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Märkte in Wartestellung

21.04.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Der WTI-Ölpreis konnte dank des Kontraktwechsels auch gestern die psychologisch wichtige Marke von 50 USD je Barrel verteidigen, denn der (nun nächstfällige) Juni-Kontrakt notierte bereits im Vorfeld rund 0,5 USD je Barrel höher als der gestern ausgelaufene Mai-Kontrakt. Es fällt auf, dass der Ölmarkt in den letzten Tagen nicht mehr so bereitwillig auf die OPEC-Äußerungen reagiert. So hat auch die gestrige Meldung, dass sich die OPEC-Golfstaaten auf eine Verlängerung des Abkommens verständigt haben, keinerlei Wirkung gezeigt.

Man kann die (fehlende) Reaktion entweder auf eine "Sättigung" zurückführen, weil es diesbezügliche Nachrichten fast im Tagestakt gibt, oder aber auf die Tatsache, dass das wichtigste Ziel des OPEC-Abkommens, nämlich der Abbau der riesigen Lagerbestände für Rohöl und Ölprodukte, weiterhin in weiter Ferne liegt. Daher ist Skepsis angebracht, zumal noch unklar ist, ob das neue Abkommen für sechs oder nur drei Monate gelten soll und ob sich die Nicht-OPEC-Länder anschließen werden.

Auch wandert der Blick des Marktes in Richtung USA. Dort steigt nicht nur das Angebot, auch die Nachfrage zeigt sich robust. Die US-Energiebehörde EIA erwartet in ihrem Ausblick für die Sommerfahrsaison, die von April bis September dauert, eine rekordhohe US-Benzinnachfrage von 9,5 Mio. Barrel täglich. Noch stärker als die Nachfrage nach Benzin sollte die nach Diesel steigen, und zwar um 3,9% gegenüber Vorjahr auf 3,9 Mio. Barrel pro Tag. Als einen wichtigen Grund für die höhere Dieselnachfrage führt die EIA die Produktion von fossilen Energieträgern in den USA selbst an.


Edelmetalle

Gold handelt zum Wochenausklang nahezu unverändert bei rund 1.280 USD je Feinunze. Schon gestern bewegte sich Gold in einer sehr engen Handelsspanne seitwärts. Ein Preisanstieg wurde wohl durch anziehende US-Anleiherenditen und ETF-Abflüsse von 5,5 Tonnen verhindert. Der zwischenzeitlich deutlich schwächere US-Dollar gab dem Goldpreis keinen Auftrieb, zumal die US-Währung im späten Handel ihre Verluste wieder aufholte.

Während Platin und Palladium durch merklich steigende Industriemetallpreise mit nach oben gezogen wurden, stand Silber etwas überraschend unter Druck und gab zum Handelsende um 0,6% nach. Die Marktteilnehmer werden mit Spannung auf die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich am Sonntag schauen. Letzten Umfragen zufolge haben vier Kandidaten Chancen in die Stichwahl zwei Wochen später einzuziehen. Sollten bereits übermorgen die Anti-Establishment-Kräfte deutlichen Zulauf erhalten, könnte dies zu starken Preisausschlägen zu Beginn der nächsten Woche führen. In diesem Fall wäre Gold als sicherer Hafen wohl stark gefragt.

Die russische Zentralbank hat eigenen Angaben zufolge im März 800 Tsd. Unzen bzw. rund 25 Tonnen Gold gekauft - deutlich mehr als im Monat zuvor. Im ersten Quartal hat sie ihre Goldreserven somit um gut 64 Tonnen aufgestockt. Die russische Zentralbank bleibt damit eine der wenigen Zentralbanken, die Monat für Monat beachtliche Mengen Gold zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven kaufen.


Industriemetalle

Gemäß Daten der International Nickel Study Group wies der globale Nickelmarkt in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Angebotsdefizit von 5,5 Tsd. Tonnen auf. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum war der Markt mit 9,4 Tsd. Tonnen im Überschuss. Die Nachfrage legte im Vorjahresvergleich stärker zu als das Angebot.

Letzte Woche schon hatte die International Lead and Zinc Study Group sowohl für den globalen Zinkmarkt als auch für den globalen Bleimarkt ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage für Januar und Februar berichtet. Auch am Zinkmarkt bestand zur gleichen Zeit im Vorjahr noch ein Überschuss. Wie bei Nickel ist auch bei Zink zuletzt die Nachfrage stärker gestiegen als das Angebot. Der Bleimarkt war schon im Jahr zuvor weitgehend ausgeglichen.

Daten der International Copper Study Group zufolge ist auch der globale Kupfermarkt ausgeglichen (saisonbereinigt) ins Jahr gestartet. Die International Study Groups treffen sich nächste Woche zu ihren Frühjahrstagungen und werden im Rahmen derer neue Marktschätzungen für 2017 veröffentlichen.

Wie das International Aluminium Institute berichtete, ist die globale Aluminiumproduktion im März im Vergleich zum Vorjahr um 3% auf 5,04 Mio. Tonnen gestiegen. Dabei wurde sowohl die Produktion in China als auch außerhalb Chinas ausgeweitet. Im ersten Quartal lag die globale Aluminiumproduktion 7,4% über Vorjahr, was primär auf China zurückzuführen ist.

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Agrarrohstoffe

Indiens Wetterbehörde erwartet eine normale Monsunsaison 2017. Als normal gelten Regenfälle zwischen 96% und 104% des langjährigen Durchschnitts. Die aktuelle Prognose liegt am unteren Rand dieses Korridors. Der Monsun beginnt in der Regel im Juni und überzieht das Land innerhalb von vier Monaten. Da er rund 70% der jährlichen Niederschläge ausmacht und nur rund die Hälfte der Agrarflächen über Bewässerungssysteme verfügt, hängen die Ernten stark vom Monsun ab.

Angesichts eines Anteils der Landwirtschaft von 15% an der Wirtschaftskraft und von 60% an der Beschäftigung hat dies weitreichende Folgen. Da Lebensmittel rund 45% am Warenkorb für den Verbraucherpreisindex ausmachen, gilt dies auch für die Inflation. Eine Gefahr wäre ein neues El-Niño-Phänomen, das oft mit Wetterturbulenzen einhergeht. Die Wahrscheinlichkeit für sein Auftreten 2017 wird derzeit von verschiedenen Wetterbehörden bei 40-50% gesehen. Allerdings soll es sich - wenn überhaupt - erst später im Jahr manifestieren und den Monsun 2017 nicht mehr betreffen. 2014 und 2015 fiel bei regional stark unterschiedlichem Verlauf landesweit nur 88% bzw. 86% des langjährigen Niederschlags.

Erst vier Mal in der 115-jährigen Aufzeichnungshistorie gab es zwei Defizitjahre in Folge. Das Regendefizit 2015 hing mit dem starken El-Niño-Phänomen zusammen, das 2016 abklang und noch immer nachwirkt. 2016 war die Monsunsaison normal, trotzdem sind die Bedingungen in einigen Regionen noch zu trocken. Nun wird auf eine weitere Normalisierung gehofft.



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