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Freitag, 12. März 2010 - 17:07 Uhr 
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Wissen

Geld, Gold und der Goldstandard

2.2. Wie funktioniert der Goldstandard im Detail?

Zur Herstellung eines Produktes sind Investitionen (Maschinen, Energie, Löhne, Kreditzinsen,...) notwendig. Das entstandene Produkt/Ware besitzt somit einen Wert (= Herstellungskosten).
Ähnlich ist es bei Gold, dasszwar nicht hergestellt, aber aus dem Boden gewonnen wird, einschließlich der Weiterverarbeitung bis hin zum 99,9 % reinen Goldbarren.

Für das Endprodukt Gold wird somit eine Leistung erbracht, die einen Wert hat. Aufgrund der optimalen Eigenschaften der Edelmetalle (siehe Punkt 1.0.) kann ihr innerer Wert als beständiges und unabhängiges Geld im Tausch gegen andere Produkte oder Leistungen eingesetzt werden.
Ein DEM 100,00 Geldschein hat auch einen Wert. Dieser Wert ist der Herstellungswert in Höhe von 1-2 Pfennigen, der Rest ist der Glaube bzw. die Akzeptanz daran, den aufgedruckten Wert zu erhalten.

Bei dem historischen Goldstandard wurde das Papiergeld (inklusive Münzgeld) mit dem Gold gekoppelt, wobei der Goldpreis und das Verhältnis der Golddeckung vom Staat festgelegt wurden.
Die Höhe der prozentualen Golddeckung (zB: zu 20 % oder zu 90 % gedeckt) spielt dabei eine untergeordnete Rolle, genauso wie der festgelegte Goldpreis.
In den USA galt beispielsweise: 1 Feinunze Gold = ca. USD 20,00 (ab 1934: USD 35,00, ab 1974: USD 42,22).
Jeder, von der Privatperson bis hin zur Goldmine, konnte so das Gold zum festgelegten Preis an die Notenbank (mit unbeschränkter Annahmegarantie) gegen gedecktes Papiergeld im Verhältnis 1:1 eintauschen. Ein Rücktausch des Papiergeldes in Gold war ebenfalls ohne Einschränkung möglich.

Ohne Kredite funktioniert keine Wirtschaft. Die Notenbank -als Kreditgeber- darf beim Goldhinterlegungs-Standard nicht mehr Geld ausgeben, als sie in Form von Gold im Keller hat. dasssie aber bei einer "Deckungsgrenze" von 100 % alles Gold in Form von Geldscheinen ausgegeben hätte und somit kein Kredit möglich wäre, muß eine niedrigere Deckungsgrenze (zB: 30 oder 40 %) festgelegt werden. Die Höhe spielt im Endeffekt keine Rolle, wichtig ist nur, dass sie vollkommen unveränderlich ist.
Bei einer 40 % Deckungsgrenze kann die Bank neben der Gold-(Geld)menge, weitere max. 60 % an Geld als Kredite bereit stellen. Dieses "Kreditgeld" konnten zB Wechsel oder Schuldscheine sein.
(Die Deckungsgrenze von "x" % bezeichnet man in der Literatur auch oft als "goldene Bremse".)

In der Regel war so immer ausreichend "Geld" vorhanden. Es gab aber auch Zeiten, in denen sich die Geldmenge zu langsam oder zu schnell ausweitete, zum Beispiel durch höhere/niedrige Kreditnachfrage oder durch die unterschiedlichen Handelsbilanzen (Importe/Exporte von Waren) der Goldstandard-Länder untereinander.
Dieser Prozeß wurde von den Notenbanken überwacht und gesteuert.

Ein praktisches Beispiel des Goldautomatismus

Die Hauptlieferanten des Goldes, die Goldminen, benötigen zur Förderung des Goldes Maschinen und Arbeiter. Die Maschinen kosten Geld in Form Anschaffungs- und Unterhaltungskosten, die Minenarbeiter erhalten Löhne. dassder Goldpreisfestgesetzt ist, können neben den Kosten nur noch die Zinssätze der Kredite varieren.

(In den Goldstandard-Ländern bis 1914 waren übliche Zinsen: 2-3 Prozent für Kapital und 0,25 bis 1,75 % für den Geldmarkt. Die Zinsen erhöhten oder verringerten die Produktionskosten der gesamten Wirtschaft, einschließlich der Goldminen.
(Zinsentwicklung 1876-1944 in Deutschland))

Wird nun aufgrund von Produktivitätssteigerungen der Minen oder durch neue Goldfunde mehr Gold als benötigt bei der Notenbank abgegeben, steigt die Geldmenge an. Dieser Effekt kann seitens der Notenbank durch Zinssenkungen zusätzlich gesteuert/beeinflußt werden. Eine höhere Geldmenge bei gleichbleibenden Warenangebot bewirkt jedoch steigende Preise für Güter und Dienstleistungen. Die Arbeiter verlangen höhere Löhne, um die Differenz zu den alten Preisen bezahlen zu können.

dassaber der Abgabepreis für Gold festgesetzt ist, lohnt sich bei einigen Minen die Goldförderung nicht mehr. Unrentable Minen werden geschlossen, die geförderte Goldmenge (= Geldmenge) nimmt ab. (Inflation)
Der Umkehrfall (Deflation) setzt ein, wenn die Kosten (zB Maschinen, Löhne, Zinsen...) der Goldminen geringer werden, so dass die Firmen wieder anfangen, unrentable Minen in Betrieb zu nehmen. Die Goldmenge steigt.

Dieser Prozeß verlief immer genau im gleichen Rhythmus und Tempo, wie auch alle anderen (!!) Güter und Dienste produziert bzw. geleistet wurden. Die Goldproduktion folgte also wie ein Schatten der sonstigen Produktion bzw. die sonstige Produktion folgte wie ein Schatten der Goldproduktion.

Resultat:  ein absolut stabiles System!

Das System funktionierte nicht nur im Inland, sondern auch mit allen anderen Staaten, die dem Goldstandard beigetreten waren. Das Land A nahm Gold über den Außenhandel mit Land B ein und deponierte dieses bei der Notenbank. dassmehr Gold vorhanden war, kam es zur Geldausweitung via Zinssenkung im Land A und somit zu einem leicht inflatorischen Prozess (Preise steigen), der die Handelsbilanz wieder umkehrte. Bei Goldabflüssen aus dem Land A in das Land B gab es Zinserhöhungen undleicht deflatorischen Prozess (sinkende Preise.)

Resultat:  sich tendenziell ausgleichende Handelsbilanzen!

In den Währungen der einzelnen Goldstandard-Ländern kann man diese Stabilität ablesen:

Währung Zeitraum Stabilität
  • Französische Franc
  • 1814-1914 100 Jahre
  • Holländischer Gulden
  • 1816-1914 98 Jahre
  • Pfund Sterling
  • 1821-1914 93 Jahre
  • Schweizer Franken
  • 1850-1936 86 Jahre
  • Belgischer Franken
  • 1832-1914 82 Jahre
  • Schwedische Krone
  • 1873-1931 58 Jahre
  • Deutsche Mark
  • 1875-1914 39 Jahre
  • Italienische Lira
  • 1883-1914 31 Jahre

    Während der Zeit des Goldstandards gab es neben dem gedeckten Warengeld (Gold oder Gutschein) auch Kreditgeld (Wechsel, Schuldscheine, etc.) Dieses Kreditgeld war immer mit einem konkreten Schuldinhalt ausgestattet, dh es war immer klar, was man konkret schuldete, nämlich soundso viel Gramm Gold.
    Unterschreibt man heute einen Schuldschein (Kreditvertrag), schuldet man diesen in Euro, aber niemand kann sagen, was das ist. Die Banknote Euro (und alle anderen Währungen) haben keinen Schuldinhalt!

    Unser Geld hat keinen konkreten Schuldinhalt mehr und deshalb ist es beliebig vermehrbar oder anders herum, um es beliebig vermehrbar zu machen, mußte Gold als Schuldinhalt abgeschafft werden.

    2.3. Was geschah nach 1914

    England war politisch und wirtschaftlich zu schwach geworden, um seine Führungsrolle weiter spielen zu können. Amerika war auf dem Weg zur Weltmacht und innerhalb Europas prallten unterschiedliche Interessen und Machtansprüche aufeinander, die letztlich im 1. Weltkrieg (1914-1918) eskalierten.

    Ein Krieg kann aber nur finanziert werden, wenn ausreichend Gelder für Militärausgaben zur Verfügung stehen.
    Die Regeln des Goldstandards lassen dies jedoch nicht zu. Die logische Folge war demzufolge die Abschaffung des Goldstandards, indem folgende Maßnahmen angewendet worden:

    • Aufhebung des freien Verkehrs von Waren, Kapital und Gold.
    • Aufhebung der Goldeinlösepflicht der Notenbanken.
    • Aufweichung der Deckungsvorschriften. Neben Gold wurden auch Schatzwechsel als "Deckung" zugelassen.

    An dieser Stelle soll noch einmal daraufhin gewiesen werden, dassnicht der Goldstandard für den Krieg verantwortlich war, sondern dessen Abschaffung, denn erst mit diesem Schritt war es den jeweiligen Staaten möglich - durch das Anwerfen der nationalen Notenpresse - Geld (ohne Deckung) aus dem Nichts zu erzeugen und so den Krieg zu finanzieren und die Staatsverschuldung in ungeahnte Höhen zu treiben.
    (So wuchs beispielsweise die deutsche Geldmenge von 1914-1918 von 9 Milliarden RM auf 52 Milliarden RM an.)

    Ohne die Abschaffung des Goldstandards hätten die einzelnen Länder schon nach wenigen Kriegstagen ihre Verpflichtungen nicht erfüllt (Geld wäre alle gewesen), hätten sich für bankrott erklären müssen und der Krieg wäre vorbei gewesen.

    Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg waren durch Hyperinflationen, Reparationszahlungen und wild fluktuierende, freie Wechselkurse gekennzeichnet. Die Rückkehr zum weltweiten Goldstandard war zwar beabsichtigt, scheiterte aber in der Konferenz von Genua 1922 am Widerstand der Briten, die als Kriegsgewinner den völlig unrealistischen englischen Paritätskurs aus den Vorkriegsjahren beibehielten und ihr Pfund nicht abwerteten.
    Im Alleingang führte England 1926 unter Schatzkanzler Churchill den Goldstandard wieder ein. Allerdings versäumte man die Parität und den Kurs den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Das Resultat war eine massive Wirtschaftskrise, Streiks und beinahe ein Volksaufstand.

    Aber auch die politischen und sozialen Voraussetzungen für den Goldstandard waren nicht mehr gegeben. Viele Länder, besonders die USA, hielten sich nicht an die Spielregeln des Goldautomatismus.
    Die USA besaßen in den Jahren 1920/22 ca. 70 % aller Weltgoldreserven. Das zufliessendes Gold in die USA (Zahlungen von Kriegsmaterial, Fluchtgold,...) wurde sterilisiert, das heißt, für den Geldumlauf unwirksam gemacht. Nach den Regeln des Goldstandards hätten die USA für das Gold so viel zusätzliches Geld ausgeben müssen, dasssie immer weiter inflationiert hätten. Der Zwang, das umlaufende Geld (notfalls durch Nullzins) so auszuweiten, dasssich die Zahlungs- und damit Goldströme wieder umgekehrt hätten, fehlte vollkommen.

    Und Deutschland? Auf das Deutsche Reich kamen die Forderung der Siegermächte zu, die Reparationen in Gold zu bezahlen. Das aber hätte nur vollständig funktionieren können, wenn das Deutsche Reich eine aktive Handelsbilanz aufweisen hätte können (laut Keynes, in der bekannten Abhandlung: "How to pay for the War?"). Die USA und alle anderen Siegermächte verhinderten dies und so war Deutschland hoffnungslos verloren - lange bevor Hitler kam.

    Deutschland nahm nur Kredite ("goldgedeckte Anleihen") auf, um die Reparationen bezahlen zu können, die in Dawes- und Young-Plan festgeschrieben waren. Eine Zeitlang funktionierte das sogar und so konnte das Deutsche Reich vorübergehend eine Art Goldstandard aufweisen. Dennoch schlitterte das Deutsche Reich immer tiefer in die Krise. Die Hauptgründe waren das Gewerkschaftsmonopol (keine Marktlöhne) und die 3.500 Kartelle, dessen Monopolprämien der Markt nicht bezahlen konnte, dassder Goldstandard die entsprechende Zusatzverschuldung verhinderte.
    Die Folge war eine hohe Dauerarbeitslosigkeit, die Reichstagsauflösung 1930 (Budget für die Zuschüsse an die Alo-Versicherungen waren nicht gedeckt) und die Machtergreifung der Nazis nach den Neuwahlen im September. Daraufhin zogen die ausländischen Gläubiger kurzfristigen Kredite zurück, die so zu einem Liquiditäts-Engpass führten und mit der großen Bankenkrise (es begann mit der Danat Bank im Juli 1931,...) endete.
    Das Deutsche Reich stellte seine Zahlungen in Gold ans Ausland ein. Es kam zur Wirtschaftskrise und letztendlich zur Berufung Hitlers zum Reichskanzler....
    (Eine interessante Zusammenfassung der Ereignisse in Deutschland von 1914-1923 findet man hier.
    Eine genaue Chronik aktueller Ereignisse findet man jährlich aufgelistet hier.)

    Die Rückkehr zum Goldstandard in den zwanziger Jahren erwies sich als einer der größten Flops in der Wirtschaftsgeschichte. Hauptgrund und Verursacher waren die USA, die mit Politik der Neutralisierung des Goldzuflusses die größte Krise in der Wirtschaftsgeschichte verursachte.
    Mit dem Austritt der USA aus dem Goldstandard im Jahre 1932 brach das System endgültig zusammen.

    Unabhängig davon häuften die USA seit Beginn des 1. Weltkrieg bis Mitte der 30iger Jahre den größten Goldschatz (ca. 14.000 to) aller Zeiten an.
    In den Jahren 1929 - 1934 vollzogen die Goldaktien große Kursanstiege, wären dessen sich die traditionellen Anlagen (zB: Dow Jones: -70 %) in einer Baisse befanden.
    (zB: Im Herbst 1929 lag der Goldminenkurs von Homestake Mining bei rund USD 80,00 je Aktie. In den nächsten 6 Jahren zahlte die Mine 128$ an Dividende. Allein die Dividende von 1935 erreichte USD 56,00 je Aktie. Im Dezember 1935 bekam man fast 500$ für eine Homestake Mining.)

    2.3.1. Das Goldverbot in den USA

    1933, die Weltwirtschaftskrise war im vollem Gang, verbot der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt für alle amerikanischen Staatsbürger im In- und Ausland den Besitz von Gold per Gesetz.

    Die Konfiszierung des Goldes wurde am 5. April 1933 rechtskräftig und betraf sämtliche Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikate die bis zum 1. Mai 1933 bei der FED abgegeben werden mussten.
    Bei Zuwiderhandlungen konnten Haftstrafen von bis zu 10 Jahren oder/und bis zu USD 10.000,00 Strafe (für damalige Zeit sehr viel Geld) verhängt werden.
    Im Gegensatz zur freiwilligen Abgabe, wo die US-Bürger für Gold eine minimale Zwangsentschädigung erhielten, wurde das Gold, das bei staatlich angeordneten Durchsuchungen gefunden wurde, entschädigungslos konfisziert.
    Die USA schreckten bei der Suche nach Gold auch nicht vor der gewaltsamen Öffnung von privaten Bankschließfächern zurück, die größtenteils systematisch durchsucht wurden.

    Das Goldverbot für US-Bürger, das fast 40 Jahre gültig (!) war, wurde erst mit dem Untergang des Bretton-Woods-System Anfang der 70-iger Jahre aufgehoben.

    2.4. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges

    Zum dritten und vorläufig letzten Versuch eine Art Goldstandard einzuführen, kam es gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Unter der neuen Führungsmacht USA wurde das "Bretton-Woods-System" eingeführt und Anfang der siebziger Jahre von Präsident Nixon einseitig aufgekündigt.

    Geschaffen wurde ein System grundsätzlich fester, aber in Ausnahmesituationen anpassbarer Wechselkurse mit einer Deckung der Währungen durch Gold- und Devisenreserven der Zentralbanken. Als Reservewährungen galten nur der US-Dollar und das englische Pfund. Es entstand ein Gold-Devisen-Standard.

    Kernpunkt des Systems blieb das Gold, dassalle Zentralbanken gegenüber anderen Zentralbanken verpflichtet waren, Währung gegen Gold zu einem fixen Kurs (35 Dollar pro Feinunze) einzutauschen. Um das Funktionieren des Systems zu gewährleisten, wurde der IWF (Internationale Währungsfonds) als Überwachungsinstanz ins Leben gerufen.

    Die Vormachtstellung der USA, eine Reservewährung selbst zu erzeugen, ging so lange gut, wie diese eine disziplinierte Geldpolitik betrieben und die übrige Welt den Dollar als so gut wie Gold betrachtete.
    Doch als die USA im Zuge von Johnsons «New Society»-Programm und mit den gewaltigen Defiziten des Vietnamkrieges über ihre Verhältnisse lebten, auf Teufel komm raus Dollars (aus dem Nichts) produzierten und damit die weltweite Inflation anheizten, begann das Vertrauen in die Härte des Dollars zu schwinden.
    Die Dollarreserven aller nichtamerikanischen Zentralbanken überstiegen die US-Goldreserven bei weitem.

    Die USA waren theoretisch gesehen bankrott.

    Frankreich forderte die USA auf, die französischen Dollarreserven nicht nur in Gold umzutauschen, sondern auch nach Frankreich zu liefern. Mit diesem Akt beschworen die Franzosen eine politische Krise herauf, die sie letztendlich zu ihren gunsten entscheiden konnten.

    Doch der Mythos des starken US-Dollars war dahin. Gold hatte scheinbar den US-Dollar besiegt.
    Am 15. August 1971 stoppte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Eintauschbarkeit von Dollars in Gold. Die endgültige Demonetisierung des Goldes hatte begonnen.

    Der langfristige Verlierer des Zusammenbruchs von Bretton Woods war trotzdem nicht der Dollar, sondern das Gold.
    Bereits 1973 wurde das Bretton-Woods-System vom System flexibler Wechselkurse ohne Bindung an Dollar und Gold abgelöst. Und 1976 empfahl der IWF seinen Mitgliedern die Aufhebung der Goldbindung der Währungen.
    (Weiterführende Informationen zum "Bretton-Woods System".)

    2.5. Das heutige Ergebnis

    Mit dem Scheitern zur Einführung des Goldstandards im Jahre 1922 wurden neben Gold auch das Pfund und der amerikanische Dollar zu Währungsreserven. Man hatte aus einem neutralen Maßstab (Gold vor 1914) sozusagen den Maßstab mit verstellbarer Skala geschaffen.

    Resultat: Seither verfiel der Wert aller Währungen dramatisch. Gemessen am (Gold-)Stand von 1913 währte überhaupt keine Währung. Auch nicht der harte Schweizer Franken - er hat heute nicht einmal mehr einen Drittel des Wertes von damals. Der US-Dollar gilt heute weniger als 10 %, der Franc und der Yen gelten weniger als ein Hundertstel. Die deutsche Währung ist seither schon zweimal (1922 und 1948) in kürzester Zeit auf Null gesunken.

    Die Instabilität unseres heutigen Währungssystems läßt sich erkennt man auch an den Zahlen der OECD und der Weltbank:
    In den vergangenen 30 Jahren hat es Währungskrisen in 87 Ländern gegeben. Die Krisen in Mexiko 1995, in Asien 1997, in Russland 1998 oder in Ecuador 1999 sind nur die Spitze des Eisberges.
    Heute entsprechen nur zwei % aller Devisentransaktionen einem realen Austausch von Gütern und Dienstleistungen, 98 Prozent sind spekulativ. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts lag das tägliche Volumen der Devisentransaktionen bei 20 bis 30 Milliarden US-Dollar. Heute werden weltweit jeden Tag zwei Billionen US-Dollar transferiert!

    2.6. Der Sonderfall Schweiz

    Mit Beginn des 2. Weltkrieg begannen die Schweizer ihren Goldbestand zu erhöhen. (Nebenbei sei erwähnt, dass dieses Gold bis heute vor allem in New York und in London lagert, wie auch die deutschen Goldbestände.)
    Goldbestände (12-kg-Barren) in einem Tresor
    So kam es, dassder Franken am Ende des Krieges, als das geschundene Europa Gold nur noch vom Ehering kannte und mit Zigaretten zahlte, immerhin zu 128 Prozent durch Gold gedeckt war (Ende 1967 noch 118 Prozent).

    Die schweizerische Nationalbank besaß 1939 ungefähr 600 Tonnen Gold, Anfang 1945 ca. 1.000 to und der weiter fortschreitende Trend bescherte der Schweiz in den fünfziger Jahren einen Spitzenplatz unter den Zentralbanken.
    Die Nationalbank der Schweiz besas 1998/99 eine Goldreserve von 2.590 Tonnen. (Platz 5, nach den USA, Deutschland, Frankreichs und Italien). Pro Kopf gerechnet, ergibt dies jedoch einen absoluten Rekordwert von 365 Gramm, 12x höher als der entsprechende Wert der USA mit 30 Gramm.

    Bilanziert wird das Gold von der Nationalbank – gemäß Bundesbeschluss über die Goldparität vom Mai 1971 – zum offiziellen Schweizer Goldpreis von 4.595,74 Franken/Kg. Die Bilanz der Nationalbank weist mit ungefähr 12 Milliarden Franken nur ungefähr einen Drittel des effektiven Goldwertes aus.
    (Infos zu: Goldtransaktionen im Zweiten Weltkrieg)

    Zum Schutze des Fixkurssystems des "Bretton-Woods-Systems" bildeten die wichtigsten Zentralbanken (auch die Schweiz als Nichtmitglied), einen Goldpool, der den Preis bei 35 Dollar pro Feinunze stabilisierte.
    1976 empfahl zwar der IWF seinen Mitgliedern die Aufhebung der Goldbindung der Währungen, aber die schweizerische Nationalratskommission beschloss erst im Februar 1997 die gesetzliche Goldbindung des Frankens zu lösen und den Goldbestand zu redimensionieren.

    Im Mai 1997 schlug der Bundesrat vor, 500 Tonnen des Aufwertungsgewinnes in eine Solidaritätsstiftung einzubringen. Im Oktober 1997 schließlich kam die Expertengruppe zur Reform der Währungsordnung zum Schluß, dassdie Nationalbank einen Goldüberhang von 1.300 Tonnen hat, den sie in den Jahren 2000-2004 verkaufen will. Mit den restlichen 1.290 Tonnen verbleibt der Nationalbank ein verhältnismäßig hoher Goldbestand, so die Meinung der schweizerischen Regierung.

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