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Makroökonomische Zyklik - Das Naturgesetz der ökonomischen Jahreszeiten

05.09.2017  |  Uwe Bergold
Aufgrund der strukturell zu expansiven Geldpolitik, durch einen auf Dauer - planwirtschaftlich festgesetzten - zu niedrigen Zins ("Geldsozialismus"), kam und kommt es immer wieder zu makroökonomischen Boom- und Bust-Zyklen ("ökonomischen Jahreszeiten"). Der Eingriff in die Preisbildung des Geldes (Zinsentwicklung) durch die Zentralbanken, in Kombination mit dem heutigen Teilreserve-Bankensystem (Fractional-Reserve-Banking-System) der Geschäftsbanken, führt immer zu einem kreditfinanzierten übermäßigen Boom, gefolgt von einem kontrahierenden Bust (in Form einer Rezession oder einmal pro Jahrhundert in Form einer Depression).

Dieser sinusförmige Wechsel von ökonomischen "Sommer" hin zu ökonomischen "Winter" (Makroökonomische Zyklik) lässt sich anhand des, von Nobelpreisträger Prof. Robert J. Shiller ermittelten, KGV´s objektiv eindeutig visualisieren (siehe hierzu bitte Abb. 1).

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Abb. 1: Shiller KGV (CAPE) des S&P-Index (jährlich) von Dezember 1881 bis Dezember 2016
Quelle: Prof. Robert J. Shiller (Yale University), bearbeitet durch GR Asset Management


Im vergangenen Jahr 2016 (Jahresschlusskursbasis) erreichte nun dieses Shiller-KGV (CAPE: Cyclically Adjusted Price Earnings-Ratio) einen Wert von 29. Damit hat der S&P 500 auf Jahresschlusskurs die zweithöchste Überbewertung seiner Geschichte erreicht (siehe hierzu bitte die roten Kreise in Abb. 1).

Die Jahresschluss-Bewertung von 1929, also zu Beginn der großen Depression, hat er nun, nach 2000 und 2007, wieder überschritten. Wir befinden uns somit am Aktienmarkt zum dritten Mal, seit dem Jahrtausendwechsel (Beginn der säkluaren Aktien-Baisse und gleichzeitig strategischen Gold-Hausse), eindeutig auf einem historischen "Blasen-Niveau".

Das einmalig Besondere an der aktuellen Situation besteht darin, dass das CAPE innerhalb der säkularen Baisse (Bestand seit dem Jahrtausendwechsel) ein neues zyklisches Hoch generiert hat. Bis dato stiegen die zyklischen Tiefs innerhalb einer säkularen Hausse und die taktischen Hochs fielen reziprok in einer strategischen Baisse.

Aufgrund der historisch einmaligen Markteingriffe durch das globale QE und die weltweit negativen Zinsen (Ursache für das neue Bewertungshoch) wird dem Publikum suggeriert, dass die globalen Aktienmärkte und somit die Weltwirtschaft sich seit dem Jahr 2009 wieder auf einem nachhaltigen Wachstumspfad befänden. Dies wird sich letztendlich jedoch als fataler Trugschluss herausstellen, denn wir leben seit dem Jahrtausendwechsel nur mehr von der Substanz. Erst durch die Realbetrachtung wird dies sichtbar.

Auch wenn die Regierungen und Zentralbanken weltweit versuchen, mit immer mehr Kreditschöpfung, den ökonomischen Winter aufzuhalten oder für die breite Masse zu verschleiern, wird es ihnen letztendlich doch nicht gelingen. Keine Regierung und auch keine Zentralbank können sich auf Dauer gegen den Markt (als Teil der Natur) stellen. Die regelmäßig auftretenden säkularen Über- und Untertreibungen entstehen nicht am Markt, sondern sind Geschöpfe der Geldpolitik der Zentralbanken und der Fiskalpolitik des Staates (Keynesianismus lässt grüßen!). Die Verschuldungsverursacher können die Probleme nicht lösen, sondern sie können sie nur umverteilen, auf den Sparer und den Steuerzahler.

Um diesen Substanz- und Kaufkraftverlust der Vermögen und Einkommen, innerhalb des aktuell verlaufenden "Winters", sichtbar zu machen, muss man auf die Bewertung in Unzen Gold zurückgreifen. Bis zur Aufhebung des Gold-Dollar-Standards im Jahr 1971, wurde Jahrhunderte lang nur in Gold oder in goldgedecktem Papiergeld bewertet. Seit 45 Jahren befindet sich nun die Welt in einer strukturellen Inflationierung und alle Bewertungen in beliebig vermehrbarem Papiergeld (EUR, USD, YEN, usw.) sind nur "Potemkinsche Dörfer" in der globalen Finanz- und Wirtschaftswelt.

Da über 99 Prozent der Bürger und Investoren ihre Anschaffungen und bereits bestehenden Anlagen nur in der jeweiligen Landeswährung (Deutschland in EUR) nominal bewerten, werden sie bis kurz vor dem Ende (das Publikum wacht immer erst im Finale auf) nicht bemerken, wie sich ihr Einkommen und ihr Vermögen schleichend dezimiert. Seit dem Jahr 2000 (letztes säkulares Top) leben die Weltwirtschaft und somit auch die Bürger nur mehr von ihrer Substanz, die immer weiter schleichend reduziert wird. Die Wachstumsraten finden nur mehr nominal - in Papierwährungen -, jedoch nicht mehr real - in Unzen Gold bewertet - statt (siehe hierzu bitte Abb. 2).

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Abb. 2: S&P-Index in USD (nominal/schwarz) und in Unzen GOLD (real/rot) von 01/1871 bis 12/1916
Quelle: GR Asset Management



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