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Gold, Silber, Minenaktien - und dazu die passende Anlagestrategie

14.01.2018  |  Manfred Gburek
Wo Rauch ist, ist auch Feuer, lautet ein bekannter Spruch. Nein, ich meine nicht das am Freitag zu einem vorläufigen Ende gebrachte Gewürge um die GroKo oder das täglich neue Poltern von Donald Trump, sondern eine in der vergangenen Woche aufgekommene, zuerst von der Nachrichtenagentur Bloomberg verbreitete Meldung: China als größter Gläubiger der USA stelle die Käufe amerikanischer Staatsanleihen auf den Prüfstand, wolle sie gegebenenfalls reduzieren oder ganz stoppen.

Entsprechende Gerüchte gibt es schon seit Jahren. Neu ist allerdings, dass Börsianer jetzt zwei Tage lang besonders heftig reagiert haben: mit dem prompten Anstieg der Anleiherenditen, und zwar weltweit. Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass in Anleihen, verglichen mit Aktien, global das Vielfache an Geld angelegt ist. Verglichen mit Gold und erst recht mit Silber, ist es sogar das ganz Viel-Viel-Fache. Inzwischen haben die Gemüter sich wieder etwas beruhigt. Die Frage ist indes, für wie lange. Denn die USA haben ihre obere Schuldengrenze in der Vergangenheit bereits mehrfach durchbrochen; das erzeugt unter Anlegern eine gehörige Portion Misstrauen.

Das Gegenteil, nämlich Vertrauen, kehrt allmählich in Gold und Silber zurück. Auch in Minenaktien, das macht einen guten Eindruck. Die von mir verfolgten Indikatoren signalisieren zunehmend, dass wir uns am Beginn einer mehrjährigen Aufwärtsbewegung der beiden Edelmetalle befinden. Das lässt sich besonders gut an der Entwicklung des Goldpreises seit Anfang 2016 veranschaulichen. Damals schnellte er - und schnellten erst recht die Kurse der Minenaktien - wie von der Tarantel gestochen ein halbes Jahr stark aufwärts, fielen 2017 jedoch etwas zurück. Unterm Strich blieben allerdings Gewinne übrig.

Zuletzt haben Gold und Silber ebenso wie der Großteil der Minenaktien eine breite Kursbasis gebildet. Dabei ist der Vergleich mit der Entwicklung vom Herbst 1999 bis zum Frühjahr 2001 verblüffend: erst eine Tarantel-Bewegung nach oben, danach eineinhalb Jahre Rückfall, schließlich ein mehr als zehnjähriger Aufwärtstrend. Ich kann diesen Vergleich nicht oft genug wiedergeben, so überzeugend ist er. Denn ihm gemäß dürften wir uns jetzt auf dem Weg zu einer langjährigen Gold- und Silberhausse befinden.

Da die meisten Aufwärtsbewegungen - die der Kurse von Aktien aus Dax, Dow Jones & Co. in den vergangenen neun Jahren bilden eine seltene Ausnahme - nicht schnurgerade, sondern mit Unterbrechungen vonstatten gehen, spricht viel dafür, dass dies bei Gold, Silber und Minenaktien in den kommenden Jahren ähnlich sein wird wie einst zwischen den Jahren 2001 und 2011.

Aber mit einem entscheidenden Unterschied: Da das kurzfristige Auf und Ab während eines langfristigen Aufwärtstrends bei den Edelmetallpreisen geringer ist als bei den Kursen der Minenaktien, empfiehlt sich die folgende Anlagestrategie: Barren und Münzen an einem sicheren Ort aufbewahren und dort trotz mancher Preisschwankungen liegen lassen, dagegen Minenaktien von Fall zu Fall verkaufen, um sie nach zwischenzeitlichen Rücksetzern der Kurse entweder wieder zu kaufen oder in lukrativer erscheinende andere Minenaktien zu tauschen.

Zu einem solchen Umgang mit Minenaktien empfehle ich Ihnen allerdings dringend, sich ein profundes Basiswissen anzueignen, beginnend mit den - überwiegend aussagefähigen - Internetseiten der Minen aus den Indizes XAU und HUI, ergänzt um das Verfolgen von Kennzahlen, Charts und Börsenumsätzen. Wer der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, sollte außerdem zu den auf den Internetseiten der Minenkonzerne genannten dienstbaren Geistern Kontakt aufnehmen.

Richtiges Timing, hier in Bezug auf den zeitlich optimalen Kauf und Verkauf von Aktien - nicht nur Minenaktien - bildet neben fundamentalen Daten wie beispielsweise Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Dividendenrendite einen wichtigen Bestandteil des Anlageerfolgs. Denn es kann entscheidend dazu beitragen, dass der eingestrichene Gewinn am Ende eines Aufwärtszyklus doppelt so hoch ist, als wenn Anleger eine Kaufen-und-Halten-Strategie verfolgt hätten. Dieser Aspekt wird allzu oft unterschätzt. Stattdessen überlässt man die Auseinandersetzung mit dem Timing überwiegend den kurzfristig orientierten Chartisten.

Zum richtigen Timing gehört das intensive Verfolgen von Aktienkursen. Die meisten Anleger begehen den Fehler, dass sie die Verfolgung erst aufnehmen, nachdem sie eine Aktie ohne hinreichende Recherchen und möglicherweise nur aufgrund einer spontanen Idee gekauft haben. Das ist zwar verständlich, aber falsch, weil das richtige Gefühl für Kursverläufe sich normalerweise erst im Lauf von vielen Monaten einstellt. Warum Anleger sich falsch verhalten, kann man so erklären: Erstens ist es mühsam, Dutzende oder sogar Hunderte von Aktienkursen laufend zu verfolgen, und zweitens fehlt Anlegern der Bezug zu Aktien, die sie nicht besitzen, sodass ihre Recherchen oberflächlich bleiben.

Schieflagen mit Aktien aufgrund falschen Timings sind jederzeit möglich. Sie können allen Anlegern unterlaufen, auch den noch so gewieften. Was ist dann zu tun, Verluste aussitzen oder in den sauren Apfel beißen und Verluste mittels Verkauf realisieren? Die Entscheidung hängt davon ab, ob die vorangegangenen Recherchen gründlich genug waren - dann ist das Aussitzen vorzuziehen.

Stellen Sie jedoch fest, dass Ihnen beim Recherchieren gravierende Fehler passiert sind, ist wahrscheinlich der saure Apfel die bessere Wahl. Ich gehe indes jede Wette ein, dass das Aussitzen von Aktienverlusten bei einem Anlagehorizont ab etwa zehn Jahren meistens besser abschneidet. Sie müssen dann halt in Kauf nehmen, dass der Kursgewinn unterm Strich, verteilt über viele Jahre, pro Jahr gerechnet ziemlich mickrig sein dürfte.

Ich denke, heute zum wichtigen Aktien-Timing - bezogen auf alle Arten von Aktien - fürs Erste genug Überlegungen angestellt zu haben. Daraus folgt, dass es sinnvoll erscheint, das Augenmerk zusätzlich zu Gold und Silber vor allem auf Minenaktien zu richten. Das bringt mich wieder zum eingangs zitierten Spruch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Denn sobald das Feuer - im übertragenen Sinn - auszubrechen droht, werden Sie mit Gold, Silber und Minenaktien auf der sicheren Seite sein.

Worum geht es? Um das, wovor Axel Weber, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS, am 2. Januar in der Financial Times so deutlich wie kaum ein anderer zu Jahresbeginn gewarnt hat: vor der Rückkehr der Volatilität, also erheblicher Börsenturbulenzen. Im Detail: Weber geht davon aus, dass wir uns volkswirtschaftlich in unbekannten Gewässern bewegen, wo die klassischen Regeln der Wirtschafts- und speziell der Geldpolitik nicht mehr gelten. Ihm zufolge haben wir es nicht einfach nur mit einem Risiko zu tun, sondern mit Ungewissheit. Risiko, so lautet seine These, umfasst lediglich das bekannte Unbekannte, Ungewissheit dagegen das gefährliche unbekannte Unbekannte.

Wem diese These bekannt erscheint: Der deutsche Psychologe Gerd Gigerenzer hat sie in seinem lesenswerten Buch "Risiko" schon längst vor Weber geäußert. So: "Wenn die Risiken bekannt sind, verlangen gute Entscheidungen logisches und statistisches Denken. Wenn einige Risiken unbekannt sind, verlangen gute Entscheidungen auch Intuition und kluge Faustregeln." Dem lässt sich nur noch hinzufügen: Sobald die Börsenturbulenzen einsetzen, sind Sie gut beraten, zu Ihrer persönlichen finanziellen Sicherheit einen Großteil Ihres Vermögens in Gold, Silber und Minenaktien angelegt zu halten.


© Manfred Gburek
www.gburek.eu


Manfred Gburek ist neben seiner Funktion als Kolumnist privater Investor und Buchautor.

Neu bei gburek.eu: Gesunder Menschenverstand kontra Anlageroboter



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