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Verfasst von Diverse am 01.07.2009 um 9:57 Uhr

Silber-Philharmoniker: Schwarzgeldtrick? Legal mit 110.000 € über die Grenze

Wie der Spiegel heute auf seiner Website berichtet, wäre die Silbermünze aus Österreich der aktuelle Geheimfavorit unter den deutschen Anlegern. Dank einer besonderen Eigenschaft würden sich so große Mengen an Schwarzgeld über die Grenze schaffen, ohne dass der deutsche Zoll eingreifen könnte.

Seit Februar 2008 prägt die Österreichische Prägeanstalt den silbernen Philharmoniker, der einen Durchmesser von 37 Millimetern hat, aus 999er Feinsilber besteht und einen Nennwert von 1,50 Euro aufweist. Und letztere Eigenschaft ist laut Spiegel der Knackpunkt: Da die Münze offizielles Zahlungsmittel im Euro-Raum ist, zählt beim Grenzübertritt nicht der Materialwert, sondern der aufgeprägte Nennwert.

6.666 Stück mal 1,50 € ergeben 9.999 € und so hebelt ein vermeintlicher Schmuggler bzw. Schwarzgeldbesitzer auf verblüffende Weise die bundesdeutschen Einfuhrbestimmungen für Bargeld aus. Wer von Österreich nach Deutschland reist, darf 10.000 Euro mit sich führen, ohne dass er im Fall einer Kontrolle durch den Zoll diese deklarieren muss.

Leider führt die Autorin des Spiegel-Artikels die Rechnung nicht weiter. Bei einem Gewicht von 31,103 g pro Münze ergeben diese 6.666 Stück ein Gesamtgewicht von mehr als 200 kg. Mal davon abgesehen, dass die erwähnten bayerischen Freunde aus dem Yachtclub ein massives Transportproblem hätten, würden sie beim spätern Verkauf im schlimmsten Fall rund 50% Verlust erleiden. Dieser würde theoretisch entstehen, da eine Privatperson die MWSt. beim Verkauf nicht gegenrechnen kann, einen Ankaufspreis unter dem aktuellen Silberpreis akzeptieren müsste und beim Kauf, bedingt durch die Knappheit der Münzen, ein Aufgeld zum Materialpreis existiert. So dumm können unsere bayerischen Mitbürger gar nicht sein...

Ganz außer Acht hat die Autorin den goldenen Philharmoniker gelassen, den es bereits mehr als 20 Jahren gibt. Bei einem Nennwert von 100 € und einen aktuellen Preis von 720 € ließen sich zwar nur 72.000 "offiziell schmuggeln", dafür würde ein Verlust beim Verkauf deutlich geringer ausfallen und bei einem Gesamtgewicht von etwas mehr als 3 kg wäre dieser Transport wesentlich einfacher zu Händeln.

Resümee: Sich auszumalen, was mit dem Original-Artikel bezweckt werden soll, bleibt jedem selber überlassen...


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