Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
In Ihrem Webbrowser ist JavaScript deaktiviert. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, muss JavaScript aktiviert sein.
Suche
 

Märkte vor wichtigen Daten in Wartestellung

13.11.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise starten mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche. Sie reagieren damit möglicherweise auf Zahlen von Baker Hughes zur Bohraktivität in den USA vom letzten Freitag. Die US-Schieferölunternehmen scheinen auf die deutlich gestiegenen Ölpreise zu reagieren und wieder verstärkt nach Öl zu bohren. Die Zahl der aktiven Ölbohrungen stieg in der letzten Woche um 9 auf 738. Das war der stärkste Wochenanstieg seit Ende Juni. Damit wurde auch der Rückgang der Bohraktivität in der Vorwoche wieder wettgemacht.

Laut US-Energiebehörde EIA folgt die Bohraktivität den Ölpreisen mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa vier Monaten. Die Ölpreise verzeichneten ihr Jahrestief Ende Juni. Seither ist der für die Schieferölproduzenten maßgebliche WTI-Ölpreis mit Fälligkeit in sechs Monaten (entspricht der Verzögerung zwischen Preis und Produktion) um mehr als 30% gestiegen. Vieles spricht somit dafür, dass der Anstieg der Bohraktivität in der letzten Woche der Beginn eines Trends war.

Die US-Rohölproduktion ist trotz der in den letzten Monaten rückläufigen Bohraktivität weiter gestiegen und erreichte laut EIA in der letzten Berichtswoche auf Basis der Wochendaten ein Rekordniveau. Wesentlicher Treiber ist auch hier die Schieferölproduktion. Diese soll laut EIA im November ein Rekordniveau von mehr als 6 Mio. Barrel pro Tag erreichen.

Neue Schätzungen bis einschließlich Dezember gibt die EIA im Rahmen des Drilling Productivity Report heute Abend bekannt. Aufgrund der niedrigeren Bohraktivität könnte die EIA die Produktionsschätzung der zurückliegenden Monate zwar etwas reduzieren. Am Trend einer weiter steigenden Produktion dürfte dies allerdings nichts ändern.

Open in new window

Edelmetalle

Wenig verändert starten die Edelmetallpreise in die neue Handelswoche. Gold handelt bei knapp 1.280 USD je Feinunze, Silber kostet 16,9 USD je Feinunze. Gold verlor am Freitagnachmittag in einem Rutsch 10 USD, da an der Comex in New York innerhalb von 10 Minuten fast 40 Tsd. Kontrakte (rund 4 Mio. Unzen bzw. gut 120 Tonnen) gehandelt wurden. Möglicherweise hat der Anstieg der Anleiherenditen in den USA zu Verkäufen bei Gold geführt. Aufschluss hierüber können möglicherweise die CFTC-Daten am Freitag geben. Die ETF-Anleger haben am Freitag allerdings 3,6 Tonnen Gold gekauft.

Diese Woche werden wohl Platin und Palladium im Mittelpunkt des Marktinteresses stehen. Denn morgen veröffentlicht Johnson Matthey, der weltweit größte Verarbeiter von Platin und Palladium, seinen halbjährlichen Bericht zur Lage an diesen Märkten. Auch dürfte Johnson Matthey einen Blick in das nächste Jahr werfen.

Für 2017 dürfte Johnson Matthey morgen im Nachhinein eine Rechtfertigung für die unterschiedliche Preisentwicklung von Platin und Palladium liefern. Denn aufgrund der guten Absatzzahlen von Autos mit Benzinmotoren könnte das Angebotsdefizit am Palladiummarkt sehr hoch ausfallen. Dagegen dürfte der Platinmarkt in diesem Jahr überversorgt sein, da bei den Absätzen von Autos mit Dieselmotoren Flaute herrscht. Palladium handelt zum Wochenauftakt bei rund 1.000 USD je Feinunze und ist damit etwa 70 USD teurer als Platin.


Industriemetalle

Die Metallpreise starten mit einem freundlichen Unterton in die neue Handelswoche. Kupfer legt leicht auf gut 6.800 USD je Tonne zu, Nickel verteuert sich etwas stärker auf rund 12.300 USD je Tonne. Die Nachrichtenlage ist heute Morgen noch sehr dünn. Daten zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer werden von der CFTC wegen des Veterans Day erst heute Abend veröffentlicht. Konjunkturdaten aus China, die die Metallpreise potenziell bewegen könnten, gibt es auch erst morgen früh.

Gemäß dem Bloomberg-Konsens haben die Industrieproduktion und die Investitionen in Sachanlagen im Oktober (weiter) an Dynamik verloren. Am Zinkmarkt sind trotz der hohen Preise noch nicht alle vormals stillgelegten Minen wieder in Betrieb. Insbesondere Glencore, der weltweit größte Zinkproduzent, hat noch nicht alle Minen wieder angefahren. Das Unternehmen hatte vor etwa zwei Jahren vor allem in Australien und Peru Minen stillgelegt bzw. die Produktion in diesen reduziert und so rund 500 Tsd. Tonnen Zink p.a. vom Markt genommen.

Im Zuge dessen und aufgrund der Kürzungen anderer Zinkproduzenten hat sich der Zinkpreis verdoppelt und war Anfang des Monats auf den höchsten Stand seit über zehn Jahren gestiegen. Die LME-Zinkvorräte wurden im gleichen Zeitraum mehr als halbiert. Der Markt wartet nun auf die Ankündigung von Glencore, wann die Minen wieder in Betrieb genommen werden. Dies könnte die Sorgen über ein knappes Angebot verringern.


Agrarrohstoffe

Auch Monate nach der Ernte ist der Reigen der Aufwärtsrevisionen der russischen Weizenernte 2017/18 noch nicht beendet. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA erhöhte seine Angabe im jüngsten Monatsbericht nochmals um 1 Mio. Tonnen auf 83 Mio. Tonnen. Auch die Weizenexporte Russlands werden nun nochmals mit 33 Mio. Tonnen etwas höher angesetzt. Dies wären 19% mehr als 2016/17. Tatsächlich zeigen die bisherigen Daten, dass Russland kumuliert seit Saisonbeginn im Juli 20% mehr Ware verschiffte als im Vorjahreszeitraum.

Auch für die USA wurde die Exportmenge angehoben, was das USDA explizit damit begründet, dass zuletzt auch der Irak US-Ware nachfragte. Die globale Bilanz änderte das USDA jedoch nur geringfügig und rechnet mit einem Überschuss von knapp 12 Mio. Tonnen. Eine große Änderung bei der erwarteten Marktbilanz gab es dagegen bei Mais: Weitgehend bestimmt durch die starke Aufwärtsrevision bei der US-Ernte (siehe TagesInfo vom 10. November) senkte das USDA seine Prognose für das Marktdefizit von zuletzt 26 Mio. Tonnen auf jetzt 22,7 Mio. Tonnen.

Bei Sojabohnen ist es dagegen eine etwas höhere Ernteschätzung für Brasilien, die sich in einer um 1 Mio. Tonnen auf 4,5 Mio. Tonnen erhöhten Überschussprognose niederschlägt. Trotz zuletzt enttäuschender chinesischer Importzahlen - die allerdings durch Lieferverzögerungen in Zusammenhang mit Hurrikan Harvey verzerrt waren - erhöhte das USDA seine Importprognose 2017/18 für China von 95 auf 97 Mio. Tonnen.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!



"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"
In Ausübung dieses Rechtes wird allen Behörden, insbesondere Ämtern, juristischen Personen öffentlichen Rechts,
in dieser Weise beliehenen Personen und Anstalten öffentlichen Rechts der Zutritt zu unseren Netzseiten verboten!"

Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2017.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!