GoldSeiten.de - Startseite
Home Minen Anlage Fonds Zertifikate Wissen Kurse Münzen Börsenbriefe Seminare Kolumnen Bücher Extras Forum
Donnerstag, 2. September 2010 - 21:18 Uhr 
Menü


Anzeige:
Artikel
Verfasst von Jürgen Müller am 27.10.2006 um 8:53 Uhr

Geldmengen wachsen weiter

Die Geldmengen sind ein wichtiges Kriterium um zu erkennen, ob die Straße der Inflation weiterhin befahren wird, oder ob bereits in Richtung Deflation abgebogen wurde.

Bekanntermaßen publiziert der amerikanische Zusammenschluß privater Institutionen zur Wahrnehmung zentraler Bankaktivitäten seit März diesen Jahres die M3-Geldmenge des Dollars nicht mehr (Pressemitteilung "Discontinuance of M3" vom 16.3.2006). Weithin tragisch ist dies m.E. jedoch aus zwei Gründen nicht:

a) M2 als Indikator blieb von den Sparmaßnahmen der FED bislang verschont und zeigt klar den Trend zur weiteren Inflationierung des Dollars an. Nachfolgend ein Graph M3 vs. M2 der letzten 25 Jahre, der belegt, dass wir ein gleichlaufendes Geschwisterpaar vor uns haben. Die absoluten Größen der Skalen erscheint nebensächlich um zu erkennen, ob die Inflationsspirale weiterhin gedreht werden kann ohne den Argwohn der Menschen herauszufordern.


Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis (www.stlouisfed.org)


b) Eine amerikanische Investorengruppe (die leider auf E-Mail Anfragen nicht antwortet) veröffentlicht unter der Adresse www.nowandfutures.com den aus den Einzelkomponenten errechneten Wert von M3 (siehe Artikel "US-Geldmenge M3 zurück" vom August diesen Jahres). Aktuell zeigt deren Chart für M3 ein sich weiterhin beschleunigendes Wachstum der Geldmenge an.

Quelle: nowandfutures.com


Just diese Woche erreichte das jährliche Wachstum zum erstenmal seit 2002 wieder zweistellige Raten, die absolute Geldmenge die elfte Billionen (in Zahlen: 11.000.000.000.000). FED-Chef Bernanke zeigt sich zwar - Zitat - "besorgt über die Inflation in der größten Volkswirtschaft der Welt" (Quelle: Reuters), trotzdem wurde die 2-jährige Phase der Zinsanhebungen nun anscheinend abgeschlossen und die US-Märkte antizipieren konstante oder gar fallende Zinssätze, während die EZB weiterhin die Sätze anhebt. Der Dow erreicht nominal betrachtet Höchstmarke um Höchstmarke. Gerüchte um das Plunge Protection Team ranken sich im Internet, leicht zu manipulierende Aktien würden wegen der bevorstehenden Kongreßwahlen gestüzt/gepusht und Gold/Silber würden gedrückt, um die Inflationsspekulanten wieder mal zu bestrafen (Kostolany zu Saiger: "Die Goldanleger müssen immer wieder bestraft werden, denn wenn diese Inflationsspekulanten überhand nehmen sollten, wäre das ganze System vom Zusammenbruch bedroht." Quelle: Midas Goldbrief, 25.09.2006).

Das aktuelle Bild beim Gold ergibt sich für mich wie folgt:

Quelle: 321gold.com


Ein Rücksetzer kann in Kostolany´scher Sichtweise immer erfolgen (550? 500?), doch solange das große Bild intakt bleibt, besteht am Spielausgang nach den vollen 90 Minuten Spielzeit keine Frage:
  • Staatsverschuldungen gehen weiter (siehe aktuelles Beispiel Verkauf deutscher Flugsicherung - 1 Milliarde Gewinnerhoffnung)
  • Deflationsgefahr in den USA durch Abkühlung der Konjunktur respektive Immobilienmarkt, inkl. weltweiter Auswirkungen.
  • Daher weitere Inflationierung der Fiat-Währungen unvermeidlich (siehe Grafiken oben. Marc Faber im letzten Smart Investor zur Japan-Krise: "Die Japaner haben schon Geld gedruckt, aber zu wenig um die Deflation zu vermeiden". Mit Verlaub, die Amerikaner um Hubschrauber-Ben werden diesen Fehler beflissentlich zu vermeiden wissen)
  • Baby-Boomer Generationen in USA/Europa gehen ab 2008 in den Ruhestand: Demografie-Schlinge zieht sich langsam aber unaufhörlich zu.


Zu Silber:

In den vergangenen Jahren entwickelte sich der Silbermarkt in keilförmigen ansteigenden Niveaus, an deren Ende sich jeweils eine Progression auf ein höheres Grundniveau ereignete (Grundniveaus gestrichelt eingezeichnet). Innerhalb der Keile erfolgten regelmäßig die Kostolany"schen Bestrafungen. Man sollte nicht verwundert sein, wenn dieses Grundmuster weiterhin bis zum finalen Auswirken der fundamentalen Rahmendaten dieses Marktes bestand hält. Physikalische Barren haben keinen Knock-Out. Zehn oder zwanzig Gramm pro Kubik, nichts neues unter der Sonne.


Nachtrag: Geldmengen wachsen weiter

Daß auch der Euro in seinen noch jungen Jahren bereits exponentiellen Charakter aufweist, verdeutlicht der Langzeitchart Dollar und Euro.


Quellen: FED, EZB, nowandfutures.com & eigene Berechnungen


Die schwarzen Überlagerungskurven sind mathematisch perfekt exponentielle Funktionen. Die Geldmenge des Euro hat sich seit erstmaliger Publizierung seitens der EZB im Herbst 1998 bereits nahezu verdoppelt. Unter der Adresse www.geldmengen.de sammeln wir die M3-Daten für Dollar, Euro, Yen und Franken, und stellen diese übersichtlich in einer Excel-Datei zum Download zur Verfügung. Bitte bookmarken Sie sich diese Seite.

Warum werden die Währungen inflationiert? Einfache Antwort: Um eine Deflation zu vermeiden. Nochmals zur Verdeutlichung, was eine Inflation von 2% (offizielle Wasserstandsmeldungen plus/minus x) und 6% (siehe www.wahre-inflation.de) im Leben eines Menschen bewirken:


Quelle: Eigene Berechnungen


Noch Fragen Hausser? Ja Kienzle. Was wiegt zehn oder zwanzig Gramm pro Kubikzentimeter? Silber und Gold Hausser.


In eigener Sache:
Auf der Edelmetallmesse 3./4.11. in München sind wir ebenfalls mit einem Stand vertreten (Standnummer 31). Ich freue mich auf Ihren Besuch.



© Jürgen Müller
www.goldsilber.org







Druckoptimierte Version Schicken Sie den Artikel an einen Freund

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt spiegelt nicht die Meinung des Website-Betreibers und stellt keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Beachten sie bitte auch unseren Disclaimer!

Nach oben!
Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2010
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!
Disclaimer | Impressum | Sitemap | RSS / XML | Partnerprogramm