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Verfasst von Christian Wolf am 27.03.2009 um 7:26 Uhr

Wirtschaftskrise - und was jetzt? (Teil I)

Der Begriff der Krise wird zur Zeit in allen Printmedien, Vorträgen und Talksendungen gerade zu inflationiert. Nun sind sic h die Vertreter jeder Couleur einig, dass es sich nach "tausenden" von Dementis jetzt trotzdem um eine Weltwirtschaftskrise handelt. Der/Die Wahrnehmer/in wird durch den täglichen Impuls mit Negativmeldungen oder Maßnahmen zur Rettung all mählich abgestumpft. Seine archaisch angeborene Wahrnehmungsfähigkeit für eine heranziehende Gefahr wird durch diese Informations- und Desinformationsflut stark beeinträchtigt bzw. erheblich gestört. Das Individuum ist nicht mehr in der Lage, den Stand der Dinge objektiv oder neutral zu beurteilen und persönliche Maßnahmen zur Krisenbewältigung einzuleiten. Es lässt sich mit der trägen Masse treiben.

"Volksmassen sind wie Lawinen, schon ein Schrei kann sie in Bewegung setzen."
- unbekannt -


Im ersten Teil dieser "Triologie" wird der allgemeine Begriff der Krise erläutert und dieverschiedenen Erscheinungsformen erklärt. Im zweiten Teil wird auf die vier Phasen der Wirtschaftskrise eingegangen und die Wahrnehmung von Krisen erörtert. Die ersten beiden Teile befassen sich mit der Gefahr der Wirtschaftskrise. Im letzten Teil werden die Chancen dieser Krise beschrieben. Er befasst sich mit der Krisenbewältigung und den präventiven Schutzmaßnahmen für die kommenden letzten Phasen der Weltwirtschaftskrise.


Begriffsdefinition und Wortherkunft

Die Krise (alt- und gelehrtes Griechisch kρίσις, krίsis - heute kρήση, krisi - ursprünglich "die Meinung", "Beurteilung", "Entscheidung", später mehr im Sinne von "die Zuspitzung") bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation. Quelle: Wikipedia

(griech.) K. bezeichnet eine über einen gewissen (längeren) Zeitraum anhaltende massive Störung des gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Systems. Krisen bergen gleichzeitig auch die Chance zur (aktiv zu suchenden qualitativen) Verbesserung. Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006

"Das Wort "Krise" setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen -
das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.
"
- John F. Kennedy -


Erscheinungsformen

Krisen gehen meistens Konflikte, d.h. Auseinandersetzungen mindestens zweier Parteien, voraus. Sie findet man über alle Branchen hinweg: Störfälle, Unglücke und Katastrophen, Scheidungen, Krankheiten, Pannen etc.. Krisen haben die Eigenschaften, dass sie ungeplant und ungewollt auftreten, eine Bedrohung darstellen, einzigartig sind und sich mit nichts Bekannten vergleichen lassen. Krisen legen einen dynamischen Verlauf an den Tag, halten sich an kein typisches Verlaufschema und sind schlecht zu beeinflussen. Viele sind zeitlich nicht absehbar, verfügen über einen hohen Komplexitätsgrad und sind im Ausgang der Geschehnisse offen. Graphik I zeigt drei mögliche Erscheinungsformen: Eine Ausnahme unter den Krisen bildet die Weltwirtschaftskrise. Sie ist nicht Einzelperson (Gruppe; Branche) bedingt oder bezieht sich nicht nur auf eine geopolitische Region, sondern trifft alle Marktteilnehmer ohne Ausnahme und lässt sich im historischen Kontext erahnen, d.h. durch ihr konstantes immer wiederkehrendes Verhaltensmuster leichter prognostizieren (siehe die vier Phasen der Wirtschaftskrise, Teil II).

"Wirtschaftskrisen finden die Sachen im privaten und öffentlichen Unternehmen, was Wirtschaftsprüfer jahrelang nicht fanden."
- unbekannt -


Der Skandal sorgt in den Medien für große Überraschungen; er sorgt für viel Wirbel, wird aber relativ schnell abgearbeitet, da durch die Informationsflut der nächste Skandal bereits auf sich wartet. Der Betroffene schweigt zunächst, dann leugnet er die Tatsachen. Ist die Beweislage dann so erdrückend wird ihm ein Geständnis abverlangt. Am Ende entschuldigt er sich für den entstanden Schaden (meist unter Tränen) und verspricht es nie wieder zu tun. Er taucht ab und die Masse vergisst und vergibt ihn. Die Geschichte der Klatschpresse bzw. der Politik ist wahrhaft verschwenderisch damit. Sollte der Skandal klein gehalten werden, wird oft die Salamitaktik angewandt, d.h. die Öffentlichkeit wird Scheibchenweise über die wahren Ausmaße informiert. Diese Strategie zielt auf den Gewöhnungs- bzw. Abstumpfungseffekt der "kritischen" Masse.

Der Tsunami beginnt wie der Skandal sehr spektakulär. Die Empörung in den Medien und in der Bevölkerung ist am Anfang relativ hoch. Der Betroffene oder die belastete Branche benutzt die gleiche Vorgehensweise wie beim Skandal. Leider folgt die nächste Tat (Welle) des gleichen Täters bzw. eines weiteren Branchenangehörigen noch während des Abklinkens/Entschuldigens. Die Öffentlichkeit erkennt die Handlung des Wiederholungstäters bzw. das Gewohnheitsdelikt (Kavaliersdelikt) der Branche und ist weiter empört. Sie zögert mit dem Vergeben und das Vergessen wird bereits mit dem nächsten Skandal unterbrochen. Um den Argwohn der Masse in Grenzen zu halten, fordern nun umsichtige Funktionäre/Politiker eine rasche Aufklärung der Missstände, sie versichern diese Aufsichtsgremien werden gebildet u nd erste politische Verantwortliche werden öffentlich diskutiert. Sollten weitere Skandale folgen müssen die ersten Schuldigen geopfert werden und die träge Masse ergötzt sich an der öffentlichen Hinrichtung. Sie ist zufrieden, abgestumpft und weitere Skandale in diesen Zusammenhang langweilen bereits. Es gibt auch hier genügend Beispiele aus dem täglichen Leben (BSE, Hühnerpest, Doping etc.)




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