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Verfasst von Silberjunge am 06.07.2009 um 7:40 Uhr

Philharmoniker: Offener Brief an alle Edelmetallbesitzer

Am Freitag den 3. Juli 2009 strahlte selbst das ZDF (Video ansehen: heute-journal, um 21.45 Uhr) einen in Falschinformationen getränkten Bericht aus "...über Schwarzgeld mit weißer Weste..." unter Zuhilfenahme österreichischer Silbermünzen. Den Anfang machte der Spiegel am 01. Juli 2009 mit folgendem Bericht: www.spiegel.de.

Darin heißt es: "Eine neue Silbermünze aus Österreich ist der Geheimtipp bei deutschen Anlegern: Mit ihr lassen sich große Mengen Schwarzgeld über die Grenze schaffen - der Zoll muss tatenlos zusehen. ... Zur Erfolgsgeschichte gehört, dass die Silber-Philharmoniker als gesetzliches Zahlungsmittel im Wert von 1,50 Euro gelten... das exklusive Geldstück ist - schwankend je nach Silberpreis - rund 11 bis 14 Euro wert und kostet am Bankschalter auch etwa so viel...

Genau diese Differenz zwischen Nennwert und Marktpreis macht die Münze im internationalen Geldverkehr zu einem hochinteressanten Objekt. Sie hebelt auf verblüffende Weise die bundesdeutschen Einfuhrbestimmungen für Bargeld aus. Wer von Österreich nach Deutschland reist, darf 10.000 Euro bei sich tragen, ohne dass er die Barschaft im Fall einer Kontrolle durch Zollfahnder deklarieren muss. Ergo kann jeder mehr als 6.000 Philharmoniker-Münzen über die Grenze schaffen, ohne dass ihm sofort Steinbrücks Truppen ins Gehege kommen - mithin pro Einreise über 110.000 Euro aus seinen verborgenen Schätzen in Österreich heimholen.
"

Am 2. Juli 2009 hatte die sonst so seriöse Financial Times Deutschland auf Seite 9 die Spiegel-Story unter der Überschrift "Das Bundesfinanzministerium hat einen neuen Grund, sauer auf Österreich zu sein: Eine Silbermünze der Alpenrepublik ermöglichst legale Geldwäsche im großen Stil" übernommen. Unzählige Berichte in diversen Medien folgten. Auch die Bildzeitung durfte nicht fehlen: www.bild.de.

Ich kann nicht deutlich genug sagen, dass diese Berichte Edelmetallbesitzer in die Ecke von Steuerhinterziehern drängen sollen. Es geht um eine Stigmatisierung von Menschen, die die langfristige Wertlosigkeit von Papiergeld erkannt haben und nicht um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden wollen.

Wie sehen denn die Fakten aus, die der Spiegel mit Leichtigkeit hätte zusammentragen können:
Website der deutschen Zollverwaltung: www.zoll.de/faq/bargeld_barmittel/bargeld/index.html#bargeld3

Darin heißt es ganz eindeutig: "Anzeigepflichtig ist Bargeld in Form von Banknoten und Münzen, auch in ausländischen Währungen, soweit es gesetzliches Zahlungsmittel ist (z.B. Schweizer Franken). Dem Bargeld gleichgestellte anzeigepflichtige Zahlungsmittel sind Wertpapiere (z.B. Aktien, Schuldverschreibungen, Schecks, Zahlungsanweisungen, Wechsel und fällige Zinsscheine), Edelmetalle und Edelsteine."

Und weiter: "Bei gleichgestellten Zahlungsmitteln ist der aktuelle Wert (z.B. bei Gold der Börsenwert und Aktien der aktuelle Rücknahmekurs) zugrunde zu legen. Müssen die Beträge in Euro umgerechnet werden, wird der vorgenannte Geldkurs zugrunde gelegt. Maßgebend für die Berechnung des Schwellenwertes ist die Gesamtsumme aller mitgeführten Zahlungsmittel und nicht der Wert der einzelnen mitgeführten Zahlungsmittelart. Unerheblich ist auch das Aufteilen der Beträge auf verschiedene Gepäckstücke. Reisende müssen daher im Handgepäck und im aufgegebenen Reisegepäck mitgeführtes Bargeld und gleichgestellte Zahlungsmittel anmelden, wenn der Gesamtwert 10.000 Euro oder mehr beträgt."

Hinzu kommt, dass Ende des Jahres gerade einmal 20 Millionen Stück von der Münze geprägt sein werden. Der Großteil wird von großen Edelmetallhäusern abgenommen und geht sicherlich nicht an Personen, die Schwarzgeld über die Grenze schaffen wollen. Wir reden also über Geldbeträge im höchstens zweistelligen Millionen Euro-Bereich, die überhaupt für "schwarze Steuerschafe" zur Verfügung stehen. Winzig im Vergleich zu den im Raum stehenden Milliardensummen an im Ausland liegenden Schwarzgeld. Noch dazu wäre dieser von den Medien beschriebene Grenzübertritt sehr teuer. Denn die Silbermünzen weisen ein Aufgeld von über 20 Prozent auf. Die Journalisten, die derartige Berichte ungeprüft veröffentlichen, machen sich zu einer Lachnummer. Aber der Sachverhalt ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, leistet er doch der Stigmatisierung von Edelmetallbesitzern Vorschub.

In der Ausgabe des Silberbulletins vom 02. Mai 2009 schrieb ich meinen Lesern: "Wir geben unseren Lesern den dringenden Rat, noch vor der Bundestagswahl einen größeren Teil des Goldbesitzes außer Landes zu bringen. Persönlich halten wir dabei von Dubai wenig. Kanada ist interessant und auch die Schweiz sollte sicherer sein als Deutschland. Wir rechnen mit der Gefahr von Goldverboten in den kommenden zwei Jahren vor allem in Ländern wie den USA und Großbritannien, wollen aber in Deutschland das Risiko nicht völlig negieren."

Ich gab Ihnen folgende Ratschläge "Was Sie jetzt tun sollten:

1. Reduzieren Sie den Goldbesitz auf 15% des gesamten Edelmetallbesitzes (65% der liquiden Mittel).
2. Legen Sie 10% in Platin, 15% in Palladium und 60% in Silber an.
3. Halten Sie nur ein Drittel des Goldbesitzes in Deutschland. Den Rest im Ausland (Schweiz, Österreich, Kanada)."

Und weiter: "In Bezug auf den Grenzübertritt von Deutschland in die Schweiz geben wir folgende wichtige Hinweise: In dem Buch "Finanzcrash - Die umfassende Krisenvorsorge" wird geschrieben: "Silber darf man grundsätzlich unbegrenzt ausführen, und hierfür braucht man nichts zu unternehmen." Dem ist leider nicht so. In einem Merkblatt des deutschen Zolls heißt es: "Bei Reisen innerhalb der EU müssen Sie auf Befragen des Kontrollbeamten oder der Kontrollbeamtin mitgeführtes Bargeld oder gleichgestellte Zahlungsmittel im Wert von 10.000 Euro und mehr anzeigen. Dem Bargeld gleichgestellt sind u.a. Wechsel, Schecks, Wertpapiere, Edelmetalle und Edelsteine. Bei Reisen in Drittländer oder aus Drittländern müssen Sie Barmittel im Wert von 10.000 Euro oder mehr dem Zoll unaufgefordert schriftlich auf dem dafür vorgesehenen Vordruck anmelden". Bei einer Reise in die Schweiz ist die "Verordnung über die Kontrolle des grenzüberschreitenden Barmittelverkehrs" vom 11. Februar 2009 zu beachten, die am 01. März in Kraft getreten ist. Hier ist eine Grenze von 10.000 Franken (!!!) zu beachten für Bargeld und "übertragbare Inhaberpapiere, Aktien, Obligationen, Schecks und ähnliche Wertpapiere". Beachten Sie bitte, dass Goldunzen wie die Schweizer Vreneli (20-Franken-Münze) berücksichtigt werden, Goldbarren hingegen nicht (hier greift aber wieder die Euro-Gesetzgebung)."

Vor dem Hintergrund der vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ausgehenden Stimmungsmache fordere ich alle Leser dieser Information auf, sich gegen die Stigmatisierung von Edelmetallbesitzern als Steuerbetrüger zur Wehr zu setzen. Verfassen Sie Leserbriefe in den Zeitungen, fordern Sie die genannten Medien zur Richtigstellung auf, nutzen Sie Internetforen zur Klarstellung. Denn durch derartige Berichte von Spiegel, FTD, Bild etc. wird unterbewusst suggeriert, Edelmetallbesitzer hätten etwas zu verbergen, sind Steuerhinterzieher, richten sich mit ihrem Handeln gegen das Gemeinwohl und sind "kriminelle Elemente" unserer Gesellschaft. Letztendlich fehlt nur noch der Hinweis, dass es sich um potentielle Unterstützer des Terrorismus oder des Drogenhandels handelt. Dies alles kann den Weg bereiten, Edelmetalle zu verbieten, um den "Sumpf von Steuerhinterziehern", "Terroristen", "Drogenhändlern" und vielen anderen endlich im Interesse der Allgemeinheit trockenzulegen. Auch wenn ich weiß, dass viele der Leser dieser Zeilen die Bedeutung solcher lancierten Medienkampagnen unterschätzen und meine Reaktion für übertrieben halten, lassen Sie mich doch schließen mit den Worten:

Wehret den Anfängen! Gegen Volksverdummung und journalistische Schmierenkampagnen!

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