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Gold ist politisch unerwünscht - na und!

12.02.2017  |  Manfred Gburek
Eines muss man Donald Trump lassen: Er versteht es, das Interesse der Weltöffentlichkeit von Tag zu Tag auf sich zu lenken. Dabei sorgt er für so viel Unsicherheit, dass diese über kurz oder lang auch auf die Börsen durchschlagen wird. Wie und in welchem Umfang, steht allerdings in den Sternen. Immerhin ist es aus Sicht solcher Anleger, die massiv in Gold und Silber einschließlich Minenaktien engagiert sind, beruhigend zu wissen, dass sie mit ihrer Übergewichtung der Edelmetalle richtig liegen. Denn die Unsicherheit, die Trump verbreitet, lässt Anleger zunehmend in Gold als sicheren Hafen fliehen, sodass dessen Preis unter Schwankungen steigt, und Silber begleitet Gold nach oben.

Fragt man sich, warum die Preise beider Edelmetalle bei so einem Szenario einschließlich maximaler Verschuldung der Welt und minimaler Zinsen nicht schon längst stärker nach oben geschossen sind, lautet eine plausible Antwort oft: Weil der Goldpreis, sobald er sich anschickt, nach oben durchzustarten, kurzfristig nach unten manipuliert wird - was seinen langfristigen Aufwärtstrend allerdings nicht nachhaltig nach unten bewegt, sondern jeweils nur unterbricht. Das alles zu beweisen, fällt zwar schwer. Aber spätestens, seit Dimitri Speck nach umfangreichen Recherchen in seinem Buch "Geheime Goldpolitik" die verschiedenen Manipulationsmöglichkeiten aufgezeigt hat, ist nicht daran zu zweifeln, dass bestimmte Regierungs- und Zentralbankkreise ihre Hand im Spiel haben.

In der Printausgabe 02/17 von "Tichys Einblick" ist zum Thema Gold ein lesenswerter Beitrag von Dietrich W. Thielenhaus erschienen, der aufgrund einer Umfrage unter Bankern zusätzliche brisante Erkenntnisse zum Thema Gold liefert. Die Banker argumentieren wie folgt:

"Die meist langfristige Goldanlage entzieht der Vermögensverwaltung Potenzial zur gewinnträchtigen Umschichtung und Neuanlage. Dafür nehmen wir den Verzicht auf die an sich attraktiven Handelsspannen beim Goldverkauf als kleineres Übel in Kauf. Im Ernstfall eines wirklichen Crashs mit anschließender Währungsreform würde der private Goldbesitz ohnehin verboten. Davor wollen wir die Kunden schützen. Der Goldmarkt wird offensichtlich mehr denn je von den Notenbanken und Regierungen weltweit gesteuert und manipuliert. Man will die Bürger durch ständige unerwartete Irritationen vom Kauf abschrecken. Der Goldverkauf an private Kunden ist politisch unerwünscht, weil er dem Trend zur Totalkontrolle (Ziel: Bargeldabschaffung) im Wege steht."

Noch pointierter geht es wahrlich nicht. Dazu passt übrigens, dass am 15. Dezember, als alle Welt mehr mit Geschenken zum Weihnachtsfest als mit der Geldwäsche beschäftigt war, zu eben dieser ein Referentenentwurf veröffentlicht wurde. Seine Umsetzung in nationales Recht ist bis zum 26. Juni vorgesehen. Wer an Details interessiert ist, gibt am einfachsten bei Google das Stichwort Geldwäscherichtlinie ein und erhält eine Vielzahl an Beiträgen.

Geht es um den kommenden Trend des Goldpreises, spielt neben der zu erwartenden Entwicklung von Angebot und Nachfrage, neben der Funktion des Goldes als sicherer Hafen oder als Versicherung und neben den manipulativen Kräften auch der Zins eine wichtige, zeitweise sogar dominierende Rolle. Entscheidend ist nun, dass er im Zuge der jüngsten Geldpolitik der Zentralbanken seine Funktion als Marktpreis verloren hat. Er ist - ebenso wie phasenweise der Goldpreis - zu einem Instrument der Manipulation geworden.

Damit schließt sich der Kreis zu Donald Trump. Denn er hat unter anderem dafür gesorgt, dass zum Jahreswechsel mal eben vier Vertreter einer restriktiven Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Fed durch vier Vertreter einer expansiven Geldpolitik ausgetauscht wurden. Trumps Verhältnis zur Fed-Chefin Janet Yellen bleibt derweil gespalten. Einerseits hat er sie während des Wahlkampfes wegen der niedrigen Zinsen beschimpft; andererseits kann er in Anbetracht der Schulden, die er für sein Konjunkturprogramm zusätzlich machen will, alles andere als hohe Zinsen gebrauchen.

Alles, was sich derzeit um die Politik des US-Präsidenten dreht, wirkt unausgegoren; gravierende Veränderungen sind bis auf Weiteres nicht in Sicht. Was bedeutet das für Ihre Anlagestrategie?

Zum Börsentag in Frankfurt am 4. Februar gaben gleich mehrere Referenten bezüglich der Aufteilung des Vermögens anno 2017 die klassische Antwort: je ein Viertel Aktien, Immobilien, Gold und Bares auf dem Tagesgeldkonto. Das ist sicher nicht verkehrt, doch die Vermögensstruktur allein kann nicht das Maß aller Dinge sein. Vielmehr gehört auch das Timing dazu. Denn mal ehrlich: Wer an der Börse oder an sonstigen Märkten zu niedrigen Preisen einsteigt, hat bereits den Grundstein zur Vermögensmehrung gelegt. Es kommt also ganz wesentlich darauf an, vor dem Einstieg so intensiv zu recherchieren, dass der Anlageerfolg sich danach wie von selbst einstellt.

Das kostet zwar sehr viel Zeit, aber worin besteht die Alternative? Aus dem Zitat der Banker geht doch klar hervor, dass sie ihren Kunden im Zweifel lieber "zur gewinnträchtigen Umschichtung und Neuanlage" statt zum Goldkauf raten. Daraus folgt, dass diese Art des Bankgeschäfts Abzocke ist. Da mag ein Kunde in Sachen Geldanlage noch so unerfahren sein; im Zweifel hat er, verglichen mit anderen Kunden, schon dann einen finanziellen Vorsprung, wenn er das Umschichtungsgeschäft erst gar nicht mitmacht und stattdessen einfach nur die erwähnte Vierteilung des Vermögens anstrebt.

Das sagt natürlich noch nichts über das Timing aus. Deshalb folgen hier ein paar weitere Überlegungen. Über die Qualität von Gold ist bereits genug gesagt; allein die Tatsache, dass der Realzins, also der Nominalzins abzüglich Inflationsrate, negativ ist, spricht weiterhin für Gold. Ein Viertel auf dem Tagesgelkonto ist nicht zu verachten, wegen der auf 100.000 Euro pro Kunde und Bank begrenzten gesetzlichen Einlagensicherung am besten verteilt über mehrere Banken und Sparkassen. Ein Viertel Bares erscheint in Anbetracht des extrem niedrigen Zinsniveaus zwar hoch, ist aber für die kommende Schnäppchenjagt auf Aktien angemessen. Derweil mögen die Immobilienpreise noch ein wenig steigen, überzogen sind sie bereits jetzt.

Die große Unbekannte sind die Aktienkurse, speziell in Deutschland, wo sie stark abhängig von ausländischen, überwiegend amerikanischen Fonds und Vermögensverwaltern sind. Sollte denen einfallen, sich von heute auf morgen von einem Teil ihrer Aktienbestände zu trennen, dürften die Kurse purzeln. Dann wären noch so hohe Dividendenrenditen und noch so niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse - sofern überhaupt vorhanden - kein Hindernis.

Vorhersagen lässt sich der Zeitpunkt nicht. Doch die Mentalität der amerikanischen Anlageprofis spricht dafür, dass sie im Zweifel nicht lange fackeln, sobald sie irgendwo ein Haar in der Suppe finden. Die seit zwei Jahren anhaltenden Kurseinbrüche der Pharmaaktien weltweit sind ein typisches Beispiel.

In Börsenphasen wie der aktuellen hat es sich bewährt, Aktienkurse in aller Ruhe zu verfolgen, ohne gleich bei ihrer kleinsten Bewegung nach unten zu kaufen. Fundgruben dafür finden sich weniger in den Dax- als in den MDax-, SDax-, TecDax und in keinem Index aus der Dax-Familie notierten Aktien, weil deren Wachstumspotenzial viel größer ist. Das Verfolgen der Kurse und Kennzahlen ist eine Sache, das weitere Recherchieren eine andere. Der Zeitaufwand ist wie gesagt sehr hoch, in puncto Aktien jedoch alternativlos. Genug Anregungen erhalten Sie auf verschiedenen Internetseiten, wie boersengefluester.de, alpha-star-aktienfonds.de und finanzen.net.


© Manfred Gburek
www.gburek.eu


Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.



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