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Die Zukunft der Weltwirtschaft

21.09.2017  |  John Mauldin
Dieser Newsletter wird der erste einer Serie sein, in der ich meine Vision der nächsten 5 - 20 Jahre in der Weltwirtschaft darlege. Mir ist bewusst, dass ein solches Vorhaben reichlich anmaßend und überheblich wirkt, daher werde ich mich dem Thema sehr vorsichtig nähern.

Warum überhaupt eine solche Prognose wagen? Wie meine Leser wissen, schreibe ich derzeit ein Buch darüber, wie die nächsten 20 Jahre in technologischer, geopolitischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht aussehen werden. Der Titel des Buches lautet "The Age of Transformation" und der Hauptgedanke dahinter ist, dass wir innerhalb der nächsten 20 Jahre einen größeren Wandel erleben werden als während des letzten Jahrhunderts.

Stellen Sie sich nur vor, wie anders die Welt aussehen wird, wenn die Veränderungen aus 100 Jahren in 20 Jahre gepresst werden. Wenn Sie nicht beschließen, sich diesem Wandel in Ihrem Leben und dem Leben Ihrer Liebsten zu stellen, werden Sie nicht im vollen Umfang an der Gesellschaft des Jahres 2038 teilhaben können. Ebenso wenig wird es Ihnen gelingen, die Früchte der jahrelangen harten Arbeit und Energie zu ernten, die Sie in die Vorbereitung Ihres Ruhestandes investiert haben.

In dieser Artikelserie über die Zukunft der Weltwirtschaft werde ich den Inhalt der letzten 25% meines Buches skizzieren, wobei ich im Buch viel detaillierter auf alle Themen eingehen werde. Ich möchte jedoch meinen Gedankenprozess mit Ihnen teilen und bin gespannt auf das Feedback, das ich bekomme. Das Buch kann dadurch nur besser werden.

Die ersten 40-50% des Buches werden sich auf technologische und biologische Veränderungen konzentrieren, die uns in den nächsten 20 Jahren erwarten. Das ist, allgemein gesagt, der "Regenbogen-und-Hundewelpen"-Teil des Buches. Es gibt zahlreiche Publikationen, die sich mit diesem Thema auf unterschiedliche Weise befassen, aber fast alle zeigen dabei techno-utopistische Tendenzen. Aus gutem Grund. Länger und gesünder in einer Welt des Überflusses leben, in der die Dinge, die wir besitzen wollen, immer günstiger werden - was soll man daran auch Schlechtes finden?

Die nächsten 25-30% werden geopolitische, gesellschaftliche und demografische Veränderungen behandeln, die uns gleichzeitig mit der technologischen Revolution unausweichlich bevorstehen. Zum Teil wird der Wandel in diesen Bereichen gerade durch neue technische Entwicklungen ausgelöst werden. Am Ende dieses Abschnitts wird das schwierigste Kapitel stehen, mit dem ich in den letzten zwei Jahren am längsten gekämpft habe: die Zukunft der Arbeit.

Für einige von uns wird das eine strahlende Zukunft sein. Für andere, denen es nicht gelingt sich anzupassen, sind die Aussichten eher düster. Für hunderte Millionen Jobs, die derzeit weltweit von Menschen erledigt werden, werden in Zukunft keine menschlichen Arbeiter mehr nötig sein. Wir werden uns auf andere Beschäftigungsfelder konzentrieren müssen.

Einen derart tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt haben wir in der Vergangenheit bereits einmal bewältigt. Rufen Sie sich in Erinnerung, dass im Jahr 1800 noch 80% aller US-Amerikaner auf den Farmen schufteten. Gegenwärtig sind es weniger als 2% und diese 2% produzieren heute pro Kopf viel mehr als unsere Vorfahren - unter ungleich besseren Arbeitsbedingungen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Veränderung, die sich allmählich im Laufe von zehn Generationen abspielte. Die Umbrüche, von denen ich spreche, werden in weniger als einer Generation geschehen.

Die Transformation der Arbeit wird eines der schwierigsten sozialen und politischen Probleme darstellen, dass die modernen Gesellschaften in den Industriestaaten zu meistern haben. Das Problem besteht nicht nur darin, dass es keine Jobs mehr geben wird. Viele der neu entstehenden Arbeitsplätze werden auch ganz neue Fähigkeiten erfordern nicht zwangsläufig dort entstehen, wo viele von uns heute wohnen.

Unsere Vorfahren sind mutig aus allen Ecken der Welt aufgebrochen, um Amerika eine Chance zu geben, auch wenn das bedeutete, dass sie ihre Heimat und ihre Lieben nie wieder sehen würden. Diese Bereitschaft, sich anderswo anzusiedeln, scheint heutzutage abgenommen zu haben. Wie viele Amerikaner finden schon Gefallen an der Vorstellung, von Region zu Region zu ziehen?

Im letzten Teil des Buches werde ich mich der Zukunft der Weltwirtschaft widmen. Da könnte es ein paar Probleme geben, wie meine Kinder sagen würden. Ich glaube nicht, dass wir in einer technologisch-dystopischen Cyberpunk-Welt wie bei Blade Runner enden werden, aber die Werkzeuge, mit denen wir die Wirtschaftsaktivität messen, sowie die Größen, die wir beobachten, werden eine äußerst volatile Phase durchlaufen.

Je nachdem auf welcher Seite dieser Volatilität Sie sich befinden, kann das außerordentlich gewinnbringend oder nachteilig sein. Ziel meines Buches ist es, Ihnen die allgemeine Richtung und die Macht des kommenden Wandels aufzuzeigen, damit Sie Ihre Strategie zum Nutzen Ihrer Familie, Ihrer Freunde und Ihrer Unternehmen anpassen können.

Die enorme Menge an Material, durch die ich mich gearbeitet habe, hat mich mehr als nur einige Male dazu gebracht, meine Meinung zu ändern. Letzten Endes bin ich optimistisch und auch das Buch wird einen optimistischen Ausblick auf die Zukunft geben, aber als Gesellschaft werden wir uns doch mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten konfrontiert sehen.

Wir werden neue, in manchen Fällen regelrecht ketzerische Wege finden müssen, um sicherzustellen, dass weltweit so viele Menschen wie möglich vom kommenden Wandel profitieren. Machen Sie sich keine Illusionen - es werden heftige politische Verwerfungen auf uns zukommen. Die aktuelle Inkompetenz der Regierung in Washington wird uns im Vergleich dazu schon fast drollig erscheinen, während unser Land und die ganze Welt von einer Zukunftsvision zur nächsten springen.


Hauptsache, die Richtung stimmt

Bei dem Versuch, die Zukunft vorherzusagen, fühle ich mich wie ein Pionier, der eine Gruppe von Landsleuten durch die Wildnis führt. Wir erreichen eine Anhöhe und blicken in die Ferne. Weit weg, in 50 Meilen Entfernung scheint es einen Pass zu geben, der in die richtige Richtung führt. Von diesem Pass trennen uns jedoch noch zahlreiche Berge, Täler, Flüsse und potentiell feindlich gesinnte Einheimische. Wie wir dorthin gelangen, ist noch nicht klar. Und so bricht unser unerschrockenes Team erneut auf, in dem Vertrauen, dass uns unsere Fähigkeiten und Instinkte bis zu diesem Pass bringen werden - und zum nächsten danach.


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