Edelmetalle: Gold
Im 4. Jahrtausend vor Christus machten ein paar ägyptische Arbeiter
eine Entdeckung: Unter einer Feuerstelle war durch Zufall ein wenig
im Boden enthaltenes Gold geschmolzen und hatte sich nach seiner Abkühlung
in einen funkelnden Brocken verwandelt. Seitdem hat sich der Reiz des
gelblichen Edelmetalls - begleitet von vielen Mythen - durch die Jahrtausende
bewahrt: Vom Kultgegenstand und als Totenbeigabe über Zahlungsmittel
bis hin zum Mordmotiv hat Gold eine bewegte Geschichte hinter sich.
Der Name Gold wurde vermutlich abgeleitet vom indogermanischen "ghel",
was soviel heißt wie "blank" oder "schimmernd".
Verwandte Wörter wären auch "glänzend", "gelb"
und "glühend". Der griechische Begriff für Gold
"chrysos" taucht heute noch in vielen Edelsteinnamen auf (z.B.:
Chrysokoll, Chrysopras,...). Heute wie damals steht das Wort "Gold" für
wertvoll und kostbar. In Verbindung mit einem weiteren Adjektiv werden ganz andere
wertvolle Gegenstände bezeichnet, wie das "Schwarze Gold"
(Erdöl), das "Weiße Gold" (Marmor, Salz, Porzellan)
oder das "Gold des Meeres" (Korallen).
Vorkommen
Gold ist überall auf der Welt vorhanden und noch nicht mal selten.
Ob auf den Kontinenten, im Meer
und in uns selbst. Die Konzentration und die Form des Goldes sind jedoch
recht unterschiedlich. Normalerweise kommt Gold in der 15 km starken
Erdkruste mit einer Konzentration von 0,005 g/t vor. Das sind zwar schätzungsweise
insgesamt
30 Milliarden (!) Tonnen Gold, doch lohnt ein wirtschaftlicher Abbau
nicht. Schätzungen gehen davon aus, daß alles bis heute weltweit
geförderte Gold (in etwa 95.000 Tonnen) noch zu über 90% vorhanden
ist. Alles Gold der Welt ergibt einen Würfel mit einer Kantenlänge
von ca. 18 m.
Das Edelmetall kommt selten in Reinform (als Goldklumpen, engl.: Nugget),
sondern meist in Form von Legierungen vor. Wichtigste sind die so genannten
"Buntmetalle" wie Kupfer und Nickel.
Wie alle Ressourcen ist auch Gold nicht unerschöpflich. Professor
Rudolf Saager von der ETH Zürich schätzt, daß mit den
heute bekannten technischen Mitteln 45.300 Tonnen Gold abgebaut werden
könnten. Der Löwenanteil liegt mit 18.000 Tonnen in Südafrika.
Die Gesamtmenge an Gold, die überhaupt noch bergbaulich gewinnbar
sein wird, schätzt er auf 100.000 Tonnen.
Angebot & Nachfrage
An der Spitze der von der Natur begünstigten Staaten steht Südafrika,
gefolgt von Australien und den USA. Die weltweite Nachfrage pro Jahr
liegt derzeit bei rund 3.600 to, Tendenz steigend. Dagegen liegt die
tatsächliche Fördermenge von Gold bei nur bei ca. 2.700 to
(im Jahr 2002). Das Defizit an Gold muß
durch den Verkauf von Zentralbankbeständen und Recyclingmaterial
ausgeglichen werden. Im Jahre 2002 betrug die industrielle Nachfrage 3.175 to Gold, wovon
der Großteil in Höhe von 2.689 to zu Schmuck verarbeitet
wurde. Weitere 252 to benötigten die Münzprägestätten,
um Münzen und Barren herstellen zu können.
In den nächsten Jahren wird das Angebot von förderbarem Gold
nicht spürbar zunehmen können. Bedingt durch den tiefen Goldpreiskurs
über viele Jahre hinweg wurden die Minengesellschaften zum Sparen
gezwungen und so blieb kein oder zuwenig Geld für Explorationsausgaben
übrig. Experten schätzen, daß von der Exploration bis
zur ersten geförderten Unze Gold durchschnittlich 5-7 Jahre vergehen.
Die Nachfrage nach Gold schwankt naturgemäß und ist zudem
von wirtschaftlichen und politischen Faktoren, aber auch von bestimmten
länderspezifischen Ereignissen* abhängig. Historisch belegt ist die
Tatsache, daß Gold immer von aufstrebenden Wirtschaftsnationen angezogen
wird. So sollte es heutezutage nicht verwundern, daß eine im Trend
steigende Nachfrage aus Asien kommt. Das betrifft nicht nur Gold, sondern auch
verstärkt Platin und Silber.
*) Beispielsweise betrug Anfang der 80-ziger Jahre der zahnärztliche
Goldverbrauch in der ehemaligen BRD 32 Tonnen Gold. Dies entsprach 1/4
des auf der ganzen Welt von Zahnärzten verwendeten Goldes. Diese
Zahl ist in den letzten Jahren rapide gefallen, denn es werden nicht
mehr alle zahnärztlichen Leistungen voll bezahlt und zum anderen
begann Keramik/Porzellanersatz Gold den Rang abzulaufen. (Goldkronen
und -füllungen können bis zu 30 Jahre im Gebiss verbleiben.
Eigenschaften
Das lateinische Wort für Gold ist "aurum". Die beiden
Anfangsbuchstaben ergeben das chemische Symbol "Au". Im Periodensystem
steht das Metall in der ersten Nebengruppe mit der
Ordnungszahl 79. Gold ist sehr beständig gegenüber Chemikalien
(Säuren, Laugen). Lediglich mit Chlor, Cyaniden, Quecksilber, Seleensäure,
einigen Huminsäuren und Königswasser (Gemisch aus Salzsäure
& Salpetersäure) kann Gold aufgelöst werden. Neben Silber
und Kupfer gehört Gold zu den drei besten Leitern von Wärme
und elektrischem Strom. Die geringe Härte (2,5 bis 3 der Mohs`schen
Härteskala) läßt ein sehr leichtes bearbeiten zu. Mit
Hilfe von Legierungen können die Eigenschaften von Gold verändert
oder die Verarbeitung optimiert werden. So erreicht man eine Veränderung
der Farbe, der Härte, des Schmelzpunktes (1.064,43 °C), der Dichte
(19,32 g/cm³) und der Zugfestigkeit (131 N/mm2).
Die extreme Dehnbarkeit dieses Edelmetalls ist rekordverdächtig.
Beispielsweise kann Gold zu einem Goldblatt von 1/10.000 mm Stärke
verarbeitet (gehämmert) werden oder eine Unze Gold (31,1 g) kann
(ohne zu reissen) zu einem Faden von 56 Kilometer Länge gezogen
werden. (Weitere anschauliche Beispiele und Vergleiche siehe Seite:
Proportionen.)
Maßeinheit und Feinheit
Das Goldgewicht wird International in "Troy Unzen" angegeben
(1 Troy Unze = 31,1035 Gramm), wobei das Wort "Troy" oft vernachlässigt
und nicht geschrieben wird. Außerhalb der Edelmetalle kann dies
zu Problemen führen, da das Wort "Unze" auch für
andere Stoffe und Einheiten (siehe Rubrik: Münzen)
steht. Für den internationalen Handel unbedeutend ist die in asiatischen
Ländern anzutreffende Maßeinheit "Tolas" bzw. "Tael",
die vor allem für Goldbarren verwendet wird.
Die
Troy Unze bezieht sich auf eine 100%-ige Reinheit von Gold. In der Fachsprache
nennt man dies "Feinheit". Die Feinheit gibt den Anteil des
reinen Edelmetalls am Gesamtgewicht in Tausendstel an. Eine zweite Möglichkeit
wäre die Angabe in Karat. Die Karat-Angabe ist nur für Gold
gültig und ist beispielsweise nicht identisch mit dem Karat bei
Edelsteinen. Das Karat (normalerweise mit "C" geschrieben)
der Edelsteine ist eine Gewichtsangabe (1 Carat = 0,2 Gramm).
Die Farbgebung des Goldes sagt dabei nichts über den Feingehalt
aus, da dies durch den Einsatz unterschiedlicher Legierungen beeinflusst
werden kann. So ist die markante rötliche Färbung der Krügerrand
Goldmünze (916,66 Feinheit = 22 Karat) in dem hohen Kupferanteil
begründet. In Deutschland werden vor allem in der Schmuckindustrie Legierungen
mit den Feingehalten 750, 585 und 333 verarbeitet. Für Anlagebarren
und Münzen werden 999,9 Feinheit bevorzugt oder wie z.B. bei dem
südafrikanischen Krügerrand
und dem American Gold Eagle
916,66. Historische Münzen, wie die deutsche Reichsmark oder der
österreichische Dukaten, haben wieder andere Feinheiten und Legierungsbestandteile.
Aber Achtung! Feinheit ist nicht gleichzusetzen mit Gewicht. Eine Unze
Gold ist eine Unze Gold! Sind Legierungsbestandteile in der Münze
vorhanden, so erhöht sich das Goldgewicht um das der Legierungselemente.
(1 Unze Krügerrand mit 916,6 Feinheit: 31,103 g Goldanteil plus
Legierung = Gesamtgewicht 33,93 g oder 1 Unze Wiener Philharmoniker mit 999,9
Feinheit: 31,103 g Goldanteil, Gesamtgewicht 31,103 g)
Per Definition darf in Deutschland Gold ab einer 333er Feinheit als
Gold bezeichnet werden. In Großbritannien und in der Schweiz liegt
die gesetzliche Grenze bei 375 und in Österreich bei 250er Feinheit
(auch Viertelgold bezeichnet).
Legierungen
Jedes Metall besitzt bestimmte Eigenschaften, die durch Zugabe von
anderen Metallen entweder verstärkt oder minimiert werden. Bei
Gold wird aufgrund der geringen Härte, der Farbänderung, der
Veränderung des Schmelzpunktes, der Dichte und der Zugfestigkeit
sowie aus Kostengründen eine Legierung mit anderen Metallen vorgenommen.
Die Anzahl der Goldlegierungen ist heutzutage fast nicht mehr überschaubar.
Die Schmuckbranche, das Münzwesen und besonders die Zahntechnik
haben in den letzten Jahren spezielle Variationen entwickelt, die zudem
von Land zu Land leicht abweichen. Fast alle Farbvarianten von Goldlegierungen,
unabhängig vom Feingehalt, werden mit den beiden Zusatzmetallen
Silber und Kupfer erzielt. In der Fachsprache wird diese Legierung als
Rotgold bezeichnet, wobei die Prozentanteile der drei Metalle schwanken
können.
Weißgold, eine Legierung aus Nickel und Palladium, konnte sich
um die Jahrhundertwende durchsetzen. Damals sollte das teure Platin
durch ein ähnlich gefärbtes Metall ersetzt werden. Palladiumweißgold
besteht hauptsächlich aus Gold, Palladium und Silber und ist teurer
als Nickelweißgold, das größtenteils aus Gold, Nickel
und Kupfer besteht.
Exoten sind das in Thailand verbreitet Thaigold, das aus 965er Gold
und einem nicht definierten Restanteil besteht. Hingegen ist das Nordische
Gold keine Goldlegierung, sondern eine Legierung aus 89% Kupfer, je
5% Aluminium und Zink sowie 1% Zinn. Sie ist nicht magnetisierbar und
wird zur Herstellung von Euromünzen mit den Nominalen 50, 20 und
10 Eurocent verwendet.
Vergolden
Legierungselemente beeinflussen den Metallpreis, der bei Rotgold mit
zunehmenden Legierungsanteilen abnimmt. Eine billigere Methode und zudem
für große Flächen besonders gut geeignet ist das Vergolden
von weniger wertvollen Materialien. Unter Vergoldung versteht man die
Oberflächenveredelung von metallischen oder nichtmetallischen Gegenständen.
Die Kunst des Vergoldens geht bis ins Altertum zurück und nutzt
die extreme Dehnbarkeit von Gold aus. In der Fachsprache wird der Metallauftrag
als "Plattinieren" bezeichnet, wobei dieser Vorgang mechanisch
oder galvanisch erfolgen kann.
Beim
mechanischen Plattieren muß zunächst das Blattgold hergestellt
werden, indem ein Stück Feingold zwischen Pergamentpapier gelegt
und mittels eines Hammers ausgeschlagen wird. Der Vorgang wird so oft
wiederholt bis das Blattgold die gewünschte Stärke (1/200
mm bis 1/1000 mm) aufweist. Die verhärtete Oberfläche wird
durch Glühen wieder erweicht.
Beim Plattiervorgang wird mit Hitze und Druck das dünne Blattgold
auf eine dickere Trägermetallplatte aufgewalzst.. Daher kommt auch
der Name "Walzgold". Andere Verfahren um Gold aufzutragen
sind die Matt- oder Ölvergoldung und der beliebteren Glanz- oder
Polimentvergoldung (früher Branntweinvergoldung genannt). Blattgold
wird u.a. auch bei der Buchherstellung (Vergolden der Außenkanten
von Buchseiten, sowie zur Veredlung von Schrift und Zierat lederner
Einbände) und bei Bilder- und Spiegelrahmen angewendet. In der
Malerei wurden vor allem in der Gotik Teile von Tafelbildern mit echtem
Blattgold belegt oder mit in Eiklar gebundenem Goldstaub, dem so genannten
Pudergold, bemalt.
Eine weitere Möglichkeit metallische Gegenstände zu veredeln
ist das Galvanisieren (Plaqué). Der Vorgänger, die Feuervergoldung
(Quecksilbervergoldung), war bereits im alten Rom bekannt. Die Galvanotechnik
wurde erstmals 1830 entwickelt und ist ein Verfahren, bei dem Metalle
oder durch Graphitstaub elektrisch leitend gemachte Nichtmetalle mittels
Elektrolyse mit einer (Edel-)Metallschicht überzogen werden (Elektroplattieren).
Im Detail: Beim Galvanisieren wird das fertig geformte und bearbeitete
Teil in eine wässrige Metallsalzlösung (Elektrolyt) getaucht
und mit dem negativen Pol einer Gleichstromquelle verbunden. Das Teil
ist damit "kathodisch" geschaltet und wird "Kathode"
genannt. In einem bestimmten Abstand von der Kathode wird das Gold in
den Elektrolyten getaucht und mit dem positiven Pol einer Gleichstromquelle
verbunden. Es ist damit "anodisch" geschaltet und heißt
"Anode". Wenn jetzt der Gleichstrom angeschlossen wird und
fließt, geht das Metall der Anode als Metall-Ion in Lösung
und wird von der Kathode angezogen. Dort nimmt es Elektronen auf und
setzt sich als Metall auf der Kathode ab. Die Auflagenstärke ist
überall gleichmäßig stark und läßt sich genau
steuern.
Lagerstätten
Der Fachmann unterscheidet bei der Gewinnung von Gold zwischen Berg-
und Seifengold. Das Berggold befindet sich in Quarzgängen, begleitet
von Flyrit FeS und anderen Sulfiden. Diese Lagerstätten werden
als primär (= ursprünglich) bezeichnet. Die Quarzgänge
weisen in der Regel einen Goldgehalt von etwa 0,001% auf. Ein Abbau
der Goldvorkommen ist in der Regel bei einer Goldkonzentration >2,5
g/t wirtschaftlich sinnvoll. Die Goldkonzentration von maximal 5-25
g/t kann erreicht werden, indem das Gestein um die Quarzbänder
mit abbaut werden. Große primäre Goldvorkommen befinden sich
beispielsweise in Südafrika, Australien und Nordamerika. (Der
technische Ablauf der Goldförderung kann auf der Seite "Gewinnung
von Gold" nachgelesen werden.)
Im
Laufe von Jahrmillionen werden die an der Oberfläche lagernde primäre
Goldvorkommen durch Erosion und Witterungseinflüsse (Temperatur,
Feuchtigkeit, Wind) abgetragen und lagern sich in den Niederungen der
Flüsse ab. Diese sekundäre (= zweite) Lagerstätte wird
als "Seifengold", "Goldseife" oder "Waschgold"
bezeichnet und wird in Form von Staub oder Körnern (= Nugget) vorgefunden.
Bedeutende Lagerstätten liegen im Clondikegebiet (Alaska), in Russland
(Ural) und im Osten Australiens. Klangvolle Namen in der Vergangenheit
waren auch Vorkommen im Rhein und in Sacramento (USA).
Die meisten Nuggets sind nur winzig klein und wiegen selten mehr als
ein Gramm. Riesennuggets sind der "Holtermann Nugget" aus
Australien, der im Oktober 1872 gefunden wurde und 214,32 kg wog. Den
zweiten Platz nimmt ein Nugget aus Chile ein, der über 153 kg auf
die Waage brachte. Der wahrscheinlich reinste Riesenugget mit einer
beachtlichen Feinheit von 986‰ und 70,92 kg Gewicht ist der "Wellcome
Strager", der 1850 in Australien gefunden wurde.
Eine Sonderform des Seifengoldes stellt die dritte Form einer Goldlagerstätte
dar, die in Transvaal (Südafrika) vorkommt. Bei den größten
Goldvorkommen der Welt haben sich die losen Gold- und Geröllablagerungen
wieder zu Konglomeraten von Gesteinscharakter verhärtet. Der vorhandene
Sand ist durch Schwefelzufuhr in Pyrit verwandelt. Die südafrikanischen
Bergwerksstollen gehören zu den tiefsten der Welt. Den Rekord stellt
derzeit die Mine von "Western Deep Levels" in Caritonville
mit einer Schachtsohle von 3.840 m auf. In diesen Tiefen herrschen extreme
Arbeitsbedingungen (Temperatur wird auf 55°C gesenkt) vor.
Gewinnung
Die
älteste Methode der Goldgewinnung ist die Goldwäsche. Goldhaltige
Sande und zerkleinerte Gesteine werden mit Wasser vermischt und solange
bewegt bis sich die spezifisch schwereren Goldbestandteile von den übrigen
Schlamm und Sand trennt. In der Antike wurden Tücher oder Felle
genutzt, die dann durch die heute bekannten Goldwäscherpfannen
ersetzt wurden.
Diese Variante war jedoch nicht effektiv, da über 50% des Goldes
in der ausgewaschen Masse zurück blieb. Erst durch die Entwicklung
chemischer Verfahren konnte die Ausbeute gesteigert werden. Das Amalgamationsverfahren
beruht auf der Eigenschaft der Löslichkeit von Gold durch Quecksilber, die
eine Legierung eingehen. Nach dem Abtrennen
des Amalgams wird die Legierung auf 360°C erhitzt, wobei das Quecksilber
verdampft und das Gold zurückbleibt. Diese Methode wurde bereits
bei den Römern erwähnt. (siehe
Verfahren zur Goldherstellung).
Ein weiters Verfahren ist die Cyanidlaugerei, die die Eigenschaft des
Natriumcyanids mit Sauerstoff Edelmetalle zu lösen, ausnutzt. Das
Verfahren kommt u.a. zur Anwendung, wenn die Goldgehalte des Erzes für
das Amalgamationsverfahren nicht mehr rentabel ist. Das gewonne Rohgold
hat bereits einen Feingehalt von ca. 900‰ und liegt damit deutlich
über dem zuletzt beschriebenen Verfahren.
Werden noch höhere Feingehalt benötigt, kommt die Chlorgasraffination
und die Elektrolyse zur Anwendung. Die Chlorgasraffination wird seit
1921 zur Raffination des südafrikanischen Goldes verwendet. Da
Gold sich im Gegensatz zu seinen Begleitmetallen als besonders widerstandsfähig
gegenüber Chlorgas herausgestellt hat, konnte dieses Verfahren
entwickelt werden. In die Rohgoldschmelze wird durch eine Tonröhre
Chlorgas eingeführt, die die Begleitmetalle in Chloride bindet
und als Dämpfe entweichen. Nur das Silberchlorid wird zum Schluß
zur Weiterverarbeitung von dem flüssigen Gold abgeschöpft.
Das Gold wird danach in Barren gegossen, deren Feingehalt .995 beträgt.
Reines Gold mit einem Feingehalt von 999,9‰, oft auch als Reinstgold
bezeichnet, kann nur mittels der elektrolytischen Goldscheidung gewonnen
werden. Zur Anwendung kommt dieses Verfahren meist nur in Scheideanstallten
(z.B. Degussa), die die Standardbarren mit niedriger Feinheit von den
Minengesellschaften veredeln.
Verarbeitung
Das
Edelmetall wird zur Weiterverarbeitung in Metallbarren gegossen. Ein
handesüblicher Standardbarren Gold wiegt rund 400 Unzen, also ca.
12,5 kg. Auf den Barren werden die Feinheit, die Marke des Herstellers
und die Barrennummer eingestanzt sein. Die Feinheit muss bei Gold mindestens
995‰ erreichen, bei Silber 999‰ und bei Platin und Palladium
999,5‰. Die Barrennummer dient zur Identifikation jedes Barrens
und wird vom Produzenten in einem Verzeichnis eingetragen.
Einige Standardbarren landen in den Tresoren der Notenbanken, die meisten
werden jedoch zur Weiterverarbeitung eingeschmolzen. Es entstehen Kleinbarren
(z.B. mit 1 kg, 100 g, 1 oz Gewicht), Plättchen für die Münzprägung,
Granulate für die Schmuckindustrie, Stangen- und Blechprofile.
(Granulatherstellung: Granulatherstellung: Das flüssige
Metall wird durch ein Sieb ins Wasser gegossen. Dadurch entstehen kleine
Granulate mit einem Durchmesser von einigen Millimetern.)
Gold zu Anlagezwecken
Anleger können heute zwischen Münzen
und Barren aus Gold
wählen. In Deutschland sind die bekanntesten Anlagemünzen
die australische Nugget bzw. Känguruh Goldmünze, die kanadische
Maple Leaf, der chinesische Panda und der amerikanische American Eagle
jeweils in Gold, sowie der Wiener Philharmoniker. Ohne Nennwert und
mit einen minimalen Preisabschlag werden die älteste und zugleich
verbreiteste Goldmünze, dem Krügerrand aus Südafrika,
angeboten. Goldbarren werden von verschiedenen Prägeanstalten oder
im Auftrag von Banken hergestellt.
Edelmetall-Handel
Die Preise für Edelmetalle werden täglich an den Finanzmärkten
der Welt ermittelt. Die wichtigsten Handelsplätze für Gold
sind Zürich, London (International Financial Futures Exchange =
Liffe), Hongkong und New York. In London werden zwei Mal täglich Fixingkurse
für Gold von einem Kremium ermittelt (festgelegt). Von Bedeutung sind ferner die
Commodity Exchange "COMEX", die größte Edelmetallbörse
der Welt (Gold und Silber) und die New York Mercantile Exchange "NYMEX"
(Energiekontrakte und Platin).
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