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Propaganda - Die Kunst der Public Relations

06.12.2016  |  Uwe Bergold
Dies ist der Buchtitel des Klassikers der Public Relations von Edward Bernays (Neffe von Sigmund Freud) aus dem Jahr 1928. Will man die Verhaltensweisen der Massen (auch an der Börse) und die Manipulationen dieser einigermaßen verstehen, dann gehört dieses Buch - neben "Psychologie der Massen" von Gustave Le Bon und "Massenpsychologie und Ich-Analyse" von Sigmund Freud - zur Pflichtlektüre.

Nur durch das Studium der Verhaltensbiologie und -ökonomie kann man die tagtäglichen massenpsychologischen Erscheinungen an der Börse realisieren und individualpsychologische Fehler vermeiden. Wie kann es zum Beispiel sein, dass, wenn man eine Befragung beim Massenpublikum in Fußgängerzonen durchführen würde, welches die beste Anlageklasse seit dem Jahrtausendwechsel sei, man alles zu hören bekäme (Immobilien, Aktien oder Anleihen), nur nicht Gold, und dies obwohl das Edelmetall eindeutig die beste Anlageklasse war.

Oder warum fühlen sich die meisten Goldbesitzer als "Loser", obwohl ihr Gold doch seit 16 Jahren mit 305 Prozent (i.V. DAX +52%) und auch in diesem Jahr bereits wieder mit 14 Prozent (i.V. DAX -2%) im Plus liegt (siehe hierzu bitte Abbildung 1).

Es kam in der säkularen Gold-Hausse, welche wir zum Jahrtausendwechsel angekündigt haben und auf die wir seitdem strategisch unseren Investmentschwerpunkt legen, nur zu drei negativen Jahren. Und trotzdem höre ich weit und breit meist nur negative Stimmen von Goldinvestoren, welche sich fühlen, als wenn sie in einer Dauer-Baisse wären. Bei der Analyse dieser verhaltensökonomischen Differenz zwischen den objektiven Tatsachen und den subjektiven Gefühlen liefert nun Sigmund Freuds Neffe Bernays einen Ansatz für die Erklärung:

"Moderne Propaganda ist das stetige, konsequente Bemühen, Ereignisse zu formen oder zu schaffen mit dem Zweck, die Haltung der Öffentlichkeit zu einem Unternehmen, einer Idee oder einer Gruppe zu beeinflussen. Die Praxis, bestimmte Assoziationen und Bilder in den Köpfen der Massen zu erzeugen, ist sehr weit verbreitet. Praktisch kein wichtiges Vorhaben wird heute mehr ohne diese Technik ausgeführt, ob man eine Kathedrale bauen, einer Universität Geld stiften, einen Film vermarkten, eine Anleihe ausgeben oder zum Präsidenten gewählt werden will.

Es kann ein Propaganda-Fachmann sein, der diese Maßnahmen in die Wege leitet oder ein dafür abgestellter Amateur; entscheidend ist, dass diese Maßnahmen übergreifend und kontinuierlich stattfinden. In der Summe steuern sie den Geist der Massen auf ähnliche Weise, wie die Befehlsgewalt beim Militär die Soldaten physisch unterwirft."


Bereits 1966 wies der später am längsten amtierende Notenbankpräsident der USA, Alan Greenspan, darauf hin, dass Gold und wirtschaftliche Freiheit unzertrennbar sind und dass Regierungen von Wohlfahrtsstaaten Gold als Eigentumsschutz verteufeln:

"Die Geldpolitik des Wohlfahrtstaates muss also sicherstellen, daß es für die Geldvermögenbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich der Enteignung durch Inflation zu entziehen. Dies ist das schäbige Geheimnis, das hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die versteckte Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozeß." (Auszug aus Gold und wirtschaftliche Freiheit)

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Abb. 1: Goldpreis in EUR/Unze auf Jahresbasis von 12/1978 -11/2016
Quelle: GR Asset Management


Betrachtet man nun die relativ negative Medienresonanz zum Thema Gold, in Bezug zu den anderen Anlageklassen und man kennt die Grundlagen der Public Relations, dann lässt sich der emotionale Zustand und das psychologische Verhaltensmuster der Goldinvestoren leichter erklären. Hinzu kommen die tagtäglichen Analysen und Expertenkommentare, die auf der zugrunde liegenden negativen Medienresonanz ihr Übriges tun.

Wenn ich meine 16 Jahre Goldinvestmentzeit (natürlich inkl. Silber und den Edelmetallaktien) Revue passieren lasse, dann hätte ich problemlos an jedem Handelstag 10 Analysen und Kommentare zur Goldpreisentwicklung lesen können. Bei 250 Handelstagen und 16 Jahren, komme ich auf 40.000 Empfehlungen, welche ich kurz- und mittelfristig umsetzen hätte können.

Was habe ich jedoch getan? Ich habe nur strategisch gehandelt, langfristig zum Jahrtausendwechsel, Gold (Silber und Edelmetallaktien) gekauft und es seitdem unverändert liegen gelassen (bis zum Ende der Gold-Hausse wird sich daran auch nichts ändern). Ich habe bis heute keinen einzigen Trading-Experten oder Analysten getroffen, der die reine Goldpreisentwicklung von +305 Prozent (Vervierfachung!) in den vergangenen 16 Jahren geschlagen hätte (Gold, Silber und Edelmetallaktien zu je 1/3 kamen auf +207 Prozent). Und trotzdem läuft dieses Tradingspiel tagein tagaus weiter und sorgt somit für eine Befriedigung des Spieltriebs der Massen und einen hohen Umsatz bei den Brokern ("Hin und her macht Taschen leer").

Erst durch das Ausblenden des tagtäglichen "Handelsrauschens" und der tagtäglichen Analysen und Expertenkommentare ("Wetterprognosen") visualisieren sich die makroökonomischen Trends ("Ökonomische Jahreszeiten"). Nur durch das Betrachten von langfristigen Datenreihen in möglichst langfristiger Darstellungsform kann man sich dem "Trading-Noise" entziehen und objektiv strategische Entscheidungen treffen.

Das Wesentliche hierbei ist erstens Realisierung der Makroökonomischen Zyklik (wird nur bei realer Betrachtung sichtbar), zweitens Identifikation der strategischen Trendwenden (im "Winter" ist eine andere Anlagestrategie nötig als im "Sommer") und drittens Kontrolle der eigenen Emotionen (während man den Markt nicht kontrollieren kann, ist dies jedoch bei seinen eigenen Emotionen möglich, wenn man ein strategisches Investmentkonzept besitzt).



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