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Wacht der schlafende Riese auf?

11.11.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
Wenn der Name "Russland" fällt, laufen Unternehmer, Investoren und normale Stimmbürger rasch in Deckung - zumindest gedanklich. Neben Trump ist Putin und sein Umkreis die Quelle allen Übels.

Der üble Putin verhalf angeblich dem noch übleren Trump zum Sieg, schaltete durch seine Manipulationen die engelhafte Clinton per Hackerattacken aus, hackt seither Tag und Nacht fast alle westlichen Webseiten und Server rund um die Uhr weiter. Sein Land ist längst pleite und sein unglückliches Volk lebt noch unter dem Niveau von Griechenland. Täglich rotten sich Millionen hoch Unzufriedener zusammen und demonstrieren wie von Sinnen gegen seine Gewaltherrschaft, die russische Volkswirtschaft hängt einzig und allein vom Ölexport ab. Allerdings bleibt es auf absehbare Zeit (Jahrzehnte) der größte Exporteur von Erdgas und der zweitgrößte von Öl (nach den Saudis).

Die Vorräte an braunem Gold gehen aber rasch zu Ende, genau wie Putin und sein lächerliches Ländchen. Überall im Westen wimmelt es von russischen Spionen - in der Wirtschaft, im diplomatischen Dienst und in der Politik, vor allem aber im Internet, wo das böse Moskau jedes westliche Wahlergebnis zu seinen Gunsten beliebig manipulieren kann.

Nach dieser Melodie jedenfalls beten die westlichen Medien ihre tägliche Anti-Russland-Litanei wie einen Rosenkranz herunter. Und in Anbetracht des gewaltigen NATO-Aufbaus an Russlands Westgrenzen wagt es dieses elende Russland auch noch aufzurüsten. Aber denen werden wir es schon noch zeigen. Die ohnehin schon massiven Sanktionen, die bisher Deutschland ca. 700 000 Arbeitsplätze kosteten, müssen massiv verschärft werden. Am besten überhaupt kein Handel mehr mit diesen furchtbaren Russen und dem dreisten Putin treiben.

Auf dass den Deutschen dann sofort 53% ihrer Primär-Energie fehle und diese dann etwa doppelt so teuer aus den USA ersatzweise eingeführt werde. Oder vielleicht noch mehr Ökostrom zum vierfachen Preis von Atomstrom generieren. Was der Staat vom Einkommen noch übrig lässt, kriegen dann die Grünen. Es geschieht Putin ganz recht, wenn die deutsche Wirtschaft endlich mal kaputtgeht. Ausreichende Dummheit muss ja schließlich hart bestraft werden.

Die zahlreichen Berichte ausländischer Touristen, die viele Aspekte des modernen Russlands loben und ihrer positiven Überraschung auf vielerlei Weise Ausdruck verleihen, werden von westlichen Medien totgeschwiegen. Derlei positive Meldungen sind alles Verschwörungstheorien oder Hirngespinste halb Dementer. Russland ist und bleibt ein unfähiges Ärgernis in der Medienlandschaft.

Dass die angeblichen Clinton-bezogenen "E-Mail-Lecks" nicht von den Russen stammten (wie in den Medien immer wieder ausgewalzt wird), sondern von Anhängern des von der Wahl schwer enttäuschten Bernie Sanders bzw. dessen Anhängern stammen sollen, scheint inzwischen erwiesen (siehe auch Wikileaks). Dass Washington die Russen als nützliche Verbündete brauchte, und zwar im Streit gegen China, was Währungskriege, Schützenhilfe für den Dollar, Handel und Sanktionen gegen Nordkorea betrifft, geht als politische Notwendigkeit im überlautem Medienlärm völlig unter.

Doch inmitten all des pausenlos immer weiter aufgeblasenen Medien-Krawalles gegen Russland wird nicht minder pausenlos übersehen, dass das größte Land der Welt über gewaltige Rohstoffressourcen verfügt.

Gott sei Dank trifft die spöttische Bezeichnung "Marx-Bankrottistan", wie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion üblich, längst nicht mehr zu. Es könnte sogar als das attraktivste Entwicklungsland der Welt ohne weiteres jeden strengsten ökonomischen Prüfungsprozess mit Glanz bestehen. Es verfügt über ein jährliches GDP von rund 1,4 Billionen $, mit 145 Millionen Bürgern, und gilt damit als die zwölftstärkste Volkswirtschaft der Welt. Dagegen fallen Länder wie Taiwan, Spanien, Australien, Mexiko und Indonesien im Vergleich, wie auch andere als "attraktive Entwicklungsländer für Investoren" geltende Volkswirtschaften, deutlich zurück.

Wenige wissen, oder wollen wissen, dass der Verschuldungsgrad mit vergleichsweise lachhaften 17% im globalen Vergleich als "hoch solide" einsam im Raume steht. Immerhin stehen andere Länder wie die USA mit 120%, China mit wahrscheinlich über 500%, Deutschland mit 130%, Frankreich und Japan mit je 250% und England mit etwa 90%, sowie Griechenland mit 350%, deutlich schlechter da. Bräche die nächste globale Schulden- oder Finanzkrise im November aus, würde man von vielen Ländern in den Medien hören, nur nicht von Russland. Vielleicht wäre die Berichterstattung über Liquiditätsprobleme dann weniger zirkushaft, sondern eher ausgewogen - vielleicht sogar beschämt.

Hinzu kommt die starke Stellung im künftigen Goldmarkt. Sollten die Edelmetalle, wie sehnsüchtig erwartet, eines schönen Tages den ganz großen Sprung in ihrer Kaufkraft machen und der Dollar seine weltweite Führungsrolle mehr oder weniger winselnd abgeben (und beides ist keine Frage des "ob", sondern nur des "wann"), stünde Russland an der Stelle des zumindest drittgrößten Goldproduzenten der Welt (vor China, Australien, den USA, Südafrika, Kanada und kleineren Lieferanten).

Die Goldproduktion gehört seit etwa 90 Jahren, rein fördertechnisch, zu den modernsten der Erde. Die gehaltenen Goldreserven können nur geschätzt werden (die Schätzungen liegen im Bereich von 9 000 bis 10 000 Tonnen an physischem Gold), was in etwa der Hälfte der geschätzten chinesischen Lagermengen entspräche.

Geopolitisch (Machtbasis) steht das Land an dritter Stelle nach Amerika und China, vor allem was modernste Rüstung und Verteidigungsfähigkeit betrifft. Diese Vorstellung passt so gar nicht zum düsteren Standardgemälde, das westliche Medien täglich von diesem "kleinen unbedeutenden wirtschaftlichen Hinterwasser" täglich aufs Neue entwerfen.

Paradox ist, dass im Moment zwei Frauen über die größten Geldmengen der Welt an zentraler Stelle gebieten. Frau Janet Yellen steht der FED als Nachfolgerin Bernankes vor und Frau Elvira Nabiulina herrscht als Vorstand der Zentralbank Russlands und befiehlt über das gesamte Vermögen im Reiche Putins, also über Devisen, Gold und andere Teile des Staatsschatzes.

Sie trat ihren Posten im Jahre 2013 an und lagert wahrscheinlich etwa 1800 Tonnen Gold und geschätzte 4 Billionen $ an Devisen bzw. Papier- und Digitalgeld in diversen Währungen. Ihr Hintergrund wird nicht durch eine weltberühmte amerikanische Spitzen-Universität geschmückt, sondern sie graduierte, höchst profan, von der Moskau-Staatsuniversität.


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