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Was wäre wenn ...

13.09.2017  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1985 (08.12 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1927 im fernöstlichen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110.03. In der Folge notiert EUR-JPY bei 131.86. EUR-CHF oszilliert bei 1.1495.

Nachdem sich in den vergangenen Tagen einige Stressherde zumindest vorübergehend gelegt haben und einen Eindruck des konstruktiveren Umgangs als Signal an die Märkte gegeben wurde, hat die Europäische Finanzmarktaufsicht ESMA vor globalen Risiken gewarnt und die Vermögenspreise an den Finanzmärkten in diesem Zusammenhang als sehr hoch bezeichnet. Diese Form der Kommunikation ist drastisch und überrascht in der Schärfe.

Es ist schließlich in einer Welt, die sich mit Terror und Kriegen als Alltagsnachrichten befasst, keine völlig neue Situation. Auf der anderen Seite liegen die Preise natürlich jenseits von Gut und Böse, wenn man auf die Anleihen der Industriestaaten schaut, die durch die Nullzinsen und Wertpapierkaufprogramme völlig verzerrt sind. Ebenso sind die Bewertungen für Aktien in Übersee nicht hanseatisch, sondern ebenfalls mindestens als sportlich zu bezeichnen. Die Karte zeigt, wie sehr die Bewertungen in den USA enteilt sind.

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Im DAX sehen wir dagegen nicht günstige, aber faire Bewertungen. Aktieninvestments sind kein Tagesgeld-Ersatz und zum Teil großen Schwankungen unterworfen, dafür wird man aktuell mit einer Dividendenrendite um 3% (vs. 0,35% für 10-Jahres-Bundesanleihen) entschädigt. Auch im Eurostoxx50 können die Bewertungen in diesem konjunkturellen Umfeld als "mit Phantasie" klassifiziert werden.

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Es ist schon beeindruckend, wie stark der Glaube an die US-Wirtschaft - auch in diesen gemischten Zeiten - ist. Der Chefvolkswirt der Ratingagentur Fitch erwartet in 2020 ein deutlich höheres Zinsniveau als zurzeit (1,25%). Aufgrund mehrerer Zinsanhebungen solle der Leitzins dann auf 3,5 Prozent ansteigen. Die US-Notenbank solle trotz niedriger Inflation wieder dynamischer Erhöhen, ohne der Wirtschaft zu schaden.

Die Entwicklung in diesem Jahr zeigt eindeutig, dass die Zinserwartungen äußerst tief angesiedelt sind. Dies beruht nicht nur auf niedrigen Inflationserwartungen, sondern in besonderem Maße aufgrund von Zweifeln an der US-Konjunktur. Die Treasury Renditen sind in diesem Jahr deutlich gefallen, besonders am langen Ende. Ein neuer Zinserhöhungszyklus erscheint in diesem Umfeld nicht opportun, besonders nicht, da das bisher äußerst maßvolle (nicht wenige sagen zu langsame) Vorgehen der Fed zeigt, wie fragil die wirtschaftliche Entwicklung von den Notenbankern diskontiert wurde.

Die Stimmungslage allerdings bleibt top: Weiter auf sehr stabilem Niveau verharrt die NFIB Small Business Survey in den USA. Der Index, der die Geschäftserwartungen kleiner Unternehmen misst, stieg minimal von 105.2 auf 105.3 Punkte. Während die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum unverändert blieben, wurde die Lage am Arbeitsmarkt etwas kritischer eingewertet. In Summe liegt der Index in Schlagdistanz zu den Highs, die kurz nach der US-Wahl im vergangenen Jahr markiert wurden.

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© Moody´s economy.com


In Deutschland wurde die höchste Inflation seit April dieses Jahres ausgewiesen. Im Jahresvergleich legte die Teuerung auf 1,8% zu und liegt damit im Dunstkreis des EZB-Ziels.

Einen deutlichen Aufwärtstrend weist das Britische Pfund aus, seitdem das Brexit-Referendum abgehalten wurde. Im Berichtsmonat August wurden die bei 2,8% angesiedelten Prognosen mit einem Preistrend von 2,9% übertroffen. Das Pfund gewann in der Folge hinzu, denn es wird erwartet, dass die Bank of England den Leitzins als Reaktion auf die hohe Inflation anheben könnte. Besonders Kleidung und Benzin sorgten für steigende Preise auf der grünen Insel. Im Oktober wird erwartet, dass die Inflation die 3% kurzfristig überschreiten wird.

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© Moody´s economy.com


Aktuell ergibt sich ein Szenario, das eine positive Haltung bezüglich der Bewertung des Euros favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.1650 - 80 negiert den positiven Bias des Euros.

Viel Erfolg!


© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank



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