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Der Euro - eine unsichere Währung

18.04.2017  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hat im Euroraum tiefe Spuren hinterlassen: Sie markiert keine konjunkturelle Delle, sondern vielmehr eine unwiderrufliche Kapitalvernichtung. Beispielsweise gab es eine ganze Reihe von Unternehmen, die pleitegegangen sind beziehungsweise deren Geschäftsmodelle dauerhaft an Wert verloren haben. Das lässt sich beispielsweise an den Börsenkursen ablesen.

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Quelle: Thomson Financial. 1) Januar 1999 = 1


Der Euro Stoxx 50 Aktienmarktindex befindet sich im April 2017 nur wenig höher als noch zu Beginn der Euroeinführung im Januar 1999. Der amerikanische S&P 500 Aktienmarktindex hingegen hat sich im Gesamtzeitraum fast verdoppelt. Seit etwa Anfang 2009 haben sich die Aktienindizes ganz deutlich voneinander abgekoppelt - zu Gunsten der amerikanischen Aktien.

Die Produktionsleistung im Euroraum ist nicht nur im Zuge der Krise - wie übrigens in anderen Währungsräumen auch - merklich abgesackt. Sie hat sich auch verlangsamt. Die wirtschaftliche Dynamik im Euroraum ist mittlerweile sogar hinter Japan zurückgefallen. Vor allem aber liegt die Wachstumsrate des Euroraums nunmehr deutlich unter der in den USA und Großbritannien.


Zur Bestimmung der Wechselkurse

Es gibt eine ganze Reihe von Theorien, um den Wechselkurs zwischen zwei Ländern zu erklären. Die "Kaufkraftparitätentheorie" besagt beispielsweise, dass steigende Güterpreise in einem Land (Preisinflation) die Währung abwerten lassen. Die "Zinsparitätentheorie" besagt, dass der Wechselkurs einer Währung aufwertet (abwertet), wenn der heimische Zins gegenüber dem Auslandszins steigt (fällt). Zudem gibt es Ansätze, den Wechselkurs durch Finanzströme beziehungsweise Finanz-Portfolioüberlegungen zu erklären.

Alle diese (und weitere) Erklärungsversuche sind jedoch mehr oder weniger unvollständig. Denn der Wechselkurs einer Währung beruht stets auf den Erwartungen, die die Marktakteure zu einem bestimmten Zeitpunkt mit Blick auf zum Beispiel Preise und Zinsen haben. Diese Erwartungen lassen sich in der Regel aber nicht messen, und rückblickend ist nicht gesichert (ja vielmehr wahrscheinlich), dass sich die Erwartungen auch mit dem tatsächlichen Eintreten der Geschehnisse decken. So gesehen sind alle Erklärungsversuche der Wechselkurse mit mehr oder weniger großer Unsicherheit behaftet.


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Quelle: Thomson Financial. 1) Serien sind indexiert (Q3 2007 = 100)


Aus ökonomischer Sicht spricht viel dafür, dass der Rückgang der Wirtschaftslei-tung eines Landes im Vergleich zu anderen Ländern mit einem Rückgang des Außenwertes der Währung verbunden ist. Der Grund: Nachlassendes Wirtschaftswachstum geht in der Regel mit nachlassenden Kapitalrenditen einher - und das verursacht ein Nachlassen des Zustroms von Auslandskapital oder ermuntert inländische Sparer, ihr Kapital im Ausland anzulegen. Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar seit Ausbruch der Krise deutlich abgewertet (siehe nachstehende Grafik).

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Quelle: Thomson Financial. 1) Auf Basis der Aktienmärkte und Konsumentenpreise



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