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Schwacher US-Dollar gibt Edelmetallpreisen Auftrieb

05.01.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise können kaum vom schwächeren US-Dollar und dem vom API gestern nach Handelsschluss berichteten kräftigen Abbau der US-Rohöllagerbestände profitieren. Brent handelt bei gut 56 USD je Barrel, WTI bei etwas mehr als 53 USD je Barrel. Dies deutet auf eine Konsolidierung bzw. einen bevorstehenden Preisrückgang hin.

Laut API gingen die US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 7,4 Mio. Barrel zurück, was dem stärksten Lagerabbau seit Ende September entsprach. Verantwortlich hierfür waren deutlich gesunkene Importe. Dies dürfte aus steuerlichen Gründen erfolgt sein, da in Texas am Jahresende eine Steuer auf die Lagerbestände erhoben wird.

In Cushing kam es dagegen zu einem Lageraufbau. Auch die Vorräte an Ölprodukten sind kräftig gestiegen. Laut einer Bloomberg-Umfrage sank die OPEC-Produktion im Dezember um 310 Tsd. Barrel pro Tag. Zwei Drittel davon entfallen auf Nigeria, wo es zu Produktionsunterbrechungen kam. Da Nigeria von den Produktionskürzungen ausgenommen ist, dürfte die dortige Ölproduktion wieder steigen.

Libyen, welches ebenfalls nicht an die Kürzungen gebunden ist, steigerte seine Produktion um 50 Tsd. Barrel pro Tag. Hier ist im Januar mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Das absolute Produktionsniveau der OPEC ohne Indonesien lag im Dezember bei 33,1 Mio. Barrel pro Tag. Das Produktionsziel seit Januar liegt bei 32,5 Mio. Barrel pro Tag. Berücksichtigt man, dass darin auch gut 700 Tsd. Barrel pro Tag von Indonesien enthalten sind, Nigeria seine Produktion wieder und Libyen seine Produktion weiter erhöht, müsste die OPEC ihr Angebot somit um mindestens 1,5 Mio. Barrel pro Tag reduzieren.


Edelmetalle

Gold legt heute Morgen im Zuge eines schwachen US-Dollar deutlich auf ein 4-Wochenhoch von fast 1.180 USD je Feinunze zu. Aufgrund der abwertenden US-Währung verteuert sich Gold in Euro gerechnet weniger stark auf 1.115 EUR je Feinunze. Aus dem gestern Abend veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed geht hervor, dass die Fed den Wachstumsausblick für die US-Wirtschaft optimistischer sieht als noch zuvor. Sie hat damit mehr Spielraum für Zinserhöhungen.

Allerdings sei der Wirtschaftsausblick auch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. So ist laut dem Protokoll noch unklar, wie sich die Pläne für eine Änderung der Staatsausgaben, Steuern und Regulierung entfalten werden. Ungewöhnlich deutlich hat die Fed zudem auf die negativen Folgen einer weiteren US-Dollar-Aufwertung hingewiesen. Die aus den Fed Fund Futures ableitbaren Zinserhöhungserwartungen sind daher sogar etwas zurückgegangen.

Gemäß Daten der Ward’s Automotive Group wurde in den USA im letzten Jahr ein rekordhoher Autoabsatz verzeichnet. Demnach wurden 2016 17,46 Mio. Autos verkauft, etwas mehr als im Vorjahr. Die Autoverkäufe sind zudem das siebte Jahr in Folge gestiegen. Die starken Autoabsätze wurden allerdings mit hohen Rabatten vor allem in den letzten Monaten des Jahres erkauft. Markterwartungen zufolge dürften die Autoverkäufe in diesem Jahr leicht sinken. Palladium legt heute Morgen weiter auf fast 750 USD je Feinunze zu und hat sich damit in dieser Woche bereits um etwa 10% verteuert.

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Industriemetalle

Mit Ausnahme von Aluminium ging es gestern für die Metalle deutlich nach oben. Den stärksten Preiszuwachs verzeichnete Zink mit einem Plus von 4%. Blei und Nickel verteuerten sich jeweils um mehr als 3%, Kupfer legte um knapp 3% zu. Der Preisanstieg setzte sich im frühen Handel heute Morgen zunächst fort. Wie gestern Abend bekannt wurde, stuft die US-Notenbank Fed die Aussichten für die US-Wirtschaft optimistischer ein als noch zuvor.

Diese Aussage, gepaart mit dem über Nacht schwachen US-Dollar im Nachgang der Veröffentlichung des Fed-Sitzungsprotokolls (siehe Edelmetalle auf Seite 1), gibt den Metallpreisen offenbar Unterstützung. Der Höhenflug der Metallpreise fand aber bereits gestern Nachmittag statt und ist unseres Erachtens wohl eher auf spekulatives Kaufinteresse zurückzuführen, zumal es keine neuen Nachrichten gab. Aus der LME-Statistik zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer geht hervor, dass diese am Jahresende bei den meisten Metallen sehr optimistisch positioniert waren und stark auf steigende Preise gesetzt haben.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gestern berichtete, plant die chinesische Regierung auch in diesem Jahr 800 Mrd. CNY (rund 115 Mrd. USD) in die Ausweitung des Schienennetzes zu investieren. So sollen 2.100 km neue Gleise verlegt und 4.000 km der Bahnstrecken elektrifiziert werden. Zwischen 2016 und 2020 sollen 3.500 Mrd. CNY (etwa 500 Mrd. USD) in das Schienennetz investiert werden. Dies sollte zu einer hohen Nachfrage nach Stahl und Metallen beitragen.


Agrarrohstoffe

Der Weizenpreis in Chicago reagierte auf neue Einschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums USDA zum Zustand der US-Winterweizenpflanzen mit einem Sprung um 3% auf knapp 420 US-Cents je Scheffel. Laut USDA hat sich der Zustand der in der Winterruhe befindlichen Pflanzen im Dezember in fast allen Anbaustaaten verschlechtert, teilweise sogar deutlich. Am stärksten fiel die Verschlechterung in Oklahoma aus, wo Ende Dezember nur noch 25% der Pflanzen als gut oder sehr gut eingeschätzt wurden. Ende November betrug der Anteil noch 53%, vor Jahresfrist sogar 77%.

Im wichtigsten Weizenanbaustaat Kansas lag die entsprechende Bewertung bei 44% (Ende November 52%, Vorjahr 54%). Starke Rückgänge gab es auch in Colorado, Montana und Nebraska. In den beiden Dakotas wurde der Pflanzenzustand dagegen etwas besser eingestuft, in Illinois blieb er unverändert.

Grund für die deutliche Verschlechterung des Zustands der Winterweizenpflanzen ist eine Kombination aus kaltem und trockenem Wetter im Dezember. Dadurch waren die Pflanzen nur unzureichend gegen die niedrigen Temperaturen geschützt. Für die kommenden Tage ist weiterhin kaltes Wetter in den Anbaugebieten der US Plains vorhergesagt. Allerdings könnten Schneefälle für hinreichenden Kälteschutz sorgen. Danach sollen sich die Temperaturen normalisieren, die Trockenheit soll allerdings anhalten.



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