgemeines Chaos. Womöglich werden die Inder dem Bankensystem und der Regierung infolgedessen von nun an noch weniger Vertrauen entgegenbringen. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich stattdessen verstärkt auf einen jahrtausendealten, traditionellen Vermögenswert der indischen Gesellschaft besinnen - Gold.



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