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Brentölpreis auf 16-Monatshoch

02.12.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Der OPEC-Beschluss vom Mittwoch gab den Ölpreisen gestern nochmals Auftrieb. Brent verteuerte sich um knapp 7% und erreichte in der Spitze ein 16-Monatshoch von 54,5 USD je Barrel. WTI stieg dagegen "nur" um gut 3% und blieb knapp unter dem Oktoberhoch von 51,9 USD je Barrel. Das deutlich größere Plus bei Brent erklärt sich größtenteils mit einem Kontraktwechsel. Ohne diesen Effekt wäre Brent um gut 4% gestiegen, also immer noch etwas stärker als WTI.

Im Zuge dessen hat sich die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI auf knapp 2 USD je Barrel ausgeweitet, was letztmals Mitte September der Fall war. Grund hierfür dürfte sein, dass die internationale Ölsorte Brent stärker vom knapperen OPEC-Angebot profitiert als das vornehmlich von US-Faktoren bestimmte WTI. Mit dem deutlich höheren Ölpreis (+13% in den letzten zwei Handelstagen) steigt zudem der Anreiz für die Schieferölproduzenten in den USA, nach Öl zu bohren, was das US-Ölangebot perspektivisch erhöhen wird.

Wir haben unsere Ölpreisprognose nach der OPEC-Sitzung entsprechend angepasst. Im ersten Quartal 2017 sehen wir die Ölpreise aufgrund der OPEC-Produktionskürzung höher als bislang. Denn der Ölmarkt ist dadurch in den kommenden sechs Monaten nicht mehr überversorgt. Wie erwarten Brent bei 53 USD je Barrel im ersten Quartal (bisher 48 USD je Barrel). Das höhere Ölpreisniveau wird aber zu einem schnelleren Anstieg der US-Ölproduktion führen. Dieses zusätzliche Angebot dürfte die Ölpreise im Verlauf von 2017 belasten, so dass wir unsere Jahresendprognose für 2017 auf 48 USD je Barrel gesenkt haben (bisher 55 USD je Barrel).


Edelmetalle

Auch wenn Gold heute Morgen etwas fester bei rund 1.175 USD je Feinunze notiert, bleibt es dennoch im Abwärtstrend. Gestern fiel Gold auf ein 10-Monatstief von 1.160 USD und wurde dabei erneut von deutlich gestiegenen US-Anleiherenditen belastet, welche auf ein 18-Monatshoch von fast 2,5% kletterten.

Auch setzten sich die ETF-Abflüsse gestern den 15. Handelstag in Folge fort. Mit 18,1 Tonnen wurde sogar der höchste Tagesabfluss seit Juli 2013 verzeichnet, der zum Großteil auf den SPDR Gold Trust in den USA zurückzuführen war. Möglicherweise verkaufen die mehrheitlich institutionellen ETF-Investoren Gold, um ihre Verluste am Anleihemarkt aufzufangen. Die US-Anleiheinvestoren verzeichneten im November den höchsten Monatsverlust seit 1990.

Dagegen haben die Kleinanleger die stark gefallenen Goldpreise im letzten Monat offenbar genutzt und verstärkt Goldmünzen gekauft. Gemäß Daten der US-Münzanstalt verzeichneten die Münzabsätze im November mit 147,5 Tsd. Unzen den höchsten Wert seit Juli 2015. Dies entspricht aber lediglich 4,6 Tonnen, verglichen mit ETF-Abflüssen im letzten Monat von 108 Tonnen.

Heute Nachmittag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für November veröffentlicht. Sollte dieser positiv überraschen, könnte Gold weiter unter Druck kommen. Vor dem Hintergrund der Bundespräsidentenwahl in Österreich und dem Verfassungsreferendum in Italien (beide am Sonntag) könnte Gold zu Beginn der neuen Handelswoche aber gefragt sein. Denn in beiden Ländern haben die Anti-Establishment-Kräfte die Oberhand, was je nach Wahl-/Abstimmungsausgang zu Verunsicherung unter den Marktteilnehmern führen könnte.

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Industriemetalle

Das Auf und Ab bei den Industriemetallen geht weiter. Zum Wochenausklang stehen die Metallpreise fast allesamt unter Druck, wenn auch moderat. Gestern gab der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA, der besser ausfiel als erwartet, den Preisen kurzzeitig Unterstützung. Heute belasten offenbar schwächere asiatische Aktienmärkte und die seit gestern leicht gefallenen Ölpreise die Metallpreise.

Große Preisausschläge waren in den letzten Tagen bei Eisenerz (von Metal Bulletin erhobener Preis im chinesischen Hafen von Qingdao mit einem Eisengehalt von 62%) zu beobachten. Auf Preisrückgänge von 4,4% am Dienstag und 6,8% am Mittwoch folgte gestern ein Anstieg um 8,7%. Ein ähnlich großer Preisanstieg war schon letzte Woche zu beobachten. So schnell wie derzeit der Eisenerzpreis hin und her springt, kann sich die fundamentale Marktsituation gar nicht ändern.

Das heißt im Umkehrschluss, dass auch der Eisenerzpreis derzeit stark spekulativ beeinflusst ist. Dies wird deutlich, wenn man sich die Tagesveränderungen an der Börse in Singapur oder in Dalian betrachtet. Wir sehen deutlichen Korrekturbedarf beim Eisenerzpreis. Denn das Angebot wird auf absehbare Zeit die Nachfrage übersteigen. Unseres Erachtens ist ein Preis zwischen 50 und 60 USD je Tonne eher gerechtfertigt als einer zwischen 70 und 80 USD je Tonne (siehe hierzu auch unseren gestern veröffentlichten Jahresausblick für die Industriemetalle und für Eisenerz).


Agrarrohstoffe

Kanada dürfte in diesem Jahr trotz eines frühen Wintereinbruchs hohe Mengen an Weizen und Raps (Canola) geerntet haben. Einer Reuters-Umfrage zufolge rechnen die 13 befragten Analysten und Händler mit einer Weizenernte von 30,7 Mio. Tonnen. Das wäre die höchste Erntemenge seit drei Jahren und 11% mehr als im letzten Jahr. Die Rapsernte wird auf 18,8 Mio. Tonnen geschätzt, was deutlich über der letzten Schätzung der kanadischen Statistikbehörde und 2% über dem Vorjahr liegt. Die Statistikbehörde gibt die endgültigen Ernteschätzungen für 2016/17 am kommenden Dienstag bekannt.

Bei Weizen trägt die hohe kanadische Ernte zum bereits bestehenden Überangebot mit erzielten bzw. erwarteten Rekordernten in Russland und Australien bei. Im Falle von Raps hilft die hohe Ernte in Kanada, die niedrige Ernte in der EU zu kompensieren. Der Rapsmarkt ist deutlich angespannter als der Weizenmarkt, was sich auch an der unterschiedlichen Preisentwicklung bemerkbar macht. Der Weizenpreis in Chicago ist gestern auf ein 2-Monatstief von weniger als 400 US-Cents je Scheffel gefallen und handelt nur knapp über dem Ende August verzeichneten 10-Jahrestief. Mit einem Minus von 15% seit Jahresbeginn weist Weizen die schlechteste Preisentwicklung unter den von uns beobachteten Rohstoffen aus. Der Rapspreis in Paris notiert dagegen mit 411 EUR je Tonne auf dem höchsten Niveau seit April 2014. Seit Anfang Juli hat sich Raps um 17% verteuert und liegt seit Jahresbeginn mit 10% im Plus.



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