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Drei Schwarze Schwäne

10.08.2017  |  John Mauldin
- Seite 4 -
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Das enorme Wachstum des Schattenbankensystems im letzten Jahr spiegelt wahrscheinlich den Versuch wieder, die Wirtschaft nach der Flaute von 2015 wieder auf Touren zu bringen. Die Banken haben Öl ins Feuer gegeossen weil es noch schlimmer gewesen wäre, es ausgehen zu lassen. Sie können es jedoch auch nicht ewig brennen lassen. Präsident Xi Jinping versucht schon seit einiger Zeit, das Kreditwachstum in den staatseigenen Banken zurückzufahren, aber in den Schattenbanken, über die Xi keine Kontrolle hat, nimmt das Kreditvolumen erstaunlich schnell zu und macht damit alle kleinen Fortschritte zunichte, die er im Staatssektor erzielt hat.

Hier einige interessante Auszüge aus Ambroses Beitrag:

"Präsident Xi Jinping hat vernünftige Maßnahmen zur Verringerung des systemischen Risikos und zur Abwicklung der 'Zombie-Unternehmen' gefordert, als er am Wochenende mahnte, dass finanzielle Stabilität eine dringende Angelegenheit der nationalen Sicherheit darstellt.

Es war das erste Mal, dass ein chinesisches Staatsoberhaupt bei der Nationalen Konferenz für Finanzarbeit, die alle fünf Jahre abgehalten wird, um langfristige Pläne zu erarbeiten, den Vorsitz führte. Das ist vor dem Hintergrund des auf 280% des Bruttoinlandsprodukts angewachsenen Schuldenstands des Landes als Zeichen zunehmender Besorgnis zu werten.

Den lokalen Parteibeamten lief wahrscheinlich ein kalter Schauer über den Rücken, als Xi sagte, dass sie für den Rest ihres Lebens für Kredite zur Verantwortung gezogen würden, die schiefgehen. Jede Versäumnis, Risiken zu identifizieren und einzudämmen werde von nun an als 'Dienstvergehen' behandelt."


Anschließend zitiert Ambrose Patrick Chovanec von Silvercrest Asset Management:

"Die Banken haben verschiedenste Anlageprodukte verkauft und diese nicht als ihr Risiko betrachtet. Die Investoren haben sie gekauft und ebenfalls nicht als ihr Risiko angesehen. Alle glauben, dass die Regierung schon alle retten wird. Die Märkte preisen also höchstens das politische Risiko ein, nicht aber das wirtschaftliche."

Ein Markt, an dem "alle glauben, dass die Regierung schon alle retten wird" ist im Allgemeinen kein Markt, in den Sie investiert sein wollen. China war eine Ausnahme, aber das wird nicht ewig so bleiben. Wenn der Kollaps kommt, wird er die ganze Welt erschüttern.

Das chinesische Wirtschaftswachstum wurde von einer Verdopplung sowohl des Bruttoinlandsprodukts als auch der Verschuldung innerhalb der letzten neun Jahre befeuert:

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Ein Grund, warum so viele Anleger in Bezug auf China sorglos sind, ist, dass sie mit Blick auf die Schulden des Landes wirklich glauben, dass es diesmal anders kommen wird. Vielleicht werde ich in zehn Jahren zurückschauen und sagen, ja, es war wirklich anders, aber ich glaube es nicht. Wie so oft im Reich der Mitte sind auch die heutigen Umstände des Landes mit nichts wirklich zu vergleichen, was wir in der Geschichte der Welt je erlebt haben.

Wenn Xi es mit der Verlangsamung des Wachstums wirklich ernst meint (und das entspräche einer weiteren geldpolitischen Straffung durch eine führende Wirtschaftsnation), würde das die allgemeinen globalen Risiken weiter verstärken. Es ist sehr gut möglich, dass einer der drei beschriebenen Schwarzen Schwäne die nächste Rezession in den Vereinigten Staaten auslöst. Doch um das ganz deutlich zu sagen: Eine Wirtschaftseinbruch in den USA wäre nur Teil einer viel größeren, weltumspannenden Rezession, die zu massiver Neuverschuldung der Staaten führen wird. Das kann nicht gut enden.


© John Mauldin
www.mauldineconomics.com


Dieser Artikel wurde am 22. Juli 2017 auf www.mauldineconomics.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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