Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
In Ihrem Webbrowser ist JavaScript deaktiviert. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, muss JavaScript aktiviert sein.
Suche
 

3. Warnsignal: Rekord beim Aktien-Spekulieren auf Kredit

10.06.2017  |  Claus Vogt
Nehmen Sie die Warnungen nicht auf die leichte Schulter

Vor vier Wochen habe ich Ihnen hier fünf Gründe genannt, warum die meisten Analysten immer bullish sind. Der Zeitpunkt für diesen Hinweis war gut gewählt, weil mein aus zahlreichen Komponenten bestehender Risikoindikator für die Aktienmärkte Extremwerte angenommen hat, während gleichzeitig alle bewährten Kennzahlen der Fundamentalanalyse eine Überbewertung anzeigen, die teilweise sogar höher ist als in den Jahren 1929 und 2000.

Vor zwei Wochen habe ich Sie dann auf einen Indikator der quantitativen Analyse aufmerksam gemacht, der ein sehr seltenes Verkaufssignal für die Aktienmärkte gegeben hat. In einer besonders eng gefassten Version hat er zuvor nur im Crash-Jahr 1929 ein Signal gegeben. In der etwas weiter gefassten Version hingegen hat er vor allen großen Baissen Warnsignale gegeben und im Unterschied zu den meisten anderen Indikatoren auch die beiden spektakulären Börsencrashs der Jahre 1929 und 1987 richtig erfasst.


Die Warnsignale mehren sich - US-Wertpapierkredite steigen auf Allzeithoch

Heute möchte ich Ihnen eine weitere Kennzahl vorstellen, die auf ein neues Allzeithoch gestiegen ist: die Summe der US-Wertpapierkredite. Diese von der New York Stock Exchange veröffentlichte Zahl veranschaulicht Ihnen das Ausmaß, in dem an den Aktienmärkten auf Kredit spekuliert wird.

Der folgende Chart zeigt Ihnen den Verlauf des S&P 500 in Rot (linke Skala) und in Blau die Summe der US-Wertpapierkredite in Mrd. $ (rechte Skala). Wie Sie sehen, haben die Wertpapierkredite die alten Rekorde der Jahre 2000 und 2007 weit hinter sich gelassen. Es wurde also niemals zuvor an den US-Aktienmärkten in einem größeren Ausmaß auf Kredit spekuliert als heute. Weder am Höhepunkt der Technologieblase im Jahr 2000 noch während der gewaltigen Spekulationsblase des Jahres 2007.


US-Wertpapierkredite in Mrd. $ (blau, rechte Skala) und S&P 500, 1994 bis 2017

Open in new window
Die Summe der Wertpapierkredite hat die alten Rekorde der Jahre 2000 und 2007 weit hinter sich gelassen.
Quelle: NYSE, www.krisensicherinvestieren.com


Die Höhe der Wertpapierkredite ist weit mehr als nur ein Sentimentindikator

Die Kennzahl Summe der Wertpapierkredite kann als Sentimentindikator interpretiert werden. Denn die weitverbreitete Aktienspekulation auf Kredit, die ja überaus riskant ist, deutet auf großen Börsenoptimismus der Akteure hin. Und tatsächlich erreichte diese Kennzahl ihre oberen Wendepunkte stets im Bereich wichtiger Tops an den Aktienmärkten.

Die Bedeutung dieser Kennzahl geht aber weit über die Messung der Stimmung der Marktteilnehmer hinaus. Denn Wertpapierkredite unterliegen klaren Regeln. Sobald eine Aktie unter die von der Bank festgesetzte Beleihungsgrenze fällt, muss der Kreditnehmer entweder Geld nachschießen oder seine Position wird von der Bank verkauft.


Fallende Kurse lösen eine Abwärtsspirale aus

Auf diese Weise werden also in Zeiten fallender Aktienkurse Zwangsverkäufe ausgelöst. Dadurch erhöht sich in ohnehin schwachen Marktphasen der Verkaufsdruck, so dass eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird: Je stärker die Kurse fallen, desto mehr Zwangsverkäufe finden statt; und je mehr Zwangsverkäufe stattfinden, desto stärker fallen die Kurse.

Ich sage Ihnen, die in dieser rekordhohen Kennzahl sichtbar werdenden hochriskanten spekulativen Exzesse werden ein ähnliches Ende nehmen wie zuletzt in den Jahren 2000 und 2007, als sich die Aktienkurse mehr als halbierten. Das Ausmaß der Spekulation auf Kredit spricht in Kombination mit der extremen fundamentalen Überbewertung sogar dafür, dass die nächste Baisse noch heftiger ausfallen wird als damals.


Gold testet Widerstand bei 1.300 $ pro Unze

In Reaktion auf die Entwicklung rund um Katar ist der Goldpreis Mitte der Woche auf fast 1.300 $ pro Unze gestiegen. Damit befindet er sich erneut an der bereits Mitte April getesteten Widerstandszone, die sich bei rund 1.300 $ befindet.

Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, ist der Widerstand in diesem Bereich sehr ausgeprägt. Er zeigte sich voriges Jahr schon auf dem Weg nach oben und wurde dann zur Untergrenze einer dreimonatigen Topformation. Auf den Ausbruch aus dieser Formation gab es Anfang November einen ersten Test dieser Marke, dem Mitte April dieses Jahres ein weiterer folgte. Jetzt ist der Goldpreis also erneut an diesen offenbar recht massiven Widerstand gestiegen. Wie wird es von hier aus weitergehen?


Goldpreis pro Unze in $, 2016 bis 2017

Open in new window
Wann wird der Ausbruch über die massive Widerstandszone bei 1.300 $ gelingen?
Quelle: StockCharts.com


Wird der Ausbruch nach oben jetzt gelingen?

Ich halte die Wahrscheinlichkeit für gering, dass der Anstieg über die massive Widerstandszone bei 1.300 $ jetzt unmittelbar bevorsteht. Schon dass der Auslöser des jüngsten Tests der 1.300 $-Marke die Nachrichten rund um Katar waren, ist ein Grund für Skepsis. Denn kurzfristige Kursreaktionen auf einen scheinbar klar erkennbaren, aber langfristig belanglosen "Grund" sind selten verlässlich.

Viel wichtiger als diese Überlegung sind jedoch die Sentimentindikatoren und die Positionierung der kommerziellen Terminmarktteilnehmer. Diese Kennzahlen befinden sich auf Niveaus, die gegen eine Fortsetzung der Kursrally sprechen. Das gilt auch für das Verhalten der Edelmetallaktien, die den jüngsten Kursanstieg von Gold und Silber nicht adäquat mitgemacht haben.

Aus all diesen Gründen erwarte ich kurzfristig noch eine etwas größere Korrektur des gesamten Edelmetallsektors, bevor die nächste große Aufwärtswelle beginnen wird. Wie ich vorige Woche an dieser Stelle schon dargelegt habe, spricht auch die Saisonalität dafür, dass es im Lauf des Monats Juni zu einer exzellenten Kaufgelegenheit kommen wird, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Der Juni bietet Ihnen exzellente Kaufgelegenheiten - Bereiten Sie sich vor!

Im Anschluss an diese Kaufgelegenheit rechne ich bei den Minenaktien mit Kursgewinnen von mehr als 50%.


© Claus Vogt
www.krisensicherinvestieren.com


Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihr Vermögen in diesen Zeiten bewahren und vermehren, dann lesen Sie unseren Börsenbrief Krisensicher Investieren mit Claus Vogt und Roland Leuschel - kritisch, unabhängig und konträr. Testen Sie jetzt unseren Börsenbrief Krisensicher Investieren 30 Tage lang kostenlos.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!



"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"
In Ausübung dieses Rechtes wird allen Behörden, insbesondere Ämtern, juristischen Personen öffentlichen Rechts,
in dieser Weise beliehenen Personen und Anstalten öffentlichen Rechts der Zutritt zu unseren Netzseiten verboten!"

Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2017.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!