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Volatiler Jahresauftakt

04.01.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise erlebten am ersten Handelstag im neuen Jahr eine regelrechte Achterbahnfahrt. Einem Anstieg am Morgen um knapp 3% auf ein 18-Monatshoch folgte ab Nachmittag ein massiver Rückgang. Von der Spitze verloren Brent und WTI ca. 3 USD und gingen letztlich mit einem Minus von mehr als 2% aus dem Handel. Heute Morgen zeigen sich die Ölpreise leicht erholt. Brent handelt bei knapp 56 USD je Barrel, WTI bei 52,5 USD je Barrel.

Der Preisrückgang dürfte neben dem starken US-Dollar auf Gewinnmitnahmen spekulativer Finanzanleger zurückzuführen sein. Diese hatten ihre Netto-Long-Positionen bei Brent in der Woche zum 27. Dezember fast wieder auf das Rekordniveau von Mitte Dezember ausgeweitet.

Positionsglattstellungen dürften auch zum gestrigen Einbruch des US-Erdgaspreises um mehr als 10% beigetragen haben, was dem stärksten Tagesrückgang seit fast drei Jahren entspricht. Auslöser hierfür waren Vorhersagen milderer Temperaturen in den USA, was für einen niedrigeren Heizbedarf spricht. Spekulative Finanzanleger dürften sich daher von ihren in den Wochen zuvor massiv aufgebauten Netto-Long-Positionen getrennt haben. Diese erreichten Ende Dezember das höchste Niveau seit April 2014.

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Binnen weniger Tage haben sich die CO2-Emissionsrechte um einen Euro verbilligt, allein gestern um gut 11%. Sie haben damit einen Großteil der Gewinne nach dem Votum des EP-Umweltausschusses von Mitte Dezember wieder abgegeben. Neue Belastungsfaktoren lassen sich neben dem gestrigen Rückgang der Energiepreise sowie den höheren Versteigerungsvolumina nicht ausmachen. Damit zeigt sich einmal mehr die stark gestiegene Volatilität im EU ETS.


Edelmetalle

Gold stieg gestern Abend auf 1.165 USD je Feinunze und widersetzte sich damit einigen preisbelastenden Faktoren. So stieg der US-Dollar-Index im Zuge guter US-Konjunkturdaten auf ein neues 14-Jahreshoch. Auch die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen zog zeitweise deutlich an und die US-Aktienmärkte legten ebenfalls zu. Am ersten Handelstag des neues Jahres setzten sich zudem die ETF-Abflüsse fort (3,9 Tonnen).

Der Goldpreis in Euro stieg auf ein Monatshoch von gut 1.115 EUR je Feinunze. Unterstützung erhielt er gestern von überraschend hohen Inflationsdaten aus Deutschland, wo die Teuerungsrate im Dezember auf 1,7% gesprungen ist. Die deutschen Daten deuten auch für den Euroraum auf höhere Inflationszahlen hin, welche heute bekannt gegeben werden.

Heute Abend wird auch das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed vom 14. Dezember veröffentlicht. Auf dieser Sitzung hatte die Fed die Zinsen angehoben und drei weitere Zinserhöhungen für 2017 in Aussicht gestellt.

Platin legte gestern um 3,7% zu und Palladium verteuerte sich um 4,4%. Letzteres setzt seinen Preisanstieg heute Morgen auf knapp 730 USD je Feinunze fort. Möglicherweise haben einige Marktteilnehmer vor allem Palladium in Erwartung rekordhoher Fahrzeugabsätze in den USA gekauft. Die Absatzzahlen für das Gesamtjahr 2016 werden heute Abend veröffentlicht.


Industriemetalle

Die Metallpreise beendeten den gestrigen Handel teilweise deutlich im Minus, obwohl in den USA gute Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. So ist der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Dezember unerwartet deutlich auf 54,7 gestiegen, den höchsten Stand seit zwei Jahren. Wichtige Unterkomponenten wie zum Beispiel der Auftragseingang legten dabei merklich zu. Daraufhin wertete allerdings der US-Dollar spürbar auf, was wohl Preisanstiege der Metalle verhinderte.

Heute Morgen holen die Metalle aber einen Teil ihrer Verluste wieder auf. Sie werden dabei von mehrheitlich festen asiatischen Aktienmärkten unterstützt. Kupfer kostet am Morgen daher wieder mehr als 5.500 USD je Tonne, Nickel erobert zumindest vorerst wieder die Marke von 10.000 USD je Tonne zurück und Zink verteuert sich auf rund 2.570 USD je Tonne.

Wie die nationale Statistikbehörde Ende letzten Jahres berichtete, hat Chile im November 480 Tsd. Tonnen Kupfer produziert, 1,3% weniger als im Vorjahr. Nach elf Monaten lag die Kupferproduktion demnach mit 5,07 Mio. Tonnen 4,3% unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Verantwortlich für den Produktionsrückgang waren neben niedrigeren Metallgehalten in den Erzen eine Reihe von Unfällen, Streiks und schlechte Wetterbedingungen. In diesem Jahr soll sich die chilenische Kupferproduktion laut staatlichen Angaben aber wieder deutlich erholen.


Agrarrohstoffe

Der Baumwollpreis verzeichnete gestern den stärksten Tagesanstieg seit Mitte November. Auslöser waren Erwartungen einer höheren Nachfrage nach Textilien in diesem Jahr und von Steuersenkungen des neuen US-Präsidenten Trump. Das International Cotton Advisory Committee ICAC hob seine Prognose für die globale Baumwollproduktion 2016/17 an. Diese soll nun um 8% auf 22,77 Mio. Tonnen steigen und damit 290 Tsd. Tonnen höher sein als im Vormonat geschätzt. Mit Ausnahme von China steigt die Produktion 2016/17 bei allen wichtigen Anbietern.

Indien ist mit einer Produktion von knapp 6 Mio. Tonnen der weltgrößte Baumwollproduzent. Erst in der letzten Saison hatte Indien China auf Platz 1 der Produzenten abgelöst. In China ist die Baumwollproduktion seit Jahren rückläufig. Die Nachfrage soll laut ICAC bei gut 24 Mio. Tonnen stagnieren. Obwohl bei konkurrierenden Kunstfasern die Preise in den letzten Wochen gestiegen sind, bleiben sie noch immer deutlich billiger als Baumwolle. Dies macht eine Ausdehnung des Baumwollverbrauchs unwahrscheinlich.

Es sollte dennoch zum zweiten Mal in Folge zu einem Defizit am internationalen Baumwollmarkt kommen, auch wenn dieses mit 1,4 Mio. Tonnen nur knapp halb so hoch wie in der letzten Saison sein dürfte. Weltweit sinken daher die Bestände auf 18 Mio. Tonnen. Dies geht allerdings vollständig auf das Konto von China, wo die Lagerbestände um 7% sinken sollen. Lässt man China außen vor, steigen die Bestände im Rest der Welt laut ICAC um 6% auf 8,7 Mio. Tonnen.



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