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Gold essen?

13.01.2018
In bestimmten Kreisen der Finanzmedien wird gerne darauf hingewiesen, dass Sie "Gold nicht essen können". Wir wissen nicht, von wem diese scharfsinnige Beobachtung ursprünglich stammt, aber es ist wahrscheinlich, dass sie durch einen Moderator oder einen Wall-Street-Analysten auf CNBC oder Bloomberg verbreitet wurde. Die abfällige Bemerkung beruht offenbar auf der Tatsache, dass Gold kein Ersatz für Brot ist, falls es im Rahmen einer ernsten Finanz- oder Währungskrise zu Lebensmittelknappheiten kommt. In den Augen mancher Personen macht das Gold in Krisenzeiten anscheinend nutzlos.

Angesehen davon, dass der Kommentar irreführend und irrelevant ist - darauf kommen wir später noch einmal zurück - ist er tatsächlich auch faktisch falsch. Wir können Gold nämlich essen. Und auch trinken.


Gold in der Gastronomie

Wir müssen allerdings feststellen, dass wir Gold zwar essen, aber nicht verdauen können. Das Edelmetall ist für den menschlichen Körper jedoch nicht toxisch und reagiert nicht chemisch mit ihm. Aus diesem Grund kann Gold bedenkenlos für spezielle Gerichte und Getränke verwendet werden und kommt tatsächlich auch gelegentlich in der Luxus-Gastronomie zum Einsatz.

Einige Leser haben sicherlich schon von Goldschläger gehört, einem schweizerisch-italienischem Likör, in dem feinste Goldplättchen herumschwimmen. Gleiches gilt auch für einen Schweizer Gin namens Studer Swiss Gold Gin. In der Eidgenossenschaft kann man zudem verschiedene essbare Goldprodukte wie Trüffelpralinen mit 24-karätigem Gold kaufen. Um sich von der Schweiz nicht überbieten zu lassen, hat das exklusive Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi einen mit Blattgold bestreuten Cappuccino im Angebot.

Im Kaufhaus Selfridges in London können Sie sich ein "Milliardärs-Eis" gönnen, welches ebenfalls mit Blattgold verziert ist, und in einem Edelrestaurant der Upper East Side in Manhattan können Sie für 1.000 $ einen mit Gold bedeckten "Golden Opulence Sundae" bestellen. Im englischen Leicestershire gibt es zudem einen spezialisierten Käsehersteller, der den teuersten Käse Großbritanniens verkauft - den "Clawson Stilton Gold", einen Stiltonkäse, der von essbarem Blattgold durchzogen und mit einem Schuss Goldlikör angereichert ist.

Die Verwendung von Gold in der High-End-Gastronomie zeigt jedenfalls, dass Gold eine begehrte und prestigeträchtige Substanz ist - aber auch, dass Gold ein realer, fassbarer Wert ist.


Die selektive Wahrnehmung der Wall Street

Abgesehen davon, dass die Behauptung, man könne Gold nicht essen, streng genommen falsch ist, ist auch die ihr zugrundeliegende Logik fehlerhaft. Schließlich können Sie auch die Lieblingsassets der Wall-Street-Profis nicht essen. Stellen Sie sich nur vor wie es wäre, auf Anleihen oder Banknoten herumzukauen. Aber wer auch immer den Ausspruch "Sie können Gold nicht essen" in Umlauf gebracht hat, hat das lieber nicht erwähnt. Wir fordern hiermit jeden, der diese Bemerkung schon einmal gemacht hat - insbesondere die üblichen Gäste bei CNBC und MSNBC - dazu auf, Aktien- oder Anleihezertifikate oder deren elektronische Äquivalente zu verspeisen.

Die digitalen Münzen von Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Litecoin eignen sich ebenfalls schlecht als Nahrung. Selbst reale Vermögenswerte wie Kunstgegenstände, Antiquitäten, Immobilien, Agrarland oder Oldtimer sind wenig bekömmlich. Einzige Ausnahme wären vielleicht Investitionen in exklusive Weinsammlungen. Diese könnten Sie natürlich prinzipiell trinken. Doch würden Sie das wollen, wenn Sie dadurch ein vielversprechendes Investment vernichten?

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