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Armes Amerika: Von Platz Eins fort an den Katzentisch! (Teil 1/2)

23.09.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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Aber das Ganze wird dann rauskommen, wenn Russland und China eine wie auch immer gestaltete Goldwährung herausbringen, denn dann muss jede physische Unze auf den Zähltisch und der Westen scheidet aus der Zählerei schon nach kurzer Zeit aus, und die Vertreter der westlichen Zentralbanken gehen rasch, frustriert und als Lügner entlarvt, unauffällig nach Hause. Papiergold ist eben kein echtes Gold, sondern bestenfalls ein unerfüllbarer Anspruch!

Hinzu kommt, dass die BRIC-Staaten die Vorherrschaft des Dollars als Weltleitwährung abschaffen wollen. Dies macht aus ihrer Sicht durchaus Sinn. Zumindest China hat überzeugende Gründe, die globale Dominanz der USA und deren Währung zu beenden. Schon 2016 überholte China Amerika und wurde offiziell zur größten Wirtschaftsmacht der Welt. Natürlich möchte Peking den Yuan im Rang einer Weltleitwährung, zumindest aber als eine der führenden Währungen im internationalen Handel und Zahlungsverkehr sehen.

Die BRIC-Staaten fühlen, dass Amerika seine Wirtschafts- und Finanzmacht seit Jahrzehnten gröblich missbrauchte und holen folglich zum Gegenschlag, besser: zum Befreiungsschlag, aus. Erst kürzlich wurde China, und insbesondere Russland, wiederholt mit Sanktionen belegt, mit voller Kooperation durch den bisher von Washington beherrschten IWF. Dessen 188 Mitgliedervertreter versammeln sich alle 4 Jahre zu einer Generalsitzung.

Die nächste findet am 7. Oktober statt und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Staaten gemäß ihren offenen Absichtserklärungen ihr neu erworbenes Vetorecht einsetzen werden, um die Amerikaner vom Königsthron des Weltwährungssystems zu stoßen, vielleicht sogar etwas unsanft. Dies wird in den USA eine Krise mit chaotischen Zuständen auslösen, die mit seit Jahrzehnten völlig veralteten, abgestumpften wirtschafts- und finanzwirtschaftlichen Waffen nicht mehr abzuwenden sind. Sie hätten längst durch neue, zeitgemäßere Rezepte und Maßnahmen ersetzt werden müssen.

Noch einmal: 1998 rettete die Wall Street den bankrotten Hedgefond LTCM, danach dot.com und danach Lehman, um einen Zusammenbruch des Weltwährungssystems zu verhindern. 2008 rettete die Regierung die FED und die Wall Street mit Steuergeldern, um einen globalen Zusammenbruch zu verhindern, doch wer rettet jetzt die Regierung? Die US-Banken 2008 per Bailout zu retten, kostete die Kleinigkeit von 11 Billionen $, die in nur zwei Wochen für immer verschwanden. Kein Wunder, dass die US-Kreditforderungen an die Adresse des IWF nicht gerade läppisch ausfallen würden.

Kurz nach Ausbruch der schweren Finanzkrise 2008 zeigte sich die US-Regierung nebst FED - wörtlicher Kommentar - "überrascht". Es war die typische "Überraschung" von jemandem, der schon neun Mal ins Wasser sprang, danach zum zehnten Mal springt und sich grenzenlos wundert und total "überrascht" ist, dass er nass wurde. Man bekämpft Schulden mit neuen Schulden, ruiniert mit Negativzinsen die Sparer, Versicherungen, Pensionskassen und verleitet Unternehmer zu irrsinnigen Investitionsentscheidungen und Staaten zu Fehlallokationen, denn Geld ist wie billiger Dreck. Es kostet ja nichts mehr. Und mit Dreck muss man nicht sparen.

Der Zins hat ja seine Regulierungsfunktion und seine Rolle als Wertemaßstab im Geldwesen längst verloren. Jetzt bliebe nur als letzte Reflexbewegung a) massive Steuererhöhungen, die rasch in eine Rezession führen würden, denn Unternehmen, Staaten, Gemeinden und Verbraucher sind hoffnungslos überschuldet (was kann man einem Todkranken noch aus der leeren Tasche holen?) und b) der IWF mit seiner soweit noch sauberen Bilanz und die Ausgabe des Weltgeldes, der SDRs (Special Drawing Rights), die den Dollar und auch andere Währungen demnächst ersetzen dürften.

Der kaputte Automarkt, die Zahlungsverzögerungen in der Wirtschaft, schleppende Auftragseingänge, riesige Kreditkarten- und Studentenschulden, unbezahlbare Gesundheitskosten und eine marode Infrastruktur sind einige Erinnerungen an die Realität, die nichts mit der ach so paradiesischen Welt zu tun hat, die die systemtreuen Massenmedien dem Volk Tag und Nacht vorgaukeln. Der große Aufschwung lauert angeblich sprungbereit gleich um die Ecke.

Der Mega-Wohlstand wartet gleich unter den Blasen des durchgetretenen Linoleumbodens in den Fluren des immer noch nicht abbezahlten Hauses, welches ohnehin der Bank gehört. Zudem vergrößert sich der Abstand zwischen arm und reich in nie gekannter Weise. Das obere 1% lebt in goldenen Höhen und steigt rasch weiter auf, die unteren 99% sitzen buchstäblich im Dreck und ihre Fallgeschwindigkeit beschleunigt sich. Die sich hieraus bildende tiefe Unzufriedenheit war übrigens der Hauptgrund für Trumps Wahlsieg.


Kurz zusammengefasst:

Alle Quellen der bisherigen Notfinanzierungen für Krisenfälle in den USA sind dortselbst versiegt. Niemand verfügt über die zu einer erneuten Krisenrettung notwendigen realen Summen, die für eine weitere Lebensrettung erforderlich wären. Die einzig verbleibende Quelle wären a) die leeren Steuertöpfe (doch Tote spenden nichts mehr) und b) der IWF mit seiner soweit noch sauberen Bilanz, und die Ausgabe des Weltgeldes (SDRs), das den Dollar und auch andere Währungen demnächst ersetzen dürfte.

Die großen Währungen der Welt werden nicht verschwinden, aber ins neue Weltgeld umgetauscht werden. Wohl dem, der am und nach dem 7. Oktober etwas Gold und viel, viel Silber besitzt. Am 7. Oktober geht die Welt nicht unter, doch ab dann ändert sie ihr Gesicht und in den USA dürfte der Gesichtsausdruck für lange Zeit stark schmerzverzerrt sein.

Lesen Sie weiter: Teil 2 ...


© Prof. Hans-Jürgen Bocker
www.profbocker.ch



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