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Zentralbanker streiten

16.11.2006  |  Dr. Jürgen Müller
Dieser Artikel geht auf eine Veröffentlichung in der Heidenheimer Zeitung vom 14.11.2006 zurück, der sich wiederum auf die DPA stützt.

Unter der Überschrift "Zentralbanker streiten" vermeldete die Deutsche Presse Agentur DPA am 13.11.2006 einen wohl grundsätzlich schwelenden Streit zwischen der Europäischen Zentralbank EZB und der amerikanischen Federal Reserve FED: "Die EZB mißt in ihrer Stabilitätspolitik der Geldmenge bislang eine große Bedeutung zu. Die US-Notenbank dagegen ignoriert sie."

Zitat Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB: "Es gibt einen langfristigen Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum und Inflation". Ein Beleg für diese These sei der Erfolg der EZB bei der Inflationsbekämpfung, der sie seit ihrer Gründung nachgehen würde. Schaut man sich die Euro-Geldmenge M3 (weiteste Definition der Geldmenge) im längerfrisdtigen Kontext an, erkannt man die erfolgreiche EZB-Politik wie folgt.

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M3-Geldmengen Dollar und Euro im Langzeit-Kontext
Daten-Quellen: FED, EZB, nowandfutures.com


Dollar und Euro folgen demnach einer exponentiellen Funktion (die dünnen schwarzen Linien bilden eine perfekt exponentielle Kurve dar). Die Geldmenge des Euros wurde innerhalb seiner kurzen Lebensdauer seit 1998 bereits um 77% ausgeweitet. Zieht man gemäß wahrer Inflation (www.wahre-inflation.de) das Wirtschaftswachstum von diesem Wert ab, bleibt noch immer eine bemerkenswerte Summe an Geldentwertung übrig, Größenordnung 50%.

Im Zeitungsartikel heißt es weiter, Zitat: "Die Fehler in den Prognosen für das Wachstum der Geldmenge sind oft groß - sagte der US-amerikanische Notenbank-Chef auf einer EZB-Konferenz in Frankfurt". Doch die Frage muß lauten: Wie wichtig ist eine Prognose im volkswirtschaftlichen Sinn? Reicht es nicht einfach aus auf die aktuellen Zahlen zu schauen und sich zu überlegen, ob das M3-Wachstum wohl zu langsam (Deflationsgefahr) oder wohl zu schnell (Inflationsgefahr) wäre?

Bernanke meinte weiter, daß der Zusammenhang zwischen beiden Größen (also Geldmengenausweitung und Inflation) nicht immer klar festgelegt sei. Leider hat sein eigenes Haus im Jahr 1995 genau dies in einer empirischen Studie (griech. = Erfahrung) verifiziert.

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Quelle: http://minneapolisfed.org/research/QR/QR1931.pdf
(im Chart "Money Growth" = Geldmengenwachstum)


Der Zusammenhang ist demnach klar und mathematisch linear. Die Versetzung der Geraden nach rechts spiegelt lediglich das Wirtschaftswachstum wider. Wäre dieses bei null und würde 20% mehr Geld gedruckt, wäre die Inflation logischerweise bei 20%. Eine zweite mir bekannte Studie der schweizer UBS hat dieses Ergebnis ebenfalls bestätigt.

Was will uns also der vorliegende Artikel (der bestimmt auch in anderen Zeitungen am 14.11. erschien) sagen oder auf was vorbereiten? Es ist immer wieder auf"s neue interessant zu lesen, wie Repräsentanten des monetären Zentralbanksystems, die die Wahrheit kennen müssen, sich auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit äußern. Seit mehr als 250 Jahren wissen wir von schottischen Ökonomen David Hume, dem Urheber der simplen Quantitätstheorie des Geldes

M x V = P x BSP

Geldmenge x Umlaufgeschwindikeit = Preisniveau x Bruttosozialprodukt


daß Geldmenge und Preisniveau linear voneinander abhängen, geht man von konstanter Umlaufgeschwindigkeit und BSP aus. Mit anderen Worten: Geld ist neutral, und eine Geldmengenänderung resultiert ausschließlich in einer Änderung des nominalen Preisniveaus
(neoklassischer Monetarismus).


In eigener Sache: Nächste Woche am Freitag 24.11. findet für dieses Jahr unser letzter Edelmetall-Stammtisch mit Dietmar Siebholz als Referenten statt. Weitere Infos finden Sie unter www.goldsilber.org/stammtisch Ich bitte um vorige Anmeldung, vielen Dank.


© Jürgen Müller
www.goldsilber.org
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