Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
In Ihrem Webbrowser ist JavaScript deaktiviert. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, muss JavaScript aktiviert sein.
Suche
 

Energieagenturen optimistisch für die Ölnachfrage

13.09.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Eigentlich haben die gestrigen Monatsberichte der OPEC und der US-Energiebehörde EIA positiv überrascht und sollten preisstützend wirken. So hat die OPEC ihre Schätzungen für die globale Ölnachfrage für dieses Jahr um 50 Tsd. und für 2018 um weitere 70 Tsd. Barrel täglich erhöht. Gleichzeitig wurde die Schätzung für die Nicht-OPEC-Produktion um 100 Tsd. Barrel täglich nach unten revidiert. Dies bedeutet, dass der Bedarf an OPEC-Öl im nächsten Jahr auf 32,83 Mio. Barrel täglich steigen wird, 410 Tsd. Barrel mehr als noch im Vormonat geschätzt. Dies entspricht nahezu der August-Produktion der OPEC, die laut Sekundärquellen bei 32,76 Mio. Barrel täglich lag.

Das bedeutet allerdings auch, dass die OPEC ihre Produktion nicht steigern darf, um das Gleichgewicht auf dem Ölmarkt sicherzustellen. Doch damit ist kaum zu rechnen. Libyen dürfte 2018 ein höheres Produktionsziel von über 1 Mio. Barrel täglich anpeilen, Nigeria hat bereits mitgeteilt, keine Produktionskürzungen vorzunehmen. Auch Russland hat sich noch nicht auf die Beibehaltung der Produktionskürzungen festgelegt.

Doch auch wenn man die OPEC-Strategie noch nicht als Erfolg verbuchen darf, scheint sich das Wachstum der US-Ölproduktion allmählich zu verlangsamen. So erwartet die EIA 2018 zwar im Durchschnitt eine Rekordproduktion von 9,84 Mio. Barrel täglich, doch sind dies 70 Tsd. Barrel pro Tag weniger als noch vor einem Monat geschätzt. Auch für dieses Jahr hat die EIA ihre US-Ölproduktionsprognose um 100 Tsd. Barrel täglich nach unten revidiert. Im heutigen Lagerbericht sind daher auch die aktuellen Produktionsdaten von Bedeutung.

Open in new window

Edelmetalle

Gold wird durch den höheren Risikoappetit der Marktteilnehmer weiter in Schach gehalten und handelt bei rund 1.330 USD je Feinunze. In den USA hat gestern der Aktienindex S&P 500 ein neues Rekordhoch erklommen. Daneben sind in den letzten drei Handelstagen die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich gestiegen, was Gold als Anlagealternative theoretisch unattraktiver macht, da Gold keine Zinsen abwirft.

Die ETF-Investoren zeigen sich Gold gegenüber aber weiterhin loyal und haben die niedrigeren Preise sogar zu Käufen genutzt: Gestern verzeichneten die Gold-ETFs Zuflüsse von 4,4 Tonnen.

Dagegen gibt es bei den Silber-ETFs schon seit Tagen große Abflüsse. Seit Monatsbeginn summieren sich diese mittlerweile auf 382 Tonnen, fast so viel wie im gesamten letzten Monat. Dafür hält sich der Silberpreis relativ gut; er notiert heute Morgen bei 17,9 USD je Feinunze und bewegt sich weitgehend im Einklang mit Gold.

Platin dagegen zeigt gegenüber Gold derzeit relative Schwäche: Die Preisdifferenz zu Gold hat sich auf 345 USD je Feinunze ausgeweitet. Dies ist der größte Abschlag von Platin zu Gold seit Mitte letzten Jahres. Da Platin überwiegend in der Industrie verwendet wird, wird es offenbar durch die fallenden Industriemetallpreise belastet. Die ETF-Abflüsse hielten sich hier in den letzten Tagen in Grenzen und die spekulativen Finanzinvestoren setzten bis zuletzt noch stark auf steigende Platinpreise.


Industriemetalle

Bei den Metallpreisen geht es derzeit hin und her. Heute Morgen überwiegen wieder die negativen Vorzeichen. Mittlerweile ziehen sich offenbar einige spekulative Finanzinvestoren aus den Metallen zurück. Gemäß LME-Statistik wurden schon in der letzten Woche die Netto-Long-Positionen bei Kupfer, Aluminium, Zink und Blei deutlich reduziert. Es hat den Anschein, die Metallpreise geben nach, kaum dass sie die Unterstützung der spekulativen Finanzanleger verlieren. Dies zeigt, dass sich die Preise von den Fundamentaldaten abgekoppelt haben und der Preisanstieg übertrieben war.

Das Korrekturpotenzial ist unseres Erachtens groß, denn die Preise bewegen sich nach wie vor auf hohen Niveaus. Kupfer kostet gut 6.600 USD je Tonne. Aufgrund der in den letzten Monaten stark gestiegenen Preise werden in den Minenunternehmen anscheinend wieder größere Investitionen geplant. Laut Angaben des Verbands der chilenischen Minenproduzenten, Sonami, nimmt die Aktivität zur Erschließung neuer Projekte zu.

So würden derzeit unter anderem Umweltgenehmigungen beantragt und Machbarkeitsstudien durchgeführt. Ein Beispiel hierfür ist BHP Billiton, das weltweit größte Minenunternehmen. Dieses hatte Mitte August die Expansion der "Spence"-Kupfermine in Chile angestoßen, die das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 2,5 Mrd. USD kosten wird. Bis aus den neuen Projekten Angebot an den Markt kommt, werden aber noch einige Jahre vergehen.


Agrarrohstoffe

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA überraschte den Markt gestern mit einer Anhebung seiner Prognosen für die US-Mais- und Baumwollernten 2017/18. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde mit einer Senkung der erwarteten US-Maiserträge gerechnet. Tatsächlich aber hob das USDA die Ertragsschätzung marginal an. Dieser Effekt überkompensiert die niedrigeren Anfangsbestände, so dass die US-Endbestände nun etwa auf Vorjahresniveau stagnieren, statt wie bisher prognostiziert zu sinken. Weltweit allerdings bleibt es bei einem drastischen Bestandsabbau.

Allerdings wird das Defizit jetzt mit 24,5 Mio. Tonnen 3 Mio. Tonnen geringer als zuvor geschätzt, weil die globale Nachfrage etwas niedriger angesetzt wird. Der Maispreis schloss gestern mit einem Minus von 1,7% bei 352 US-Cents je Scheffel. Bei Baumwolle gab der Preis sogar um das Tageslimit von 3 US-Cents auf 69,1 US-Cents je Pfund nach (-4,2%). Denn während der Markt durch die Hurrikans Harvey und Irma und deren möglichen Folgen für die US-Baumwollproduktion 2017/18 verunsichert war, hob das USDA die Produktionsprognose flächen- und ertragsbedingt um fast 6% an.

Gegenüber dem Vorjahr soll das Ernteplus nun stolze 27% betragen. Allerdings weist das USDA darauf hin, dass die Sturmfolgen erst bei besserer Informationslage berücksichtigt werden.

Bei Weizen werden die globalen Endbestände niedriger als bisher, aber weiter rekordhoch angesetzt. Dies ist Folge geringerer Anfangsbestände, vor allem in Australien.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!



"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"
In Ausübung dieses Rechtes wird allen Behörden, insbesondere Ämtern, juristischen Personen öffentlichen Rechts,
in dieser Weise beliehenen Personen und Anstalten öffentlichen Rechts der Zutritt zu unseren Netzseiten verboten!"

Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2017.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!