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Höhere Preise machen Produktion attraktiver

19.09.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Brentöl handelt wenig verändert bei 55,6 USD je Barrel, WTI bei rund 50 USD je Barrel. Der Preisanstieg bei Brent ist stark spekulativ getrieben. Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger stiegen in der letzten Berichtswoche bis zum 12. September um knapp 19 Tsd. auf 449 Tsd. Kontrakte, was dem höchsten Niveau seit Anfang März entspricht. Bei WTI kam es hingegen zuletzt zu einem deutlichen Positionsabbau. Die Netto-Long-Positionen bei Brent übertreffen diejenigen bei WTI inzwischen fast um das Dreifache. Wir erachten den Preisanstieg bei Brent daher als übertrieben und nicht dauerhaft.

Saudi-Arabien hat laut Daten der Joint Organisations Data Initiative (JODI) im Juli 6,69 Mio. Barrel Rohöl pro Tag exportiert. Das waren 196 Tsd. Barrel pro Tag weniger als im Vormonat und die niedrigste tägliche Exportmenge seit August 2014. Zwei Drittel des Rückgangs waren auf eine gestiegene inländische Verarbeitung wegen des höheren Eigenbedarfs während der Sommermonate zurückzuführen, ein Drittel auf eine niedrigere Rohölproduktion infolge des Kürzungsabkommens.

Die höhere Verarbeitung führte aber auch zu höheren Ausfuhren von Ölprodukten. Für August hat Saudi-Arabien eine weitere Kürzung der Exporte auf 6,6 Mio. Barrel pro Tag in Aussicht gestellt.

Die US-Energiebehörde EIA erwartet für Oktober einen weiteren Anstieg der US-Schieferölproduktion um 79 Tsd. auf 6,1 Mio. Barrel pro Tag. Das wäre der zehnte Monatsanstieg in Folge und ein neues Rekordniveau. Im größten Schieferölvorkommen, Permian Basin, soll die Produktion um fast 55 Tsd. Barrel pro Tag steigen. Trotz der zuletzt stockenden Bohraktivität bleibt die Schieferölproduktion damit auf Expansionskurs. Dies erschwert den von der OPEC erwünschten Marktausgleich.

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Edelmetalle

Gold bleibt unter Druck und fällt zeitweise auf 1.305 USD je Feinunze. Von seinem 13-Monatshoch vorletzte Woche hat Gold damit rund 50 USD nachgegeben. Die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD dürfte eine gewisse Anziehungskraft ausüben und schon in Kürze getestet werden. Ein Unterschreiten dieser Marke dürfte zu technisch-bedingten Anschlussverkäufen führen, die den Preisrückgang noch verstärken würden.

Gold in Euro gerechnet ist gestern sowohl unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie als auch unter die psychologisch wichtige Marke von 1.100 EUR je Feinunze gefallen. Es notiert heute Morgen bei 1.090 EUR. Da sich der EUR-USD-Wechselkurs unter dem Strich gestern nicht bewegt hat, waren die Verluste für Gold in USD und in EUR gleich groß.

Silber gab gestern um gut 2% nach und fiel damit doppelt so stark wie Gold. Es handelt noch knapp über 17 USD je Feinunze. Das Gold/Silber-Verhältnis ist auf über 76 gestiegen, der höchste Wert seit fünf Wochen.

Während sich Platin im Einklang mit Gold verbilligte und die Preisdifferenz zwischen diesen beiden Edelmetallen mit knapp 350 USD je Feinunze weiter nahe dem Rekordhoch liegt, ist Palladium gestern gegen den Trend gestiegen. Die Preisdifferenz zu Platin ist daraufhin wieder auf weniger als 30 USD je Feinunze geschrumpft. Letzte Woche betrug die Preisdifferenz noch rund 60 USD. Die relative Stärke von Palladium ist für uns nach wie vor nicht nachvollziehbar.


Industriemetalle

Die Metallpreise verteidigen heute Morgen weitgehend ihre hohen Preisniveaus. Unterstützt werden sie dabei wohl durch die in den USA und in Europa weiter steigenden Aktienmärkte, die den Risikoappetit der Marktteilnehmer ausdrücken. Aluminium kostet gut 2.100 USD je Tonne, Zink handelt bei rund 3.100 USD je Tonne. Nickel ist die Ausnahme; es fällt wieder unter 11.000 USD je Tonne. Die hohen Preise machen eine höhere Produktion der Metalle attraktiver. So nehmen zum Beispiel in Chile die Investitionen in neue Kupferprojekte wieder zu (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 13. September).

Im Falle von Zink wird schon kurzfristig eine höhere Produktion in Aussicht gestellt. So hat der kanadische Minenproduzent Teck Resources die Produktionserwartung für die "Red Dog"-Zinkmine in Alaska, eine der weltweit größten Zinkminen, für 2017 um 10% nach oben genommen (auf bis zu 550 Tsd. Tonnen). Und in Australien wird das in chinesischem Besitz befindliche Unternehmen MMG Ltd. eigenen Angaben zufolge die "Dugald River"-Zinkmine schon Ende des Jahres und damit ein halbes Jahr früher als geplant in Betrieb nehmen.

"Dugald River" ist eines der qualitativ hochwertigsten Zinkvorkommen weltweit und die Mine wird später zu den zehn größten Zinkminen der Welt zählen. Peru, der weltweit zweitgrößte Zinkminenproduzent, hat seine Zinkproduktion im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 7% ausgeweitet und auch deutlich mehr Zink exportiert. Dies sollte Sorgen über ein knappes Zinkangebot am Weltmarkt relativieren.


Agrarrohstoffe

Ersten Schätzungen zufolge dürften in den USA etwa 1,5 Mio. Ballen Baumwolle den Stürmen der letzten Zeit zum Opfer gefallen sein. Die Ernte 2017/18 könnte eine Größenordnung von 20 Mio. Ballen haben. Das wäre nicht mehr eine Steigerung um 27% gegenüber Vorjahr, wie sie das US-Landwirtschaftsministerium zuletzt prognostizierte, sondern "nur" noch um 16%. F

ür Australien reduzierte dessen Prognosebehörde Abares die Produktionsschätzung 2017/18 auf 956 Tsd. Tonnen (4,4 Mio. Ballen), während im Juni noch 1,08 Mio. Tonnen (rund 5 Mio. Ballen) erwartet wurden. Der Anstieg gegenüber Vorjahr würde dann nur noch 2,2% betragen. Da Australien den weitaus größten Teil seiner Baumwolle exportiert, gehört das Land zu den größten Baumwolllieferanten am Weltmarkt. Der für 2017/18 vom USDA prognostizierte Lageraufbau außerhalb Chinas von 11,9 Mio. Ballen könnte also etwas geringer ausfallen. Dies gab dem Baumwollpreis gestern jedoch nur geringfügig Auftrieb.

Zum zweiten Mal in Folge erhöhte die EU-Prognoseeinheit Mars ihre Schätzung für die durchschnittlichen EU-Mais- und Zuckerrübenerträge, da Regen in vielen Regionen das Pflanzenwachstum unterstützte. Im Süden der EU blieb es aber weiterhin zu heiß. Bei Mais soll der EU-Ertrag nach Anhebungen für Frankreich und Rumänien 1,4% über dem 5-Jahresmittel liegen, aber 2,2% unter dem Vorjahr. Bei Zuckerrüben beträgt das Plus gegenüber dem Mittel sogar 6,6%, gegenüber Vorjahr 3,7%. Hier spielen die guten deutschen Werte eine große Rolle.



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