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Die Hyperinflation, die nicht stattfand

04.12.2017  |  Dr. Keith Weiner
Letzte Woche hatten wir eine kontroverse Aussage getroffen. Wir sind glücklich, ungeachtet der Konsequenzen, die Wahrheit zu schreiben (z.B. unser überlegter Dissens mit Ted Butlers Kursmanipulationsansichten). Das Flakfeuer, das wir dafür kassieren, können wir hinnehmen, solange unsere Positionen verstanden wurde.

Einige kritisierten unsere Herangehensweise als rein technische Analyse und somit als unzureichend, um die Dynamiken der Gold- und Silbermärkte zu erklären.

Ganz gleich ob wir an dieser Einschätzung unserer Arbeit zu kritteln haben oder nicht: Wir glauben, dass die von uns veröffentlichten Argumente und eindeutigen Daten nach wie vor Bestand haben. Keiner, auch nicht Mr. Butler, ging inhaltlich auf unsere Daten oder unsere Logik ein. Jeder kann für sich selbst lesen und dann seine Seite wählen, und das ist OK für uns.

Letzte Woche hatten wir jedoch etwas geschrieben, das unserem Eindruck nach, nicht richtig verstanden wurde. Es ging dabei um die wichtigsten Ideen der modernen Ökonomie, und um den Schlüssel zum Verständnis des Bankenwesens. Zitat:

“Die Federal Reserve ist natürlich ein entscheidender Akteur in diesem monetären Inflationsmodell. Besitzt die Fed eine Druckerpresse? Druck die Fed Geld?

Wie jede andere Bank leiht die Fed Geld, um ihre Ankäufe von verzinsten Anlagen zu finanzieren. Sie verdient dabei den Spread zwischen dem, was sie selbst zahlt (aktuell ca. 1,25 %) und dem, was ihr Anlageportfolio abwirft (über 2 %). […] Im Gegensatz zu allen anderen Geschäftsbanken, gibt es EIN GESETZ, DAS UNS VERPFLICHTET, DIE VERBINDLICHKEITEN DER FED SO ZU BEHANDELN, ALS SEIEN SIE GELD.“


Leihen ist so ziemlich das Gegenteil vom Drucken. Warum kann es also bei diesem Thema so viel Streit geben? Vielleicht wäre es präziser zu sagen, dass es unter den Vertretern der Österreichischen Schule dahingehend kaum Diskussionen gibt: "Money Metals" ist schlicht und einfach Ketzerei!

Hätte die Fed aber gedruckt, wäre die Hyperinflation gekommen - und eben das hatten viele "Österreicher" vorhergesagt. So prognostizierte eine berühmte Persönlichkeit auf dem FreedomFest im Juli 2009, dass zum Ende jenen Jahres die Hyperinflation einsetzten würde. Die Geldschöpfung werde eine Flut aus wertlosem Papier produzieren. Neben der schieren Menge (Billionen) wäre auch noch die Absurdität, die Bedeutungslosigkeit dieses Geldes.

Obgleich viele den Dollar als “wertloses Papier“ bezeichnen, so ist er doch nicht wertlos. Es ist immer noch ziemlich wertig - für einen Dollar kann man 24 Milligramm Gold kaufen, ganz zu schweigen von Essen, Benzin, Immobilien, Kunstwerken und Laptops, auf denen wir hochtrabend über monetäre Angelegenheiten schreiben.

Doch nehmen wir an, ein organisierter Verbrecherring druckte 3.500.000.000.000 $ und ginge damit auf Shoppingtour. Diese Fälscher kaufen jetzt alles - kistenweise teuren Champagner, Bilder von Cézanne, Maybach-Autos und Häuser in Malibu. Was würde passieren?

Sie würden alle Preise in die Höhe treiben. Unnachgiebige Käufe von preisunbewussten Käufern lassen die Höhe aller Angebote steigen und steigen. Na klar, wenn man eine Druckerpresse hat, dann ist es egal, ob man Cristal-Champagner für 200 $ oder 20.000 $ kauft. Man kann einfach mehr drucken. Der Preis ist nur für die von Bedeutung, die verdienen müssen, bevor sie ausgeben (oder das Familienvermögen liquidieren).

Also: Das Ergebnis des Gelddruckens wäre unterm Strich ein andauernd aber womöglich stetig steigendes Preisniveau. Anfänglich. Bis schließlich die Menschen das Spiel zu durchschauen beginnen und auch dessen unausweichliches Ende begreifen. Dann passiert etwas. Der Ökonom Ludwig von Mises beschrieb es als den “Crack Up Boom” oder "Katastrophenhausse":

"Doch dann wachen die Massen schließlich auf. Plötzlich wird ihnen klar, dass bewusst und vorsätzlich Inflationspolitik betrieben wird und dass sie kein Ende finden wird. Es kommt zum Zusammenbruch. Die Zeit der Katastrophenhausse ist gekommen. Jetzt ist jeder darauf bedacht, sein Geld schleunigst gegen "reale“ Güter einzutauschen, ganz gleich, ob er diese braucht oder nicht und ganz gleich, wie viel Geld er für sie bezahlen muss. Innerhalb sehr kurzer Zeit, innerhalb weniger Wochen oder gar Tage, werden die Dinge, die zuvor als Geld genutzt wurden, nicht mehr als Tauschmittel eingesetzt. Sie werden zu Altpapier, gegen das keiner mehr etwas eintauschen möchte."

Man muss wohl davon ausgehen, dass dies nicht passierte. Hier ist ein Diagramm, das die Preise von Rohöl und Weizen seit Beginn der ersten "quantitativen Lockerungen" bis zum Ende "der Nullzinspolitik" zeigt.


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