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Brent kostet erstmals seit April wieder 55 USD

14.09.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) zeigt sich von der jüngsten Stärke der Ölnachfrage überrascht und rechnet nun mit einem deutlich höheren Wachstum von 1,6 Mio. Barrel täglich in diesem und 1,4 Mio. Barrel im nächsten Jahr. Nach einem verhaltenen Anstieg zu Jahrebeginn hat sich dieses im 2. Quartal auf 2,3 Mio. Barrel täglich gegenüber Vorjahr beschleunigt, der stärkste Zuwachs seit zwei Jahren.

Verantwortlich für die positive Überraschung waren aber diesmal nicht etwa die Schwellenländer wie China oder Indien, deren Nachfragewachstum sich eher verlangsamt hat, sondern vor allem die OECD-Länder wie die USA und Deutschland. In den USA waren zuletzt sowohl die Reisetätigkeit - mit 1,58 Mrd. Meilen wurde dort in diesem Jahr so viel wie nie zuvor in einem ersten Halbjahr gefahren - als auch die Handelsaktivitäten so stark, dass die US-Produktnachfrage im 2. Quartal rund 600 Tsd. Barrel täglich bzw. 3% höher war als im Vorjahr.

Die Weltölproduktion ist dagegen laut IEA im August um 720 Tsd. Barrel täglich ggü. Vormonat gefallen. Zum einen ging die OPEC-Produktion wegen der Ausfälle in Libyen erstmals seit fünf Monaten zurück. Zum anderen haben die Nicht-OPEC-Länder, die ein Abkommen mit der OPEC geschlossen haben, im August erstmals die Kürzungen vollumfänglich umgesetzt. Wichtiger für die mittelfristige Preisentwicklung wird u.E. sein, ob und wie sich der US-Produktionsanstieg, der zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieb, fortsetzen wird. Die Anzahl der aktiven Bohrungen in den USA ist seit Ende Juni nahezu unverändert.


Edelmetalle

Gold bewegte sich gestern im Einklang mit dem EUR-USD-Wechselkurs und kam am Nachmittag entsprechend deutlich unter Druck. Denn der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro spürbar auf. Offenbar gibt es in den USA Fortschritte bei der Umsetzung der von US-Präsident Trump groß angekündigten Steuerreform. Diese könnte aus heutiger Sicht früher implementiert werden und hat im US-Kongress anscheinend größere Erfolgsaussichten als noch im Frühsommer angenommen.

Die anderen Edelmetalle standen gestern zumeist im Einklang mit Gold unter Druck. Platin zeigte gestern Morgen gegenüber Gold sogar weiter relative Schwäche, so dass sich die Preisdifferenz zwischen Platin und Gold auf fast 350 USD je Feinunze ausgeweitet hatte. Dies war der größte Abschlag von Platin gegenüber Gold seit Beginn des Börsenhandels von Platin Anfang 1987.

Heute Morgen macht Platin gegenüber Gold keinen Boden gut, obwohl die Autoabsätze in der EU gut ausfielen. Laut Angaben des Verbands der europäischen Automobilproduzenten wurden in der EU im August 865 Tsd. Autos neu zugelassen, 5,6% mehr als im Vorjahr. Dies war der beste August-Wert seit 2007. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden 4,5% mehr Autos neu zugelassen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dies spricht für eine robuste Nachfrage nach Platin, da der europäische Automarkt nach wie vor vergleichsweise diesellastig ist.

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Industriemetalle

Der gesamte Industriemetallsektor stand gestern deutlich unter Druck. Der LME-Industriemetallindex fiel um 1,7% auf ein 4-Wochentief. Nickel war dabei mit einem Minus von über 5% der größte Verlierer. Heute Morgen kostet es noch rund 11.100 USD je Tonne. Nickel-spezifische Meldungen können diesen starken Preisrückgang aber nur zum Teil erklären. So erwägt der größte indonesische Nickelproduzent, PT Aneka Tambang, bei der Regierung weitere Lizenzen für den Export von Nickelerz mit niedrigem Metallgehalt zu beantragen. Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen bislang zwar erst knapp 500 Tsd. Tonnen der ihm zugeteilten Quote von 2,7 Mio. Tonnen exportiert. Die Quote soll aber bis Jahresende vollständig ausgeschöpft werden. Damit wird das Angebot am globalen Nickelmarkt weiter ausgeweitet.

Die am frühen Morgen veröffentlichten enttäuschenden Konjunkturdaten aus China sorgen dafür, dass sich der Preisrückgang der Metalle heute fortsetzt. Denn die Industrieproduktion lag im August nur noch 6% über Vorjahr - die niedrigste Steigerungsrate seit Dezember - und die Investitionen in Sachanlagen verzeichneten mit +7,8% das schwächste Wachstum seit Dezember 1999. Offenbar macht sich die Abkühlung am Immobilienmarkt bemerkbar. Die gute Stimmung - die Einkaufsmanagerindizes für August waren entgegen den Erwartungen gestiegen - spiegelt sich damit nicht in den harten Daten wider. Die chinesische Wirtschaft dürfte im dritten Quartal langsamer gewachsen sein als im Quartal zuvor.


Agrarrohstoffe

Die französische Behörde FranceAgriMer erwartet, dass Frankreich 2017/18 seine Weichweizenexporte gegenüber dem Vorjahr um 60% auf über 18 Mio. Tonnen ausdehnen kann, nachdem sie im Vorjahr wegen einer katastrophalen Ernte auf 11,3 Mio. Tonnen eingebrochen waren. Dabei sollen sich die Lieferungen in Länder außerhalb der EU mehr als verdoppeln. In andere EU-Länder soll das Land mit 7,9 Mio. Tonnen rund ein Viertel mehr Weizen liefern als 2016/17. Zwar ist Frankreich wie andere EU-Anbieter durch den starken Euro belastet, doch profitiert das Land nicht nur von einer hohen Ernte - nach mehrfachen Aufwärtsrevisionen soll die Weichweizenernte 2017/18 mit 37,8 Mio. Tonnen die drittgrößte aller Zeiten sein -, sondern auch von einer guten Qualität. Während diese etwa in Deutschland sehr heterogen ist, sind die Bewertungen des französischen Weizens in diesem Jahr sehr gut.

Ganz problemlos läuft es allerdings auch für die französischen Exporteure nicht: Mit dem traditionellen Kunden Ägypten schwelt schon länger ein Konflikt darüber, in welchen Fällen verunreinigte Ware beanstandet werden kann. Bereits in der letzten Saison hatte Ägypten mit seiner Nulltoleranzpolitik gegenüber Mutterkorn für Wirbel gesorgt. Mehrere Ausschreibungen fanden keine Interessenten, da ein völliger Ausschluss von Mutterkorn nicht zu garantieren ist. Ägypten rückte dann von seiner Maximalforderung wieder ab. Nun hat Ägypten gestern erst nach Tagen sein OK für die Einfuhr einer Lieferung gegeben, in der Mohnsamen gefunden worden waren.



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