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Metallpreise auf Höhenflug

13.02.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise gingen am Freitag mit einem Plus von bis zu 2% aus dem Handel. Brent erreichte knapp 57 USD je Barrel, WTI gut 54 USD je Barrel. Auslöser für den Preissprung waren Verlautbarungen der Internationalen Energieagentur IEA, welche in ihrem aktuellen Monatsbericht von einer rekordhohen 90%-igen Umsetzung der OPEC-Produktionskürzungen sprach (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 10. Februar).

Die IEA revidierte außerdem die Prognose für den weltweiten Verbrauch in den Jahren 2016 und 2017 um jeweils 100 Tsd. Barrel pro Tag nach oben. Der Bedarf an OPEC-Öl steigt darauf¬hin in diesem Jahr um 200 Tsd. auf 33,1 Mio. Barrel pro Tag. Die OPEC-Ölproduktion lag im Januar laut IEA-Monatsbericht ca. 1 Mio. Barrel pro Tag niedriger. Die OPEC produziert somit derzeit deutlich weniger Rohöl als benötigt. Sollten die Kürzungen im gegenwärtigen Umfang beibehalten werden, würden die Lagerbestände laut IEA-Einschätzung in den ersten sechs Monaten um 600 Tsd. Barrel pro Tag fallen.

Die OPEC veröffentlicht ihren Monatsbericht heute. Insbesondere wird darauf zu achten sein, was für Produktionszahlen die OPEC-Länder an das OPEC-Sekretariat abweichend zu den auf Sekundärquellen beruhenden Schätzungen gemeldet haben und wie die Umsetzung auf Länderebene aussieht.

Laut IEA kam es dabei zu erheblichen Abweichungen. Saudi-Arabien, Katar und Angola kürzten mehr als nötig, Venezuela, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak dagegen weniger. Meldungen von Reuters unter Berufung auf OPEC-nahe Quellen zufolge produzierten die 11 an den Kürzungen beteiligten Länder im Januar 29,921 Mio. Barrel pro Tag, was einer Umsetzung von mehr als 90% entsprechen würde.


Edelmetalle

Gold legte am Freitag im Umfeld stark steigender Industriemetallpreise und festerer Ölpreise kaum zu und handelt heute Morgen bei gut 1.230 USD je Feinunze. Angetrieben durch die Industriemetalle zog aber Silber an, das nicht nur die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überschritt, sondern auch erstmals seit drei Monaten kurzzeitig wieder über der Marke von 18 USD je Feinunze notierte.

Das viel beachtete Gold/Silber-Verhältnis ist daher heute Morgen unter 69 gefallen, liegt aber noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Das Investoreninteresse ist bei Silber allerdings noch nicht wieder so richtig erwacht, denn den von Bloomberg erfassten Silber-ETFs sind am Freitag nur gut 15 Tonnen zugeflossen. Damit wurden lediglich die Abflüsse der zwei Tage zuvor wieder wettgemacht.

Die spekulativen Finanzinvestoren bauen ihre Netto-Long-Positionen bei Silber gemäß CFTC-Statistik zwar weiter aus, aber nur in kleinen Schritten. Während Platin nicht vom Anstieg der Industriemetallpreise profitierte, verteuerte sich Palladium um 2% auf 785 USD je Feinunze. Heute Morgen gibt es moderat nach.

Wie der Verband der chinesischen Automobilhersteller mitteilte, sind die Autoabsätze in China im Januar im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,1% auf 2,22 Mio. Einheiten zurückgegangen. Der Vorjahreswert stellte aber einen Rekordwert für den Monat Januar dar. Zudem wurden die Steueranreize zum Kauf von Autos mit kleinen Motoren zu Jahresbeginn halbiert.


Industriemetalle

Die Metallpreise zündeten am Freitagnachmittag ohne erkennbare neue Gründe sämtliche Raketen. Der LME-Industriemetallindex stieg um 3,5% auf den höchsten Stand seit Mai 2015. Den größten Preissprung verzeichnete Kupfer mit 4,6%. Der Aufwärtstrend setzt sich heute Morgen fort. Mit 6.200 USD je Tonne handelt Kupfer ebenfalls auf einem 21-Monatshoch. In der "Escondida"-Kupfermine in Chile wird seit Donnerstag gestreikt, am Wochenende kam es dort zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Der Minenbetreiber BHP Billiton hat inzwischen "force majeure" angemeldet. Der Streik wurde aber angekündigt, so dass die eigentliche Arbeitsniederlegung keine Überraschung mehr hätte sein dürfen. In der "Grasberg"-Kupfermine in Indonesien, hinter "Escondida" die weltweit zweitgrößte Kupfermine, hat der Minenbetreiber Freeport-McMoRan wie angekündigt (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 9. Februar) die Produktion von Kupferkonzentrat eingestellt - auch dies also eigentlich keine neue Nachricht.

Neu ist aber, dass sich in Indonesien eine Entspannung andeutet: So hat die Regierung Freeport eine spezielle Minenlizenz erteilt, die allerdings an bestimmte Auflagen gebunden ist und noch verhandelt wird. Die neue Lizenz könnte den Weg zur Wiederaufnahme der Exporte von Kupferkonzentrat ebnen, die seit dem 12. Januar unterbrochen sind. Der starke Preisanstieg von Kupfer seit Freitag dürfte stark spekulativ getrieben sein. Aufschluss darüber wird die LME-Statistik geben, die morgen Nachmittag veröffentlicht wird.

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Agrarrohstoffe

Die Sojabohnenimporte Chinas waren auch im Januar unerwartet hoch. Nach 9 Mio. Tonnen im Dezember wurden nochmals 7,7 Mio. Tonnen Sojabohnen eingeführt. Höher in einem Januar waren sie zuletzt 2010. Zudem lagen sie 35% über dem Vorjahr. Ein Teil geht darauf zurück, dass einige verspätet eintreffende Schiffe nun entladen werden konnten. Vor allem aber machen hohe Verarbeitungsmargen derzeit den Import von Rohware attraktiv. Dies dürfte auch in den nächsten Monaten zu einer dynamischen Importtätigkeit führen.

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat in seinen neuen Prognosen seine Schätzung für die US-Exporte bei Baumwolle angehoben. Anlass dazu gaben die überraschend starken Januar-Exportzahlen. Hohe US-Exporte und eine insgesamt stärker als erwartete globale Nachfrage nach Baumwolle haben den Preis bis zuletzt gestützt. Seit Jahresbeginn liegt Baumwolle rund 10% im Plus und notiert bei rund 77 US-Cents je Pfund auf dem höchsten Niveau seit Frühsommer 2014.

Die US-Industrievereinigung NCC erwartet, dass dies die US-Landwirte zu einer Ausweitung der Baumwollfläche um gut 9% auf etwas über 11 Mio. Morgen veranlasst. Allerdings zeigt sich der NCC skeptisch, dass wieder ein so niedriger Prozentsatz der Fläche wie 2016 vor der Ernte aufgegeben werden muss - zuletzt waren es nur 5% gewesen - und die Erträge nochmals so hoch ausfallen. Daher prognostiziert der NCC einen - wenn auch nur leichten - Rückgang der Produktion.



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