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Armes Amerika: Von Platz Eins fort an den Katzentisch! (Teil 2/2)

30.09.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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Ein unüberwindbares Problem doppelten Charakters steht jedem Lösungsweg, sowohl global als auch in Amerika, sperrig im Wege. Man darf auf die Lösungsexperimente gespannt sein.

Will man die in Rekordhöhe auftretenden sog. non-performing loans (hochgefährlich in Südeuropa, China, den USA und Schwellenländern) - also die faulen Kredite, die das Schuldenmonster weiter aufblähen - am Wachsen hindern oder das bereits bestehende Volumen reduzieren und die Rückzahlung von Krediten erleichtern, um damit Millionen von Aktionären, Bondaffen und Spekulanten, wie auch Hausbesitzer und sogar Banken und Versicherungen, vor dem unausweichlichen Untergang zu bewahren, müsste man die Gelddruckmaschinen schneller laufen lassen und die Zinsen senken. Der Finanzdoktor sagt: Geldhähne weiter aufdrehen und niedrigere Zinsen.

Geht man dagegen energisch gegen die Gefahren der Blasenwirtschaft und ihr weiteres Aufblähen und unvermeidliches Platzen vor, müsste man das Gelddrucken bremsen und die Zinsen anheben. Damit liest sich die Rezept-Kurzform des Finanzdoktors wie folgt: Weniger Fiatgeld und steigender Zins.

Es stehen sich also zwei Kernforderungen - ganz wie bei einer politischen Fernsehdebatte - im Raum unversöhnlich gegenüber:

1) mehr Billig-Geld und Zinsen runter (Schuldenberg am Einsturz hindern) gegen

2) weniger Billig-Geld und Zinsen rauf (Blasen am Wachsen und Platzen hindern).

Welche darf's denn sein?

Eine von beiden tritt automatisch ein, und egal welche, die Folgen werden in etwa die gleichen sein: Nahezu Vernichtung des staats- und wirtschaftstragenden Mittelstandes, der etwa 80% aller Arbeitsplätze bereitstellt, während in den Konzernen nur ca. 5% und beim Staat weitere 6% aller Arbeitssuchenden unterkommen. Künftig steht also hohe Massenarbeitslosigkeit ins Haus. Dazu ein schwacher Dollar und damit einhergehend künftig hohe Importpreise, die wiederum hohe Inflationsraten verursachen, diesmal auch im Bereich des täglichen Bedarfs. Die traditionellen Billig-Einfuhren aus China werden bei Wal-Mart usw. mit neuen, völlig ungewohnten Preisschildern versehen.

Nicht zu vergessen ein weiteres Problem der Zentralbanker und Politiker:

Wie erkläre ich einem geschockten Volke den Zusammenbruch des heiligen Finanzsystems, für welches sie selbst als Gralshüter verantwortlich waren, und wie verkaufe ich den wütenden Bürgern den unvermeidlichen Verlust ihres Wohlstandes und ihrer Konten. Wer oder was wird als Sündenbock künstlich konstruiert, entdeckt oder vorgeschoben?

Aber vielleicht hat die Hochfinanz in ihrer unendlichen Weisheit gerade mal eben die Naturgesetze, besonders die der Logik, außer Kraft gesetzt. Wer weiß das schon? Was man aber heute sehr genau weiß, ist dass bestimmte Entwicklungsreihen an den Märkten nicht einfach munter fortgesetzt und in den Statistiken nicht einfach fortgeschrieben werden können. Hier einige Beispiele:

Die mittleren Preise für ein Standard-Einfamilienhaus in den USA zogen ein wenig an:

  • 1940: 2.940 $
  • 1980: 47.200 $
  • 2000: 119.600 $
  • Heute: ca. 130.000 $

Eine weitere Preissteigerung dieses "Betongoldes" im obigen Stile lässt sich aus offensichtlichen Gründen (wie fallenden Einkommen, schrumpfendem Sparvermögen, demnächst steigenden Zinsen und Mangel an Käufern) nicht beliebig fortsetzen. Die Hoffnung der Spekulanten auf einen Preis von 180.000 $ im Jahre 2030 wird sich nicht erfüllen. Zu viele haben sich ihre Zweit- und Drittkäufe von Häusern in der Hoffnung auf riesige Gewinne mit geliehenem Hypothekengeld finanziert. Doch schnelles Reichwerden auf Pump ist eine gefährliche Strategie. Kämen derlei enorme Preissteigerungen tatsächlich, dauerte die übliche Abzahlungsperiode trotz Nullzins Jahrhunderte.

Die Geldumlaufmenge M3 entwickelte sich ebenfalls recht flott:

  • 1960: 55.000.000.000 $
  • 1976: 90.000.000.000 $
  • 2008: 600.000.000.000 $
  • 2016: 12.000.000.000.000 $
  • 2030 (geschätzt): 48.000.000.000.000 $

Der amerikanische Durchschnitts-PKW kostete:

  • 1960: 2.000$
  • 1970: 4.000 $
  • 1991: 15.000 $
  • 2012: 20.000 $
  • Heute: 25.000 $
  • 2022: ca. 30.000 $
  • 2030: ca. 37.000 $ (heute schon kostet ein Tesla, also E-Mobil, um die 35.000 $)

Der Benzinpreis pro Gallone stieg zwischen 1970 und heute von 0,30 $ auf etwa 4,10 $ an.

Kein Wunder, dass die Finanzwirtschaft so aufquoll, denn der Bedarf nach Nullgeld, nach Nullzinsen und die Spekulationssucht der Menschen wuchsen von Woche zu Woche. Seit 2007 hat der Finanzsektor dem Weltsystem ca. 18 Billionen $ zugeführt, und 2017 bisher noch einmal weitere 4 Billionen nachgelegt - von all dem dürften vielleicht 20% in die Realwirtschaft geflossen sein. Dort fehlt es an Ersatz- und Neuinvestitionen an allen Ecken und Enden, sogar die Gold- und Silberproduktion ist seit 10 Jahren am Schwinden.

In den Spekulationsgeschäften des Finanzsektors, in den 80% des Frischgeld-Schubes floss, verdient man, zumindest auf dem Papier, viel mehr als in der langweiligen Realwirtschaft (letztere krebst, global gesehen, seit etwa 10 Jahren müde vor sich hin).

Dagegen kommen von der Börsenszene fast täglich neue Rekordmeldungen. Sie sind rein spekulativ getrieben, vielfach mit geliehenem Geld. Die Aktienkurse, die Umsatzzahlen wie auch die Gewinnsituation der Unternehmen, also der wirtschaftliche Erfolg, haben längst jeden Zusammenhang verloren. Mit geborgtem Billiggeld werden die eigenen Aktien zurückgekauft, was die Kurse in die Höhe treibt, wonach sich wiederum die Millionen-Boni der Manager, streng "erfolgsgebunden" extrem nach oben hin orientieren.


In Kürze:

Die gewohnten Preissteigerungsraten, seien sie nun mit oder ohne spekulativem Hintergrund, landen schon bald dort, wo sie hingehören, nämlich in die Gedächtnisschublade (und dort in das allerunterste und hinterste Fach).

Sollte der Dollar wirklich kippen und die im Ausland schlummernden (besser träumenden) 70 bis 80% aller existierenden Dollars, wie gesagt unter biblischen Heulen und Zähneklappern, dank der anstehenden BRICS-Aktion gnadenlos verloren sein und abgezockt werden, dann gälte Wilhelm Buschs Reim vom erfolgreichen Gärtner, der einen Maulwurf fing:

Da liegt der Dollar-Bösewicht
und zockte gern und kann doch nicht.
Denn hinderlich, wie überall,
ist hier der eigne Todesfall.



© Prof. Hans-Jürgen Bocker
www.profbocker.ch



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