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Offenmarktausschuss - Für jeden etwas …

12.10.2017  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1875 (08.02 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1802 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.28. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133.35. EUR-CHF oszilliert bei 1.1541.

Bis auf Spanien liefert der europäische Nachrichtenpotpourri positive Informationen.

Wachstumsprognosen werden jetzt in der Form der Nacherzählung vom IWF, diversen anderen Instituten und auch der deutschen Bundesregierung nach oben angepasst. "Chapeau".

Die Eurozone ist mittlerweile ein Wachstumstreiber in der westlichen Welt. Selbst EZB-Chefvolkswirt Praet sprach gestern in New York von einem belastbaren Wachstum. Offensichtlich ist auch in der EZB angekommen, dass wiederkehrende Einkommen die maßgebliche Basis der wirtschaftlichen Expansion in der Eurozone darstellen. Ergo ergibt sich im Vergleich mit USA und UK ein völlig anderer qualitativer Hintergrund der wirtschaftlichen Expansion.

In Italien kommt die Wahlrechtsreform voran. Das ist zu begrüßen, da die politische Handlungsfähigkeit durch das aktuelle Organigramm ineffizient war und ist.

Spanien kommt nicht zur Ruhe. Die Ironie des Schicksals könnte sich für Katalonien einstellen. Der nicht mit der Verfassung vereinbare Wunsch der Nationalisten, sich aus Spanien zu verabschieden, kann damit enden, dass die bisherige Autonomie Kataloniens entfällt. Nun denn …


Offenmarktausschuss: Für jeden etwas …

Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve lieferte für alle Marktsegmente. Einerseits wurde Sorge wegen der anhaltenden niedrigen Inflation geäußert. Diesbezüglich sei Geduld bei der weiteren zins- und geldpolitischen Wende angebracht. Insbesondere der Gouverneur der Federal Reserve Chicago Charles Evans bemühte sich, gestern die Erwartungshaltung der Finanzmärkte bezüglich der Zinspolitik zu nivellieren.

Nun kann man diskutieren, ob Verbraucherpreisanstiege bei 1,9% wirklich kritisch sind. Fakt ist, dass die Verbraucherpreise sich seit Februar von 2,8% auf 1,9% entwickelten. Hintergrund waren Basiseffekte bezüglich der Rohstoffpreisentwicklung.

Man kann aber auch die Erfassung der Verbraucherpreise in Frage stellen. Folgt man dem Ansatz der Erfassung von 1990 stellen sich die Verbraucherpreise aktuell nicht auf 1,9%, sondern auf 5,7% (Quelle: Shadow Governmant Stats). Der gesellschaftliche Verarmungsprozess in den USA könnte in die Richtung interpretiert werden, dass die zwischen 1990 - 1992 veränderte Preismessung (Boskin-Kommission) nicht notwendig Realitäten abbildete und abbildet. Löhne und Sozialleistungen orientieren sich an der Verbraucherpreisentwicklung …

Gleichwohl meint man im Offenmarktausschuss, dass es wahrscheinlich gerechtfertigt sei, die Zinsen ein weiteres Mal im laufenden Jahr anzuheben. Die Reaktion an den Märkten impliziert, dass das Protokoll des Offenmarktausschusses in eine weichere zukünftige Gangart interpretiert wurde. Diese Sichtweise der Märkte teilen wir.


Auch gestern erreichte uns aus den USA ein Datensatz:

Der Index des California Manufacturing Survey lieferte per 4. Quartal 2017 einen Anstieg von zuvor 61,0 auf 64,9 Punkte und markierte damit das höchste Indexniveau in der Historie!

Da bekommt der Offenmarktausschuss bezüglich der Zinserhöhung im laufenden Jahr von diesem Sentimentindikator Rückenwind. Passt dieser Index zu der realen US-Welt lautet jedoch die nächste Frage …

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© Moody’s Analytics


Aktuell ergibt sich ein Szenario, das eine positive Haltung bezüglich der Bewertung des USD favorisiert. Erst ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.1880 - 00 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank



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