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Veröffentlicht von Ferdinand Lips am 16.05.2004 um 7:04 Uhr

Der Triumph der Edelmetalle

Meine Damen, meine Herren,

Wir stehen am Anfang einer historischen Entwicklung. Wir erleben Weltgeschichte. Wir erleben Finanzgeschichte, wie sie keine Generation zuvor erlebt hat. Wir befinden uns am Anfang einer historischen Flucht aus dem Papier in Sachwerte. Diese Flucht wird die Welt erschüttern.

Seit dem Jahr 2000 haben wir an den Aktienbörsen massive Pleiten erlebt. Die gegenwärtige Erholung ist nur vorübergehend. Das war 1929 auch so. Wir werden in den nächsten 10 Jahren weitere Pleiten erleben.

Jetzt stehen wir am Anfang einer Pleite an den Obligationenmärkten.

Die Reservewährung dieser Welt, der Dollar muss täglich gestützt werden. Sir John Templeton, der berühmte Fondmanager, erwartet, dass der Dollar in naher Zukunft 40% fällt. Gemäss einer Studie des IWF gleichen die Immobilienmärkte einer Seifenblase. Ein Krach in vielen Teilen der Welt steht bevor.

Kein Wunder, dass die Investoren Angst haben vor Aktien. Sie suchen jetzt Sicherheit. Nicht vor der Inflation allein. Sie suchen Sicherheit vor einem Totalverlust, vor dem Verlust ihres gesamten Kapitals. Kein Wunder deshalb, dass sie sich dem Gold zuwenden. Die Flucht aus dem Papier ins Gold hat begonnen. Es kommt immer mehr zu einer massiven Änderung der globalen Investmenteinstellung. Der Beweis ist der Anstieg des Goldpreises gegenüber der Anlagewährung par excellence, dem Schweizerfranken.

Was bedeutet dies, wenn die beste Währung der Welt gegenüber dem Gold zu sinken beginnt?

Es bedeutet, dass die Investoren fundamental und weltweit beschlossen haben, die Titanic der Papierwährungen zu verlassen und sich den Sachwerten wie Gold und schlussendlich auch Silber zuzuwenden.

Vergessen Sie jetzt alle Warnungen Ihrer Bankiers, dass Gold gefährlich sei. Vergessen Sie alle Theorien von gewissen Elliott Wave Wahrsagern, die tiefere Goldpreise erwarten.

Schauen Sie nur auf die Kurse des Goldes, des Silbers und der Gold- und Silberaktien. Der Hui Index der nicht gehedgten Minen, ist in den letzten 2 1/2 Jahren um über 450% gestiegen. Sogar der XAU Index der gehedgten Minen ist seit November 2000 über 100% gestiegen. Goldaktien sind jetzt keine Spekulations-Instrumente mehr. Gold- und Silberaktien haben jetzt Investment Status erreicht, und zwar für die nächsten 5 - 10 Jahre, oder vielleicht für immer. Eigentlich sollte der Goldpreis schon viel höher sein. Aber er wird tagtäglich manipuliert.

Wer manipuliert eigentlich das Gold? Wie geht das vor sich und wie lange noch? Wer wird den Goldkrieg schlussendlich gewinnen?

Die erste Frage kann ich Ihnen sofort beantworten. Es sind die Amerikaner. Die U.S. Treasury, das Fed und der Exchange Stabilization Fund. Praktisch jeden Tag bearbeiten sie den Goldmarkt mit Hilfe der sog. Working Group on Financial Markets (PPT) und einem Kartell internationaler Elitebanken. Dabei beziehen sie auch die andern Zentralbanken der Welt in dieses kriminelle Spiel ein. Solange der Markt für physisches Gold offen ist, d.h. bis zum Nachmittagsfixing in London, steigt der Preis jeweils regelmässig an. Doch kaum ist Comex offen, geht’s los und der Goldpreis wird mit Hilfe von allerlei Papierinstrumenten wie Derivaten zusammen gehauen.

Es fehlt heute die Zeit um genau zu beschreiben, wie diese Manipulation genau vor sich geht. Eine amerikanische Organisation unter dem Namen Gold Anti-Trust Action Committee (GATA), www.gata.org, hat diese Manipulationen seit über 4 Jahren analysiert und mit grossem Mut offen gelegt.

Ich habe dies alles in meinem Buch "Gold Wars", das letztes Jahr durch FAME Foundation for The Advancement of Monetary Education, New York, www.fame.org publiziert wurde. Ich habe soeben eine deutsche Übersetzung herausgebracht mit dem Titel "Die Gold Verschwörung". Im deutschen Buch habe ich für den deutschen, österreichischen und Schweizer Leser noch ein leicht brisantes Kapitel über die Bundesbank eingebaut.

Wie lange werden die Zentralbanken Gold noch unten halten können?

Ich glaube nicht mehr sehr lange. Warum? Weil sie nicht mehr genügend Gold besitzen. Der amerikanische Analyst Frank Veneroso schätzt, dass die Zentralbanken ungefähr zwischen 10,000 und 16,000 Tonnen verliehen haben. D.h. eine Drittel bis die Hälfte ihres Goldes ist weg und vermutlich für immer. Es sei denn sie beginnen wieder Gold zu kaufen.

Warum haben diese Herrschaften so ein Interesse Gold zu manipulieren?

Bei jeder Diskussion der Zukunft des Goldes oder des Goldpreises muss man sich über eines im Klaren sein: GOLD IST EIN POLITISCHES METALL. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil Gold in seiner historischen Rolle als Geld einfach nicht kompatibel ist mit dem modernen Finanzsystem.

Bis zum 15. August 1971 gab es nie in der Geschichte eine Periode, wo keine Währung an das Gold gebunden war. Die Währungsgeschichte der Welt ist voll von Beispielen von Abwertungen, Münzverschlechterung und Bankrotten. Aber zu jeder Zeit war es möglich, auf andere Währungen auszuweichen, die durch Gold gedeckt waren. Aber seit 1971 ist dies, wenn man vom Schweizer Franken absieht, nicht mehr möglich.

Alle wirtschaftlichen, monetären und finanziellen Katastrophen der letzten 30 Jahre sind auf dieses eine Ereignis zurückzuführen.

Das heutige Papiergeldsystem ohne Deckung ist noch sehr jung. Es hängt einzig und allein vom Glauben ab, dass die Schulden, auf denen es beruht, eines Tages beglichen werden.
Ein einziges, einmaliges Ereignis, dass dieses Vertrauen und damit das Fundament des Finanzsystems erschüttern könnte, ist eine starke Hausse des Goldpreises in Dollars.

Das ist der ganze Grund, weshalb Gold jeden Tag manipuliert wird. Aber wir wissen aus der Geschichte des Goldpools in den 1960er Jahren, dass man Gold nicht endlos manipulieren kann. Auch damals haben die Zentralbanken versucht, den Goldpreis bei 35 US$ zu knebeln. Am 17. März 1968 ist der Goldpool geplatzt und das ganze schäbige Experiment der Lächerlichkeit preisgegeben worden.

Weil die Regierungen der Welt Tag für Tag am Goldpreis herumpfuschen, ist Gold billig. Dies ist unsere grosse Chance. Und warum dies unsere grosse Chance ist, nenne ich Ihnen heute meine 10 Gründe, 10 gute Gründe für einen höheren Goldpreis:


1. Weltweiter Währungskrieg

Die Reservewährung der Welt, die Währung in der die meisten Transaktionen der Welt abgewickelt werden, in der die Nationalbanken ihre Reserven angelegt haben, ist fundamental total schwach. Der $ ist unwiderruflich dem Untergang geweiht. Er muss täglich gestützt werden. Gemäss Sir John Templeton muss er in nächster Zeit 40% fallen. Er hat jetzt tödliche Konkurrenz bekommen. Durch den Euro. Die Russen planen ihr Öl in Euro zu verkaufen. Sie wollen einen Teil ihrer Währungsreserven in Euro zu wechseln.

Angesichts der Dollarschwäche wollen andere Ländern nicht, dass ihre Währungen zu stark aufgewertet werden. Also verschlechtern auch sie ihre Währungen. Sie kaufen vermehrt Euro für ihre Reserven. Hinter dem Euro steht viel mehr Gold als hinter dem $. Das Schicksal des Dollars ist jetzt in den Händen ausländischer Regierungen, vor allem aber des kommunistischen Chinas. Die Chinesen halten ihre Währung den Yuan an den $ gebunden, damit sie dem amerikanischen Konsumenten ihre Produkte verkaufen können.

Seit dem 15. August 1971, als die Bindung zum Gold durch Präsident Nixon aufgeben wurde, seit 1973 als die flexiblen Wechselkurse eingeführt wurden, herrscht im globalen Finanzsystem nur Chaos. Sein Finanzminister John Connally hat dazu gesagt: "Der Dollar ist unsere Währung, aber er ist Euer Problem."

Seit der Goldstandard in den ersten Tagen des 1. Weltkrieges in unverantwortlicher Weise aufgeben wurde, wechselt die Welt zwischen Inflation und Deflation, zwischen Hochkonjunktur und Pleite.

Seit 1973 als die flexiblen Wechselkurse eingeführt wurden, herrschen an den Devisenmärkte Wildwest-Verhältnisse. Dieses Datum 1971 ist in der Tat eines der wichtigsten der Weltgeschichte. Aber das wird von den "Fürsten", die uns regieren, ignoriert. Es gibt nur noch ein Datum, das noch wichtiger ist und das ist die unverantwortliche Aufgabe des Goldstandards in den ersten Tagen des 1. Weltkrieges. Die Tragödie ging dann mit der Einführung des Gold-Devisenstandards an der Konferenz von Genua 1922 weiter. Diese verfehlte Konstruktion ist weitgehend schuld am Crash von 1929 und der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Mit den Abkommen von Bretton Woods von 1944 ging das Drama weiter. Damals diktierten die Angelsachsen den kriegsgeschüttelten Nationen ihr Programm mit dem Gold-Dollarstandard. Wie die Ereignisse seither gezeigt haben, war damit die Basis geschaffen für die nachfolgende monetäre Unordnung. Jacques Rueff hat dies in seinem Buch "The Monetary Sin of the West" aufs klarste beschrieben. Er sagte damals: "Seit der Aufgabe des Goldstandards, d.h. dem einzigen System, das je funktioniert hat, fällt die Welt von einer Krise in die nächste, von der Deflation in die Inflation, von der Hochkonjunktur in die Pleite."

Sollten die grossen Dollarbesitzer der Welt, wie China, Japan oder Taiwan, beschliessen, ihre $ zu verkaufen, dann bricht der $ zusammen. Dann kommt es zur Panik.

Seit 1913, im Gründungsjahr des FED, hat der Dollar 95% seines Wertes verloren. Der Rest geht auch noch weg. Er ist dem Tode geweiht.


2. Warum ist der Dollar schwach? Warum ist die Verschlechterung der US Finanzen alarmierend?

Weil es keine Disziplin mehr gibt. Die Disziplin des Goldes fehlt. Das US Handelsbilanzdefizit beträgt über 500 Mrd. US$ und es steigt. Die Amerikaner brauchen täglich 1 1/2 Mrd. US$ ausländischer Ersparnisse um finanziell zu überleben. Das ist der Tribut, den die Welt an die USA bezahlen. Das US Haushaltsdefizit beträgt über 500 Mrd. US$ und es steigt. Mit ihrem Dollar ohne Wert kaufen die Amerikaner von uns, was sie wollen und wir bezahlen ihnen den Tribut. Charles de Gaulle bezeichnete dies als ein "exorbitantes Privileg". Jacques Rueff bezeichnete diese Einrichtungen von Bretton Woods für die Amerikaner als "als das wunderbare Geheimnis eines Defizits ohne Tränen. Sie konnten geben ohne zu nehmen, ausleihen ohne zu borgen und kaufen ohne dafür zu bezahlen."

Durch die verfehlte Dollarpolitik von Clinton/Rubin war der $ lange Zeit zu hoch. Dadurch sind in der verarbeitenden Industrie der USA 2,6 Millionen wertvolle Arbeitsplätze verloren gegangen. Die militärischen Abenteuer der Bush Regierung verschlingen Unsummen und der Schuldenberg beträgt 34 Trillionen US$.

Der zweitreichste Mann der Welt, Warren Buffett, hat am 27. Oktober 2003 gesagt, dass er über das Handelsbilanzdefizit äusserst besorgt sei und deshalb in ausländischen Währungen investiere: "Bis zum Frühjahr 2002 habe ich 72 Jahre meines Lebens nur im $ gelebt. Seither investiert meine Gesellschaft auch in ausländischen Währungen."

Ich bin sehr negativ für den $. Ein Kollaps ist unabwendbar. Allerdings Achtung! Wie bei einem Drogensüchtigen wird ihm immer wieder, von Zeit zu Zeit, eine Spritze verabreicht, damit er sich kurzfristig aufbäumt und sei es nur, um bei dieser Gelegenheit dem Goldpreis wieder eine Schlag zu versetzen.


3. Dramatische Erhöhungen der Geldmengen in den USA und der übrigen Welt

Seit die Weltwirtschaft sich in der Rezession befindet, werden die Märkte mit Liquidität überschwemmt. Greenspan pumpt und pumpt. Gouverneur Bernanke vom Fed hat im letzten November klar gesagt, dass die Notendruckpresse eingesetzt wird, falls eine Depression droht. "In the long run we are all dead", hat der grosse Zyniker Keynes gesagt. "après nous le déluge", sagte der französische König Louis XV.

Weil das Fed und die andern Zentralbanken die Märkte mit Geld und Kredit überschwemmen, wurde die Grundlage für die nächste Hausse der Warenpreise, insbesondere der Edelmetalle geschaffen. Gold und Silber sind in den letzten 3 Jahren jedes Jahr gestiegen. Die allgemeine Geldverschlechterung ist die Hauptgrundlage für die neue Gold-Hausse.


4. Die Aktienbörsen sind gefährlich.

Der frühere Chef des Fed Paul Volcker hat einmal folgendes gesagt: "Das Schicksal der Weltwirtschaft ist nun völlig abhängig von der amerikanischen Börse, deren Wachstum von 50 Aktien abhängig ist, von denen die Hälfte nie einen Gewinn gemacht hat." Besser kann man es nicht mehr sagen. Die Geldschwemme hat ihren Weg in die Aktienmärkte gefunden. Jeden Tag pumpt das Fed Milliarden in das System. Viele Anleger sagen sich halt, ich habe lieber Aktien als Papier. Aber die Aktienmärkte sind überbewertet.

Vielleicht bleiben sie noch einige Zeit überbewertet. Aber sie sind gefährlich. Entscheidend sind immer noch die Gesellschaftsgewinne. Wenn die Gewinne nicht steigen, dann können Sie die Aktien vergessen. Der legendäre Investor Sir John Templeton, der den hocherfolgreichen Templeton Growth Fund und den Templeton World Fund gegründet hat, ist sehr besorgt über die US Wirtschaft und Börse. Er empfiehlt US Aktien und überschüssigen Immobilienbesitz zu verkaufen. Er ist auch gegen US Obligationen. Wenn die Zinssätze in den USA wieder steigen, dann sind auch die Anleihen gefährlich. Wenn die Aktienbörsen wieder fallen, dann ist dies sehr positiv für Gold. Die Menschen werden dann Gold kaufen.


5. Negative "reale" Zinssätze sind positiv für Gold

Die Geldschwemme hat zu niedrigsten Zinssätzen geführt. Wenn die Inflation über den Zinssätzen liegt, dann ist es uninteressant Festverzinsliche zu halten. Durch die verfehlte monetäre Politik sind die Zinssätze in den USA auf den historisch niedrigsten Stand gefallen. Diese Situation dürfte gemäss Fed längere Zeit anhalten. Historisch war dies immer positiv für Gold.


6. Defizit zwischen Goldproduktion und Nachfrage – Goldproduktion ist rückläufig

Die Goldminen Produktion beträgt 2.500 Tonnen pro Jahr und sinkt. Die Nachfrage beträgt 4.000, gemäss gewissen Berechnungen sogar 5.000 Tonnen. Dieses Defizit wurde bisher stets durch Zentralbankverkäufe ausgeglichen. Aber auch Zentralbankausleihungen spielten eine grosse Rolle. Es wird erwartet, dass die Goldproduktion in den nächsten 10 Jahren mindestens 30% zurückgehen wird. Wegen des niedrigen Goldpreises war die Exploration nicht mehr interessant und ging stark zurück. Der Chef von Newmont Mining, Pierre Lassonde, hat gesagt, dass selbst wenn der Goldpreis auf $1’000 pro Unze steigt, es 4 bis 7 Jahre dauert, bis eine neue Goldmine in Betrieb genommen werden kann. Ohne höhere Goldpreise, keine neuen Minen.


7. Riesige Shortposition, dramatische Krise bei den Zentralbanken

Die Zentralbanken wollten ihre brach liegenden Goldbestände mobilisieren. Sie sollten rentieren, Zinsen bringen. Auch die Goldhandelsbanken wollten etwas verdienen mit dem herumliegenden Gold. Und somit wurden die Goldausleihungen erfunden. Die Zentralbanken liehen ihr Gold den sog. Bullion Banken. Diese verkauften das Gold sofort, um mit dem Erlös dicke Zinsen zu erzielen. Das Gold wurde auch den Goldproduzenten geliehen, die es ebenfalls sofort verkauften. Da sie noch viel Gold im Boden hatten, hofften sie, es später aus der eigenen Produktion zurückzahlen zu können. Das tun sie jetzt schon seit Jahren, denn das Geschäft mit dem Ausleihen ist tot. Die tiefen Zinssätze sind schuld. Aber die Goldhandelsbanken haben kein Gold im Boden. Wie wollen sie die Kredite zurückbezahlen, wenn das Gold schon längst am Hals einer schönen Dame hängt? Die gibt es bestimmt nicht zurück. Es wird geschätzt, dass auf diese Weise 10 – 16.000 Tonnen verliehen wurden. Die fehlen jetzt. Die Zentralbanken weisen aber immer noch ihre früheren Bestände aus, ohne Rücksicht auf das, was sie verliehen oder geswapt haben. Der IWF erlaubt ihnen diesen Betrug. Es ist nämlich ein Betrug, weil von ihren Beständen 1/3 bis 1/2 fehlt. Es ist nicht mehr da.

Weil nun aber die Papierwährungen dauernd an Wert verlieren, wird Gold wieder wichtiger. Dann werden die Notenbanken feststellen, dass sie zu wenig Gold haben. Sie kommen unter Druck, die Kritik der Bevölkerung steigt. 1999 haben die europäischen Zentralbanken das Washington Agreement abgeschlossen, damit die Amerikaner den Goldpreis nicht ganz in den Boden fahren. Aber die 10 – 16.000 Tonnen sind weg. Sie kommen nie mehr zurück. Wenn die Welt dies realisiert, kommt es gemäss Bill Murphy von GATA, zu einer Goldpanik. Seit 5 Jahren warnt GATA erfolglos vor dieser Panik.


8. Der Goldmarkt ist sehr klein - es gibt zu wenig Gold - der Hebel ist gewaltig

Es gibt zu wenig Gold. Die gesamten globalen Holdings, privat und öffentlich, sind ungefähr 1.000 Mrd. US$. Der Börsenwert aller Gold- und Silberminen ist etwas mehr als 100 Mrd. US Dagegen sind die globalen finanziellen Aktiven - Geld, Anleihen, Aktien ca. 150.000 Mrd. US (150 Billionen US$)!!!
Wenn nur ein kleiner Bruchteil dieser riesigen Papiergeldmasse ins Gold will, dann werden diese Milliarden oder Billionen von Papiergeld den Goldpreis auf unabsehbare Höhen treiben - so unabsehbar, dass wir uns dies heute kaum vorstellen können.


9. Gold ist Geld und reist nach Osten - der goldene Dinar und China

Der frühere Premierminister von Malaysia, Dr. Mahathir Mohamad, war seit vielen Jahren Befürworter einer Goldwährung. Der goldene Dinar sollte eine internationale Währung werden. Dies wäre eine echte Herausforderung für den Papierdollar, der aus dem Nichts gezaubert wird und nichts wert ist. Das Öl, das die islamischen Länder für Papier hergeben, ist eines Tages aufgebraucht. Das Zeitalter der Öls wird eines Tages vorbei sein. Öl sollte in Dinar bezahlt werden. Die Dinars bleiben, der Dollar geht kaputt. Papiergeld ist ein Betrug. Mit Gold zu bezahlen wäre ein ehrlicher Handel. Militärische Macht vergeht, aber Gold bleibt ewig.

Grosse Länder wie Russland, China, Indien und die Türkei kaufen vermehrt Gold. Indien ist der grösste Goldkäufer der Welt und kauft 800 Tonnen pro Jahr. Das ist ein Viertel der Weltproduktion. Der private Goldbesitz wird auf 13.000 Tonnen geschätzt. Indien kauft auch 3.500 Tonnen Silber pro Jahr.

China mit seinen 1,3 Mrd. Menschen hat im Oktober 2002 eine nationale Goldbörse, den Shanghai Gold Exchange, eröffnet. Der Goldhandel wurde liberalisiert. Die Privatisierung der Goldminenindustrie wird von der Regierung gefördert. Am 8. Juli 2003 wurde der Silbermarkt für alle Bürger frei.

Gold ist die einzige "Währung" an die keine Schulden gebunden sind. Der neue argentinische Präsident will einen Peso mit Golddeckung schaffen. Die Russen sprechen offen über eine voll in Gold konvertible Währung. Nur der Westen verkauft Gold. Da stimmt doch etwas nicht.


10. Die Macht der Zyklen oder die Gesetze der Natur

Die Geschichte der Wirtschaft geht durch Hochkonjunktur und Krisen, Boom und Bust, Hausse und Baisse. Die sieben fetten und die sieben mageren Jahre. Das war schon immer so. Und es wird immer so bleiben. Jeder Versuch von seiten der Obrigkeit, diese Ordnung zu stören, in das feine Gewebe der Natur einzugreifen und Boom oder Hausse zu verlängern, ist unweigerlich gescheitert. Man kann die verschiedenen Konjunkturphasen den Jahreszeiten gleichstellen. Es gibt das Frühlingserwachen, die Konjunktur zieht an. Nach der Herbst- und Erntephase, sie ging 2000 zu Ende, befinden wir uns jetzt in der Winterphase. Das ist gemäss Kondratieff die schlimmste Phase. Die Wirtschaft hat ihren Winterschlaf angetreten. Da jede Kondratieff’sche Phase ca. 15 Jahre dauert, haben wir jetzt schwierige Zeiten vor uns.

Was tut der Investor im Winter am besten. Der bekannte Börsenbrief Herausgeber Richard Russell sagte einmal, als er nach den besten Anlagen in der Krise befragt wurde:

"Die beiden besten Anlagen sind zwei Dinge, welche die Menschen nicht haben, Bargeld und Gold. Gold ist Geld und war immer das beste Geld in der 5000-jährigen Geschichte der Menschheit. Man kann damit die Notwendigkeiten des Lebens kaufen. Gold ist diametral entgegengesetzt zu Papier."



7 wichtige Gründe für Silber

Für Silber bin ich noch viel optimistischer als für Gold. Dasselbe gilt für die Silberaktien. Während die Börsenkapitalisierung von allen Goldaktien ungefähr bei 100 Mrd. US$ liegt, so ist der Börsenwert aller Silberaktien nur ungefähr 15 Mrd. US$ Es sind mir keine Analysten bekannt, welche Silberaktien verfolgen.

In meinen Büchern "Gold Wars" und "Die Gold Verschwörung" habe ich auf das historische Verhältnis der beiden Edelmetalle hingewiesen. Während Tausenden von Jahren bewegte sich dieses Ratio Gold/Silber zwischen 1:10 und stieg dann Mitte des 19. Jahrhunderts bis auf 1:14. Dann kam es zum Krieg, nämlich dem Krieg Preussens gegen Frankreich 1870 - 1871. Als Folge des Sieges der Preussen über Frankreich verlangten das deutsche Kaiserreich einen grossen Teil des französischen Goldschatzes und beschloss gleichzeitig den Bi-Metallismus abzuschaffen. Der Grund war, dass schon damals die Zentralbanken die Edelmetalle kontrollieren wollten. Da Silber eine viel grössere Verbreitung hat als Gold, d.h. in praktisch jedem Haushalt gibt es Silber, wurde beschlossen, dass fortan Gold als einziges monetäres Metall gelten soll, da es viel leichter zu kontrollieren ist. Die Tragik war nun, dass fortan das Ratio zwischen 15 und 100 zu schwanken begann, d.h. die göttliche Ordnung war zerstört. Im Jahr 1980 als Gold auf 850 US$ stieg betrug Silber höchst 52 US$, d.h. das Ratio ging auf 16.3 zurück. Im Bearmarkt der Edelmetalle stieg es dann wieder auf 100 und hat dann vor einigen Jahren wieder einen Rückgang begonnen. Im Herbst 2003 lag es lange Zeit um 75, anfangs 2004 ging es dann auf 65 zurück und liegt heute bei 56. Ich erwarte, dass dieses Ratio in den nächsten Jahren wieder auf 15 bis 20 zurückgeht. Wenn wir nun annehmen, dass die Goldunze in den nächsten Jahren auf 3.000 US$ steigen könnte und das Ratio auf 20 zurückgeht, dann könnte der Silberpreis auf 150 US$ ansteigen. Bei 15 wären dies 200 US$. Ich sage dies nicht voraus, aber ich halte es für durchaus möglich, wenn man bedenkt in welch kritischer Verfassung die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte sich befinden.

Aus diesem Grunde bin ich sehr viel optimistischer für Silber als für Gold. Ich kann Ihnen aber noch 70 andere Gründe nennen, weshalb der Silberpreis steigen wird. Aber das würde zu weit führen. Churchill hat ja einmal gesagt: "Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, aber nicht die Zuhörer." Somit werde ich Ihnen nur 7 Gründe nennen, welche als Katalysatoren und für einen explosiv höheren Silberpreis wirken können:


1. Defizit seit 14 Jahren

Einer der interessanten Aspekte beim Silber ist, dass seit 14 Jahren inkl. 2003 am Silbermarkt ein Defizit besteht. Silber braucht man hauptsächlich für die Photographie, Schmuck und Geschirr. Silber ist jedoch wie Gold ebenfalls ein politisches Metall. Dadurch dass es ebenfalls seit Jahren manipuliert wird, blieben die Preise trotz steigender Nachfrage tief. Aus diesem Grunde war es gar nicht interessant Silber zu produzieren. Abgesehen davon werden 80% des Silbers zusammen mit andern Metallen wie Kupfer, Gold, Blei und Zink hergestellt und deren Produktion kann nicht leicht gesteigert werden.


2. Rückgang der Investorenverkäufe

Infolge des Bullmarktes der Aktien- und Obligationenbörsen in den 80er und 90er Jahren haben viele Investoren ihre Silberbestände abgebaut. Infolge des neu erwachten Interesses für Edelmetalle sind diese Verleiderverkäufe stark zurückgegangen und ein neues Investoreninteresse ist erwacht.


3. Rückgang der Silbervorräte

Ein dritter Katalysator ist die Tatsache, dass es ausserhalb von Indien keine Regierung mehr gibt, welche über Silbervorräte verfügt. Die USA verfügen praktisch über kein Silber mehr und sind gezwungen Silber am Markt zu kaufen, wenn sie weiterhin Silbermünzen herausgeben wollen.


4. Mangelndes Interesse

Abgesehen von einem Rückgang des Angebotes haben sich in den letzten Jahren viele Investoren vom Silbermarkt distanziert. Bullion- und Investmentbanken haben das Geschäft und den Handel aufgegeben. Dies ist in allen Zentren der Welt, von New York, über London, Zürich und Hong Kong der Fall. Wenn Profis infolge Mangel an Interesse, Liquidität und Profitabilität den Markt verlassen, dann sollte man eine gegenteilige Haltung einnehmen. Schon aus diesem Grund bestehen heute am Silbermarkt enorme Gewinnmöglichkeiten.


5. Enorme Papier Shortpositionen

Während Jahren hat sich die à la Baisse Spekulation gelohnt, weil der Silberpreis in den 80er und 90er Jahren allmählich gesunken und bis auf 4 - 5 US$ die Unze zurückgegangen ist. Es war eine Ein-Weg-Party und sie wird heute noch gespielt, aber da immer mehr Investoren physisches Silber verlangen, ist dieses Spiel nunmehr ausgespielt. Man schätzt, dass die Shortposition an der COMEX 10 Mal so gross ist, wie das vorhandene physische Silber. Diese Leerpositionen, der enge Markt und das schwache Angebot sind eine wahre Rakete für einen höheren Silberpreis.


6. Wachsende Verwendungsmöglichkeiten

Die Hauptverbraucher sind die Photographie, Schmuckindustrie, Silbergeschirr - und besteck, Elektronik und Batterien. Dazu kommt eine täglich wachsende Liste von Anwendungen in der Elektroindustrie, als Katalysatoren, der Medizin, Solarenergie, Wasserreinigung etc. Da Silber über einmalige Eigenschaften wie leichte Verarbeitungsmöglichkeiten, hohe Sensitivität für Anwendungen in der Beleuchtungsbranche, Widerstandskraft bei extremen Temperaturen verfügt, ist es in vielen Gebieten konkurrenzlos. Täglich kommen neue Verwendungsmöglichkeiten hinzu.


7. Die Rückkehr des Silbers als Geld

Während 5000 Jahren hat Silber als Geld gedient. Zeitweilig war es noch prominenter als Gold. Kaiser, Könige, Prinzen und Kaufleute haben ihre Geschäfte in Gold abgewickelt, aber der einfache Mann hat Silber verwendet. Zusammen mit Gold ist es als erstes Geld und Metall in der Bibel erwähnt. Im Gegensatz zu Papiergeld, das in unbeschränkten Mengen gedruckt werden kann, besitzt Silber - wie Gold - alle Eigenschaften von echtem Geld. Seit Gold und Silber als Währungsdeckung aufgegeben wurden, hat der US-Dollar dauernd an Wert verloren. Je mehr die Menschen die Politik der Zentralbanken, ihre Inflationierungsversuche und das Ausmass der Währungskrise durchschauen, umso mehr werden sie sich dem Silber zuwenden. Silber ist unterbewertet und ist die interessanteste Anlage überhaupt.



Schlussfolgerung

Übertreibungen an den Märkten entstehen durch Angst und Gier. Die Aktienmärkte übertreiben, wenn es zu Massengier kommt.

Goldkäufe entstehen in der Angst. Die kommende Systemkrise, die geopolitischen Krisen schaffen Angst, mit der Zeit Massenangst.

Wenn die Berge von Papiergeld sich eines Tages auf das Gold stürzen, dann wird der Goldpreis (und auch der Silberpreis) explodieren und auf Höhen steigen, die wir heute für unmöglich halten. Es wird vermutlich zu einer oder mehreren Kaufpaniken kommen. 3.000 US$, 5.000 US$ pro Goldunze sind dann nicht mehr unmöglich. 10 bis 15x mehr als heute.

Aber seien Sie vorsichtig: Von Zeit zu Zeit wird es aber auch zu Rückschlägen kommen. Die Goldminen werden dann viel stärker steigen als das physische Gold. Ihr Gewinnanstieg wird die wildesten Träume übersteigen.


Deshalb gebe ich Ihnen heute den Rat:

Kaufen sie Gold. Dann sind Sie sicher. Damit steigt der Goldpreis. Kaufen Sie auch Goldminenaktien. Dann steigt Ihr Vermögen. Infolge der Hebelwirkung ist es viel interessanter Goldminenaktien zu besitzen. Ich will Ihnen dies anhand einer kleinen Rechnung beweisen. Nehmen wir an, dass eine Goldmine beim heutigen Preis von 380 US$ bei einem Goldpreis von 350 US$ profitabel ist. D.h. sie verdient 30 US$ pro Unze. Nehmen wir weiter an, dass der Goldpreis in 12 Monaten bei 500 US$ steht. In diesem Fall würden Sie mit der Unze physisches Gold 31% verdienen. Nicht schlecht. Gleichzeitig aber verdient die Goldminen Gesellschaft 150 US$, d.h. sie verdient 400% mehr. Dieses kleine Beispiel zeigt klar, wie viel interessanter es ist Aktien zu kaufen. Bei der Auswahl von Goldminenaktien muss man viele Kriterien beachten. Einige sind nachfolgend aufgeführt.

  • 1. Anwendung der Anlagephilosophie von Benjamin Graham, d.h. hoher innerer Wert.
  • 2. Tiefe Börsenkapitalisierung pro Reserveunze
  • 3. Bewertung der zukünftigen Ertragskraft
  • 4. Erfolgreiches Management
  • 5. Gute Finanzlage
  • 6. Kotierung an einer wichtigen Börse
  • 7. Leichter Zugang zum internationalen Finanzmarkt
  • 8. Aktive und erfolgreiche Explorationstätigkeit
  • 9. Geographische Lage und Risikoverteilung
  • 10. Gute Beziehungen zu Investoren


  • Die Börsenhausse steht erst am Anfang. Warum? Infolge der 22 jährigen Baisse des Goldes haben die meisten Menschen den Glauben verloren, dass es jemals wieder steigt. Selbst die grössten Goldanhänger zweifeln. Aber das ist genau das, was mich so überzeugt. Das macht mich sicher, dass wir erst am Anfang sind und die grössten Gewinne vor uns liegen.

    Sie als Investor stehen heute vor der grössten Gewinnchance Ihres Lebens. Eine Chance, die Sie gewöhnlich nicht in einer, sondern nur in 2 Generationen erleben. Es ist die Chance reich, ja sehr reich zu werden. Kaufen Sie jetzt gold-orientierte Anlagen!

    Ich danke Ihnen.


    © Ferdinand Lips

        Referat: Gold-Kongress 2004 in München vom 17. April 2004








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